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Erik Hofstädter, Geschäftsführer von Tchibo/Eduscho

Tchibo kündigt Shop-in-Shop-Konzept an

Da sein, wo die Kunden sind – das ist seit jeher das Erfolgsrezept von Tchibo/Eduscho. Mit eigenen Shop-in-Shop-Konzepten in Österreichs Verbrauchermärkten will der heimische Kaffeemarktführer unter Neo-Geschäftsführer Erik Hofstädter seine Präsenz verstärken und weiterhin der beste Partner für den Handel sein.  

In Deutschland betreibt Tchibo/Eduscho seit etwa zwei Jahren rund 120 Shop-in-Shop-Konzepte im stationären Lebensmittelhandel. Dabei handelt es sich um 30 bis 80 m2 große Laden-Flächen im Look & Feel der eigenen Filialen, die ohne extra Personal betrieben werden und 2022 auch in Österreich kommen sollen. „Am liebsten in jedem Billa plus, Interspar und Maximarkt“, sagt Neo-Geschäftsführer Erik Hofstädter mit einem Augenzwinkern im Gespräch mit retailreport.at.

Shop-in-Shop im LEH: 20 Standorte bis 2025 realistisch

Hierzulande sind bis 2025 etwa 20 Standorte realistisch, in denen man ein breiteres Portfolio zeigen und damit die Strahlkraft der Marke auch außerhalb der eigenen vier Wände nutzen möchte. Dabei greift das Unternehmen auf die Learnings aus Deutschland und der Schweiz zurück, wo der Start des neuen Konzepts kürzlich ebenfalls erfolgte.

Für die Handelspartner bringe der neue Vorstoß jedenfalls keinerlei Mehraufwand; ganz im Gegenteil würden sie von Tchibo als Frequenzbringer profitieren. Wie bei den bereits bekannten Depots – aktuell gibt es 5.000 Verkaufsstellen für die Kaffeeprodukte der Marken Tchibo und Eduscho sowie weitere 800 für die Non Food-Warenwelten – wird das Geschäft über ein Kommissionsmodell risikofrei abgewickelt. Alle nicht verkauften Produkte werden anstandslos von Tchibo/Eduscho zurückgenommen. Außerdem kümmert sich das Unternehmen auch um die Bewirtschaftung der Flächen, in die man künftig sowohl mit dem neuen Shop-in-Shop-Konzept als auch über die Verjüngung der bestehenden Flächen investieren will. Hier gebe es durch Standortverlegungen und verbesserte Warenpräsentation noch ausreichend Potenzial für Wachstum. Zur Höhe der geplanten Investitionssumme hält sich Hofstädter bedeckt.

Tchibo Filiale

 

Weihnachten als umsatzstärkste Saison

Überhaupt ist der ehemalige NÖM-Manager im Hinblick auf die Bekanntgabe von Zahlen sehr zurückhaltend. Der Umsatz des in Wien ansässigen Tochterunternehmens von Kaffeeröster Tchibo liegt seit Jahren konstant bei etwa 315 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf rund 1.000. Einen Push verspricht man sich von der kommenden Weihnachtssaison, die für Tchibo/Eduscho die umsatzstärkste Zeit des Jahres ist. Hier hat man sich als Geschenkeanbieter etabliert und bietet auch heuer wieder ein breites Portfolio rund um hochwertigen Schmuck, festliche Dekoration, Mode, Wohnaccessoires und Küchenhelfer an.

Cross-Channeling weiter im Fokus

Für die Zukunft stehen die Zeichen jedenfalls klar auf Wachstum, das man insbesondere mit dem Forcieren aller drei Vertriebskanäle E-Commerce, den eigenen Filialen und eben der Zusammenarbeit mit dem Handel erreichen will.

Außerdem kündigt Hofstädter an, noch stärker an der Cross-Channel-Strategie zu arbeiten und Angebote wie Click & Collect oder Click & Reserve stärker zu forcieren. Für die Kunden solle der Einkauf so angenehm und stressfrei wie möglich ablaufen. So gibt es die Möglichkeit bestellte Produkte, die nicht gefallen, direkt in der Filiale zurückzugeben, aber auch Produkte vor Ort gemeinsam mit den Mitarbeitern zu bestellen und sie sich nach Hause liefern zu lassen. Damit erspare man den Konsumenten Wege und binde sie noch stärker an Unternehmen.

Kein Rütteln an eigenen Standorten

Was das Onlinegeschäft betrifft, das Tchibo/Eduscho übrigens bereits seit dem Jahr 2000 betreibt, sei man sehr zufrieden; bedingt durch Corona habe dieser Kanal wie in der gesamten Branche ein schönes Wachstum erfahren. Auch die Retourenquoten, deren Höhe Hofstädter nicht nennt, seien nicht gestiegen.
Großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des E-Commerce-Geschäfts hätten aber auch die 130 eigenen Filialen, zu denen man sich weiterhin klar bekennt. Übrigens nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland, wie Hofstädter klarstellt. „Es gibt weder bei uns noch in Deutschland Tendenzen, Filialen zu schließen.“ Man wisse genau, was man den eigenen Standorten alles zu verdanken hätte und ist überzeugt davon, dass man in den anderen beiden Vertriebskanälen Online-Shop und Depots im Vorjahr niemals so gut performt hätte, wenn man nicht zuvor seine Stammkundschaft – 2 Millionen Kunden besitzen eine Tchibo Privat Card – über die eigenen Standorte aufgebaut hätte.

Coffeebars bringen Wettbewerbsvorteil

Darüber seien die Filialen auch ein klares Differenzierungsmerkmal zum Mitbewerb. „Wer kann schon sagen, dass er 130 Kaffeehäuser betreibt und seine Produkte und Marken auch gleich dort vor Ort verkaufen kann?“, so Hofstädter. Auch hier will der Kaffeemarktführer, der laut eigenen Angaben in allen drei Segmenten Einzelportionen, Filterkaffee und Espresso mengenmäßig die Nase vorn hat, künftig Gas geben. „Wir wissen, dass wir hier noch einiges zu tun haben und noch nicht dort sind, wo wir sein wollen.“ So sollen die Coffeebars künftig gestärkt und die vorhandenen Plätze bestmöglich genutzt werden. Die Zielsetzung lautet die Kaffeedestination Nummer eins zu sein und mit der Beratung vor Ort zu punkten.

Tchibo Weihnachtswelten

 

Spannende Position mit viel Entfaltungspotenzial

Für Hofstädter, der seit seit 1. Mai 2021 an der Spitze des Kaffeerösters steht, steht jedenfalls eine arbeitsintensive Zeit bevor. Seine neue Aufgabe bezeichnet er nach etwas mehr als 5 Monaten im Amt als extrem spannend – auch aufgrund des einzigartigen Dreiklangs im Vertrieb, den keine andere vergleichbare Position mit sich bringe.

Ein großes Lob sprach er auch dem eingespielten Team aus, von der er mehr als wohlwollend aufgenommen wurde. „Da hat man schon schwerere Wechsel gehabt“, streut der ehemalige NÖM-Manager auch seinem Vorgänger Harald J. Mayer (hier geht’s zum exklusiven Abschiedsinterview) Rosen, der das Unternehmen sehr gut geführt und zukunftsfit gemacht habe.

Mayer leitete 28 Jahre lang die Geschicke des Unternehmens und wurde für seine Branchenverdienste kürzlich vom Handelsverband im Zuge des Tags des Handels mit dem Österreichischen Handelspreis ausgezeichnet.

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Veröffentlicht am

08.10.2021