Kastner Gruppe Geschäftsführung

Vorwärts mit Tempo

Heuer möchte die Kastner Gruppe die 250-Millionen-Grenze knacken, die notwendigen Weichen sind dafür schon gestellt.

Der gesamte Umsatz des Waldviertler Unternehmens lag 2018 bei 225 Mio. Euro, was einer Steigerung von 3,4% entsprach. In diesem Umsatz ist jedoch die Akquise der Geko Großhandelsgmbh am Wiener Großgrünmarkt noch nicht enthalten. Deshalb ist das angepeilte Umsatzziel von 250 Mio. Euro für 2019 überaus realistisch. Denn Geko erwirtschaftete in den letzten Jahren im Durchschnitt 18 Mio. Euro pro Jahr „und wir haben so einiges damit vor“, meint Firmenchef KR Christof Kastner anlässlich der Jahresbilanz-Pressekonferenz. 

Geko, das seit 1995 von Franz Jurkovitz und seiner Familie geleitet und über Jahrzehnte ausgebaut wurde, ist mit einer Betriebsfläche von ca. 8300 m2 der einzige Vollsortimentsgroßhändler mit Cash&Carry und Zustellung am Großgrünmarkt im Süden von Wien. Kastner hat alle 45 Mitarbeiter übernommen, den Markt auf einen Kastner Abholmarkt umgestellt und investiert weiter. „Mit diesem Expansionsschritt kann die Kastner Gruppe ihre Marktstellung in der Gastronomie und im Handelsbereich in Wien gezielt ausbauen und den Kunden ein noch größeres Sortiment und neue Dienstleistungen anbieten“, erklärt Kastner. Kunden von Geko bekommen Zugriff auf das gesamte Sortiment von 60.000 Artikel und alle Serviceleistungen. Die Besonderheiten von Geko werden auch erhalten bleiben, denn der Markt öffnet um vier Uhr in der Früh und bereitet für Kunden aus dem „Jausengeschäft“ (Schulen, Imbisse, Würstelstände) vor. In der eigenen Bäckerei werden täglich tausende Semmerl aufgebacken. 90% des Geschäftes ist Abholung. Kastner will in den Standort rund 3 Mio. Euro investieren. Geko gilt als Lückenschluss zwischen Wien Nord und Eisenstadt

Großhandel verändert sich, Kastner reagiert

„In Wahrheit werden wir am Großhandelsumsatz gemessen“, so Kastner. Der betrug 2018 87,5 Mio. Euro und erzielte somit ein Plus von 5,6%. Dazu zählen der Nah&Frisch Großhandel, Kastner Stop + Shop und Biogast. Auch der Abholmarkt und Gastrodienst hat sich weiterentwickelt und legte um 3,34% zu und macht nun 126,33 Mio. Euro Umsatz. Wobei der Gastrodienst nicht nur doppelt so umsatzstark ist, wie die Abholung, sondern auch stärker wächst. „Ein Trend der Zeit“, so Kastner. „Aber wir schaffen es durch Investitionen das Abholgeschäft hochzuhalten. In Eisenstadt wurden in den neuen Markt 5,2 Mio. Euro investiert und in Amstetten fließen 2,5 Mio. Euro in die Umbauten. Es sei aber bemerkt, dass die Kastner Eigenkapitalquote nach wie vor bei mehr als 50% liegt.

Dass der Großhändler gut wirtschaften kann, zeigt auch die lange Tradition des Unternehmens, das 2018 seinen 190. Geburtstag groß feierte. In diesen nahezu zwei Jahrhunderten führten 26 Expansionsschritte zum Erfolg.

