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Hannes Wuchterl_quer

Plastikpfand: Desaster für Nah&Frisch

Bei Nah&Frisch-Geschäftsführer Hannes Wuchterl ist das Unverständnis über den neuen Vorstoß zum Pfand auf Einwegplastik groß.

Die Nah&Frisch Gruppe zeigt sich verwundert über die von Getränkeherstellern und den drei Handelsketten Rewe Group, Hofer und Lidl Österreich geforderte Gesamtlösung in der bisher stark diskutierten Causa Einwegpfand. 

Diese sieht vor, dass die genannten Händler Einweggebinde freiwillig in den Filialen mit mehr als 400m² Verkaufsfläche zurücknehmen. Retailreport.at hat berichtet. In Standorten mit geringerer Verkaufsfläche sei das Implementieren eigener Rückgabeautomaten räumlich nicht so einfach umsetzbar sowie nicht finanzierbar, wie auch Nah&Frisch-Geschäftsführer Hannes Wuchterl mehrfach betonte.

Wettbewerbsnachteil für kleinere Standorte

Dass kleinere Standorte nun aber ausgenommen werden sollen, bezeichnet er als undurchdachten Schnellschuss, der mit einem Wettbewerbsnachteil für die selbstständigen Kaufleute einhergeht. „Die Ausnahme kleiner Händler bei der Rücknahmepflicht von Leergut ist KEINE gelungene Lösung. Im Gegenteil, Kunden werden dort einkaufen, wo sie ihre Plastikflaschen zurückgeben können. Damit wandern weitere Einkäufe von den kleinen Nahversorgern zu den großen Ketten. Das Veröden der Dorfkerne wird in Kauf genommen“, befürchtet Wuchterl.

Und weiter betont er: “Es braucht kein Plastikpfand in Österreich – es gibt bereits gut funktionierende Systeme, die landesweit ausgeweitet werden könnten.”

Gefährdung eines vielfältigen Nahversorgungssystems

Dass die Nah&Frisch Gruppe und ihre Kaufleute alle sinnvollen Maßnahmen unterstützen, um die Ziele der Single-Use-Plastic-Richtlinie der EU zu erreichen, sei eine Selbstverständlichkeit. Um hier aber einen Beitrag leisten zu können appelliert Wuchterl an alle Beteiligten im Prozess, auch kleinere Händler in die Gespräche miteinzubeziehen, nicht über diese “drüberzufahren” und damit ein vielfältiges Nahversorgungssystem in Österreich zu gefährden. (ms)

Kastner Gruppe sieht ebenfalls Problem

„Bis 2030 müssen wir aber ca. 90.000 Tonnen Plastikverpackungen aller Art dem Recycling zuführen. Wenn Bundesministerin Leonore Gewessler ein Einwegplastikpfand fordert, wird sie die Plastikflasche für Jahrzehnte im System einzementieren. Statt nur eine grüne ‚Pfand-Religion‘ zu vertreten, sollte sie den Ausstieg aus Plastik organisieren“, fordert Christof Kastner, Geschäftsführer der Kastner Gruppe.

Der stufenweise Plastik-Ausstieg und die konsequente Nutzung des bestehenden Sammelsystems mit dem gelben Sack sind die einzigen vernünftigen, kostengünstigen und nachhaltigen Lösungen. „Der beste Weg ist, den gelben Sack schnell auszubauen und damit das gesamte Plastik in die Wiederverwertung zu bringen und kein Parallelsystem aufzubauen, das für die Konsumenten verwirrend, teuer und unbequem ist“, so Kastner. Denn es gibt zu viele Parallelsysteme bei Verpackungen (Glas, Plastik, Metall, Alu,...), die wiederbefüllt oder nur wiederverwertet werden. Außerdem ist der Aufbau des Einwegpfandsystems teuer (neue Rücknahmeautomaten, Personalkosten, zusätzliche Sammel- und Transportkosten) und die Kosten tragen die Endverbraucher:innen. Der gelbe Sack zu Hause ist das bequemste und beste Sammelsystem. Das zeigt die breite Akzeptanz durch hohe Sammelquoten.

Die Kastner Gruppe ist Partner von tausenden Kunden im Lebensmitteleinzelhandel (Nah&Frisch, Bio-Fachhandel) und der Gastronomie. Speziell in den kleineren Strukturen würden die hohen Kosten für die Rücknahmesysteme und das Personal zu einer weiteren Belastung und somit zu Wettbewerbsnachteilen führen, sagt Kastner, so wie Hannes Wuchterl.

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Veröffentlicht am

04.10.2021