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Nachbericht über die Anuga 2021 in Köln

ANUGA 2021: Und? Wie war’s?

Diese Frage stellt jede und jeder, der nicht dabei war. Denn die Spannung blieb bis zuletzt: wird die Messe gut besucht sein und werden die Entscheidungsträger kommen?

Die Antwort lautet klar: Ja, sie sind gekommen – nahezu alle Entscheidungsträger aus dem Handel waren auf der Anuga 2021 vor Ort – wenn man vom deutschsprachigen Raum spricht. Mit nur wenigen Ausnahmen, wie Deutschlands Nummer 1 im Lebensmittelhandel (coronabedingt auf Anweisung des Unternehmens), besuchten alle Entscheidungsträger aus dem Einkauf die Hersteller, die in Köln auf der Anuga ihre Produkte präsentierten.

Der Schwerpunkt lag naturgemäß auf den europäischen Besuchern, Asien und Australien/Neuseeland ließen fast komplett aus, die USA war in kleinen Dosen vertreten, ebenso wie Afrika und Südamerika. Ein „Fels in der Brandung“ waren die Besucher aus dem Nahen Osten, die auch für viele österreichische Hersteller gute Partner sind. Auf der arabischen Halbinsel „liebt“ man österreichiche Produkte und ist auch gewillt einen guten Preis dafür zu zahlen.

Ein Comeback Schritt für Schritt

Für den Veranstalter, die Koelnmesse, ging es step by step: die Anuga (9. bis 13.10.) war nun die dritte Messe in Folge, die nach den Lockdowns in Präsenz am Kölner Messegelände stattfand. „Bei jedem Mal spürten wir eine Steigerung, das Vertrauen der Besucher und Aussteller wird immer größer“, so Kommunikationsmanagerin der Koelnmesse, Peggy Krause. Dafür, dass das Vertrauen so wuchs, hat man auch viel getan: Saftey-Konzepte, digitale Einbindungen für Aussteller und Besucher, sowie einen entzerrten Auftritt der Ausstellerstände mit breiteren Gängen, Maskenpflicht und zahlreichen Desinfektionsmittel-Spendern. So kam man sich nicht in die Quere, konnte gut Abstand halten und auch regelmäßig desinfizieren.

Wer war da?

An der Anuga 2021 beteiligten sich 4643 Unternehmen aus 98 Ländern auf einer Bruttoausstellungsfläche von 244.400 m². Darunter befanden sich 400 Aussteller aus Deutschland sowie 4243 Aussteller aus dem Ausland. Der Auslandsanteil betrug 92 %. Zur Anuga 2021 kamen mehr als 70.000 Fachbesucher aus 169 Ländern, der Auslandsanteil lag bei 76 %.

Die Zahlen im Vergleich zu 2019 zeigen, dass die Abweichungen in dieser heiklen Zeit der Hygienevorschriften nicht so stark sind, wie angenommen. 2019 waren es 170.000 Besucher aber nur aus 201 Ländern (also 3 Unterschied). Es waren 7500 Aussteller (statt jetzt 4600) aus 106 Ländern.

Für Österreich hieß das: es war nun die sechste Messe für die Lebensmittelindustrie im heurigen Jahr und die Aussteller waren sehr zufrieden. Mag. Franz Ernstbrunner, Messe-Projektmanager der WKO sprach ebenfalls Lob aus: „Das Messekonzept ist gut umgesetzt und die Aussteller und Besucher sind zufrieden“. Die Konzentration auf Europa tat beiden gut, denn man nahm sich Zeit, die Gespräche hatten eine hohe Qualität und die Unternehmen waren durchwegs beschäftigt. Auch die wesentlichen Einkäufer der Handelsbranche waren vor Ort und hatten in diesem Jahr mehr Zeit, um auf die Industriepartner und ihre Produkte einzugehen, als es früher war.
Über 80 Aussteller waren es 2019 und 2021 kamen 53 Austeller auf die Gemeinschaftsstände und 20 hatten einen eigenen Stand – eine gute Bilanz.

Vier Unternehmen und ihre Produkte waren bei den Innovationen nominiert: Kotányi (My Coffee Spice Cacao Kiss), Hakuma (Hakuma Focus Green Tea Matcha CartoCan), Die Käsemacher (Granitbeisser – Der Mediterrane) und lifestyle Trading (2B Happy Hanfdrink).

Trends im Food-Bereich

Die großen Trends der letzten Jahre wurden weitergeführt: Bio kommt bei weitem nicht aus der Mode und vereint sich aufgrund von Corona mit Regionalität. Das spürt man ganz stark im Bereich Käse, Milch und Fleisch. Weiters sind Eigenmarken-Produktionen das große Thema, auf das viele Hersteller setzen und ihre Expertise abgeben.
Convenience und Snacking sind die modernen Verzehrformen, die man immer mehr antrifft. Danach sind auch die Produkte ausgerichtet.

Freefrom-, vegan-, plantbased- und Fleischersatz-Produkte erleben einen Raketenstart. Ob sie sich auch weiterhin halten können, das wird man auf der nächsten Anuga sehen. Diese findet wieder in Köln vom 7. bis 11. Oktober 2023 statt.

Kritik an plantbased Produkten

Was man jedoch mit der Explosion an plantbased Produkten im Bereich Käse und Fleisch kommen parallel auch die Kritiken aufs Tapet: woraus besteht das neue vegan Produkt? Die Österreicher setzen im Mopro-Bereich auf Hafer. Das Getreide ist in Österreich heimisch (endogen). Manch andere - etwa aus dem Fleischbereich - setzen auf Pilze, die selbst vor Ort gezüchtet werden. Heikel wird es bei Basisstoffen, die - wie bei Mannah's - aus Cashew Nüssen bestehen. Hier ist die Frage der Nachhaltigkeit eine wesentliche. Mit einem Wort: vegan ja, aber Geschmack und Nachhaltigkeit müssen gerade bei diesen Produkten zu 100% gegeben sein.

Was bringt die Zukunft?

Auch die Anuga @home wurde sehr positiv aufgenommen. Die digitale Messe kann und soll die physische Anuga in Köln nicht ersetzen – sie ist aber eine perfekte Ergänzung, um über die digitalen Tools und Formate den Zugang zur weltweit größten Branchencommunity zu erhalten. Besonders gelobt wurde von Ausstellern und Besuchern das Networking über Anuga @home und Anuga-App. Nach der Anuga ist die Anuga @home weiterhin on demand verfügbar.

Foto-Blitzlichter

Einen kleinen Ausschnitt der Ausstellungsstände finden Sie hier:

Mestemacher auf der Anuga
Die Heumilch setzt verstärkt auf die Kommunikation und Verbreitung der Nachhaltigkeitsstrategie
Wildspezialist Ager startete mit einem eigenen Webshop für die genussvollen Wild-Produkte
Pfanner ist seit 20 Jahren Partner von Fairtrade
Jedes Korn bei Riso Gallo kommt aus Italien
Die zuckerreduzierte Sirup-Linie von Darbo ist die jüngste Innovation
Der Dreh und Trink-Sieger steht fest: Multifrucht
Handl Tyrol punktet mit einem neuen Produktverfahren
Dr. Mannah's veganen Käse muss man mögen

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Veröffentlicht am

14.10.2021