Biogast und myproduct.at

Zwei dieser Expansionen sind stark hervorzuheben: Biogast und myproduct.at. Biogast hat sich zu einem Fixstarter in der Bio-Szene entwickelt: eine eigene Messe, 1800 Kunden, 14.000 Artikel im Sortiment und 430 Lieferanten. Diese Zahlen sprechen für sich. Zuständig für Biogast ist Horts Moser, der das Unternehmen auch 1999 gegründet hat. Zur Stärkung des österreichischen Bio-Fachgroßhandels beschlossen die ehemaligen Mitbewerber Biogast und Sambucco eine Zusammenarbeit, indem Biofeld/Sambucco nunmehr Biogast als Großhändler nutzt und sich strategisch aus dem eigenen Bio-Großhandel zurückgezogen hat. „Damit kann österreichischen Produzenten eine noch breitere Distribution im Bereich österreichischer Bio-Produkte angeboten werden“, so Geschäftsführer Horst Moser.

Als Start-Up begonnen und zu einem führenden Online-Marktplatz entwickelt hat sich myproduct.at. 60% des Unternehmens gehören der Kastner Gruppe und jeweils 20% den beiden Gründern Rainer Neuwirth und Michael Schruef. Das Unternehmen ist die führende Einkaufsplattform für nachhaltige und österreichische Produkte und: der größte Online-Weinhändler für österreichische Weine im ganzen Land. Die Bestellung ist bis zur Einzelflasche möglich. Bei der Belieferung bedient sich myproduct.at DPD. 2/3 der Auslieferungen sind an den Standort Wien Nord gebunden und 1/3 geht über die Winzer selbst. Myproduct.at ist im online-Bereich so gut aufgestellt, dass es zum einen eine neue Kooperation mit Austrian Airlines geben wird und zum anderen die österreichischen Produkte auf jeden Fall gefunden werden im Netz: 8000 Produkte von rund 500 Lieferanten.

Nah&Frisch Weiterentwicklung

Was schlimm klingt, ist in Wahrheit gut: Im EH-Bereich hat Kastner 11% verloren, denn die es wurden Filialen privatisiert. 2018 gab es: 12 neue Standorte, 10 neue Geschäftsübernahmen (zum Teil auch von Quereinsteigern), 17 Ladenbauprojekte und 13 Regaloptimierungen. Mit sechs Nah&Frisch-Kaufleuten hat man einen Bio Shop-in-Shop eröffnet. Für die Kaufleute gibt es Werbeunterstützung mit Sammelpromotions und ab dem nächsten Monat auch die Implementierung einer neuen Kassen-Software.

Große Veränderungen im Personal

2018 war das Jahr der Umbrüche im Personal. Das kam aufgrund des gleichzeitigen Firmeneintritts einiger Manager aus dem Unternehmen, die nun auch nahezu gleichzeitig in Pension gehen. Im Grunde hat Kastner eine sehr lange Formenzugehörigkeit, aber im letzten Jahr hat sich einiges getan:

Mit Mag. Karina Brocks (Leitung Recht), Christina Draxler MA (Leitung Personalmanagement) und Ingrid Graf (Leitung Marketing/PR) wurde das Team der Bereichsleiterebene um drei erfolgreiche Frauen erweitert. Insgesamt beschäftigt die Kastner Gruppe an acht Standorten 850 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon sind Frauen.

Nach 15 Jahren bei Kastner ergriff Gerald Traxler die Chance der internen Weiterentwicklung und übernahm ab Anfang Juli 2018 die Verantwortung des Kastner Zentraleinkaufes. Er folgte damit dem langjährigen Mitarbeiter Prok. Ernest Löschenbrand, der nach 48 Jahren bei Kastner in den Ruhestand ging. 

Christian Jaritz leitet seit Anfang 2018 den KastnerStandort im 21. Wiener Gemeindebezirk. Christian Jaritz sammelte seine Erfahrungen im B2B und B2C-Bereich beim Lebensmittelspezialisten BOS FOOD GmbH in Deutschland. 

Elmar Ruth MSc leitet seit September 2018 den Bereich Nah&Frisch. Ruth folgte Leopold Siedl, der sich nach über 37 erfolgreichen Jahren in der Kastner Gruppe als Bereichsleiter Vertrieb Nah&Frisch in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete. 

Veröffentlicht am

20.01.2019