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Billa Plant-based und Billa Pflanzilla

Billa forciert pflanzlichen Genuss

Um dem anhaltenden Trend zu pflanzenbasierter Ernährung Rechnung zu tragen, erweitert Billa sein Sortiment um innovative Produkte auf Marken- und Eigenmarkenseite. Außerdem wurde mit Verena Wiederkehr als Head of Plant-Based Business Development eine Expertin in diesem Segment an Bord geholt – ein Novum im heimischen LEH.

von Michaela Schellner

Öfter auf Fleisch zu verzichten und damit einen Beitrag für die eigene Gesundheit und den Umweltschutz zu leisten, ist längst nicht mehr nur ein Trend, mit dem viele Menschen ins neue Jahr starten. Zahlreiche Studien belegen diese Entwicklung, so auch eine von der Rewe International-Tochter Billa in Auftrag gegebene Marktforschung beim Institut marketmind. Dieser zufolge geben 40 Prozent der Österreicher an, aktiv weniger Fleisch zu essen oder komplett darauf zu verzichten. Bei den unter 25-Jährigen steigt dieser Wert sogar auf 50 Prozent an. Außerdem kaufen bereits zwei von zehn Befragten mindestens einmal wöchentlich rein pflanzliche Produkte wie Milch, Süßspeisen oder Fleisch und Wurst auf Pflanzenbasis. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, Tierwohl, gesündere Ernährung sowie Umwelt- und Klimaschutz aber die am häufigsten genannten.

Billa Pflanzilla hält umsatzmäßig mit kleinen Billa-Standorten mit

Für Billa ein klares Signal dafür, das eigene Sortiment an die vorherrschenden Kundenbedürfnisse anzupassen. Das Angebot wird stetig erweitert, alleine im Jänner sind speziell im Trockensortiment 160 neue plant-based-Produkte bei „Billa Pflanzilla“ hinzugekommen. Vorangetrieben wird das Engagement aber auch in den Billa und Billa Plus-Filialen, u.a. mit den Eigenmarken Ja! Natürlich (z.B.: Bio-Haferdrink oder neu ab Februar ein Bio-Reisdrink in der Mehrwegflasche), Vegavita (bietet seit 2002 ausschließlich pflanzliche Produkte, darunter neu Wurstknödel auf Pflanzenbasis und zeigt sich ab sofort in neuem Design) und Billa Bio (aktuell 48 rein pflanzliche Artikel).

Der im September 2022 eröffnete Flagshipstore im Gerngross-Gebäude auf der Wiener Mariahilfer Straße ist das Leuchtturmprojekt der strategischen Ausrichtung des Lebensmittelhändlers. Der neuartige Concept-Store mit 200m2, der sich im Bereich der Billa Plus Marktküche befindet, bietet mehr als 2.500 plant-based Artikel aus allen Warengruppen an. Highlights wie Snack-, Bierfass- und Naschbar, sowie Wochenbrot, Nusspresse und eine Unverpackt-Station überraschen die Kunden. Alles ist im Rohstoff pflanzenbasiert – möglich ist das durch die Zusammenarbeit mit kleinen und großen Herstellern, die teilweise auch im konventionellen Bereich tätig sind. Als Bestseller erwiesen hätten sich bisher gekühlte Produkte, Konditoreiwaren und Convenience-Artikel. Ja! Natürlich-Geschäftsführerin Klaudia Atzmüller betont im Rahmen einer Pressekonferenz. „Unsere Bilanz fällt sehr positiv aus.“ Über 50.000 Kunden haben den Standort seit Eröffnung bereits besucht, weshalb man mit der Entwicklung sehr zufrieden sei. Konkrete Umsatzzahlen wollte man auf Rückfrage von retailreport.at nicht bekannt geben, aber die Flagship-Filiale könne durchaus mit kleinen Billa Filialen, die aber mehr Verkaufsfläche hätten, mithalten.

Neu geschaffene Funktion unterstreicht Engagement

Um zu untermauern, dass es Billa um weit mehr als nur das Aufgreifen eines lukrativen Trends geht und man vielmehr ein Umdenken in der Gesellschaft erreichen will, wurde mit Verena Wiederkehr als Head of Plant-Based Business Development Mitte 2022 eine Expertin an Bord geholt. Sie durchleuchtet nicht nur das eigene Sortiment auf Schwächen und Stärken, sondern scannt auch das vorhandene Angebot am Markt genau. Gemeinsam mit dem Billa plant-based Fokus Team hat die überzeugte Veganerin deshalb im Rahmen einer groß angelegten Verkostung als Basis für den Ausbau des Portfolios rund 3.000 Produkte unter die Lupe genommen.

Dass ein Lebensmittelhändler sein Bekenntnis zu pflanzenbasierter Ernährung mit einer eigenen Stelle, angesiedelt im Einkaufs-Ressort von Vorstand Erich Szuchy, untermauert, freut Wiederkehr besonders. „Es ist wichtig, dass das Category Management mit im Boot ist, wir bereiten gemeinsam die plant-based Produkte für die Konsumenten vor“, so die Managerin, die zuvor bei Beyond Meat tätig war. In ganz Europa gebe es erst drei andere Händler, die ähnliche Stellen ins Leben gerufen hätten. Tesco, der Pionier; Carrefour und Delivery Hero. Bei Rewe in Deutschland gibt es so eine Funktion wie jene von Wiederkehr nicht, es handelt sich tatsächlich um eine österreichische „Erfindung“.

Ein enger Austausch besteht neben Klaudia Atzmüller und Nachhaltigkeitsleiterin Tanja Dietrich-Hübner auch mit Markus Kuntke, Head of Trend und Innovation, mit dem sich Wiederkehr ein Büro teilt. Kuntke kümmert sich vornehmlich um Start-ups aus allen Bereichen, bei Wiederkehr ist nicht nur Plant-based an sich angesiedelt, sondern auch der Kontakt zu arrivierten Unternehmen, die bereits bei Billa gelistet sind. „Gemeinsam erarbeiten wir mögliche pflanzliche Alternativen ihrer Produkte“, schildert Wiederkehr.

Steuergleichstellung gefordert

Ein besonderes Anliegen ist Billa – nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund der Teuerungen in allen Lebensbereichen – eine steuerliche Gleichstellung von tierischer Milch und pflanzlichen Pendants. Pflanzliche Milchalternativen aus heimischem Soja oder Hafer würden in Österreich als Getränk gelten und damit anders als herkömmliche Milch, die als Grundnahrungsmittel gilt, mit 20 Prozent doppelt so hoch besteuert. Der Onlinesupermarkt gurkerl.at, der erst kürzlich darüber informiert hat, seine deutschen und österreichischen Führungsteams zusammenzulegen, fordert die Gelichstellung ebenfalls bereits seit Längerem und hat diese Woche angekündigt, die Steuer im Rahmen der Initiative „Steuerrunter“ auf eigene Kosten zu senken und die Preise um die Mehrwertsteuerdifferenz zu reduzieren.

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Veröffentlicht am

19.01.2023