Anuga 2019

Anuga ist Big Business

1919 fand die erste Lebensmittelmesse in dieser Art statt, demnach kann Koelnmesse auf 100 Jahre Erfahrung zurückblicken.

Vor 100 Jahren öffnete die heutige Weltleitmesse der Nahrungs- und Getränkeindustrie, die Anuga, ihre Tore zum ersten Mal -damals in Stuttgart. Sie ist ausstellerbezogen heute die grösste und international die bekannteste Messe im Portfolio der Koelnmesse. Sie zählte zuletzt mehr als 7400 Aussteller und 165.000 Fachbesucher und ist somit der führende Branchentreff. 
Auf der ganzen Welt haben sich erfolgreiche Adaptionen der Anuga entwickelt, wie etwa die kürzlich stattgefundene Thaifex in Bangkok. Zum globalen Netzwerk der Anuga zählen heute 20 Messen weltweit. 

Neues Konzept passt sich der Aktualität an

Für Einkäufer auf der ganzen Welt bietet das neue Konzept „10 Fachmessen unter einem Dach“ eine klare Struktur und Orientierung, denn jede Fachmesse für sich ist einzigartig: Anuga Fine Foodfür Feinkost-Hersteller inklusive Halal-Market, Anuga Drinks,Anuga Meatauch mit vegetarischen und veganen Produkten oder Insekten, Trendsetter Anuga Frozen Foodbedient stark den Außer-Haus-Markt, Anuga Chilled & Fresh Foodsetzt sich unter anderem mit Ernährung to Go auseinander und bei Anuga Bread & Bakery und Anuga Dairy kann man zahlreiche „Free From“-Produkte finden. Speziell ist auch „Anuga Organic“. Die Forschung von Innova Market Insights zeigt ein jährliches Gesamtwachstum von 11 P% bei der Einführung von Lebensmitteln mit Biosiegeln weltweit (2014-2018). Der Prozentsatz neuer Produkte, die dem Bio-Segment zuzuordnen sind, wuchs von 8,8 % der Neueinführungen 2014 auf 10,5 % 2018. In Europa ist der Anstieg mit 15,5 % durchschnittlichem Jahreswachstum bei Biosiegeln auf neu eingeführten europäischen Lebensmitteln sogar noch deutlicher (jährliches Gesamtwachstum 2014-2018). 2018 waren 58 % aller Neueinführungen mit Biosiegel in Europa zu verzeichnen, 22 % entfielen auf Nordamerika. Die am schnellsten wachsende Kategorie ist „Snacks“ mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 18,6 % (jährliches Gesamtwachstum 2014-2018). Anuga Organic ist von Aussteller-Seite her nahezu ausgebucht.

Marktforscher für die gesamte Branche

Die Anuga ist nicht bloss eine Darbietung aller Neuheiten, sie ist ein „Marktforscher für die gesamte Branche“. Denn: Ihre Leistung reicht viel weiter als die Betreuung der Aussteller und die Leistungsschau. Welche Themen interessieren den Besucher und den Aussteller? Welche Trends erwarten uns? Wo geht die Reise in der Ernährung hin und wie kann man als Hersteller und Händler in den Angeboten vorne mit dabei sein. Das beweisen nicht nur die thematisch gebündelten Ausstellungsflächen (siehe oben), sondern auch die zahlreichen Angebote an Vorträgen, Diskussionen und Informationsveranstaltungen. Bleiben wir kurz bei den Neuheiten: Der neue Boulevard of Inspiration ist die erste Anlaufstelle für Besucher, die sich für innovative Produktneuheiten der Aussteller, neuste Markt- sowie Konsumtrends für das kommende Jahr und zukünftige Entwicklungsszenarien und Zukunftsthemen der Food- und Beverage-Branche interessieren. In der bereits bekannten Sonderschau „Anuga taste Innovation Show“ werden die wichtigsten Produktneuheiten ausgestellt. Aus allen Produktneuheiten der Aussteller wählt eine Fachjury aus Journalisten und Marktforschern die Top-Innovationen der Branche. Die Ergebnisse werden während der Messe auf dem Boulevard Nord vor Halle 7 im Rahmen der dazugehörigen Sonderschau präsentiert. Zudem erhalten die Besucher hier einen schnellen Überblick über die Top-10-Messeinnovationen. 

Wie geht’s weiter mit der Ernährung?

Die neuen Produkte sind eines – im übrigen werden alleine in Deutschland rund 40.000 Neuheiten pro Jahr vorgestellt - aber wie es mit der Ernährung in den nächsten Jahren weitergeht, darüber spricht die ganze Welt. Und das ist auch ein Thema, das die Verantwortlichen der Anuga sehr beschäftigt. Anne Schumacher, Geschäftsbereichsleiterin Ernährung & Ernährungstechnologie Koelnmesse GmbH, Franz-Martin Rausch

Hauptgeschäftsführer, Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH) und Kooperationspartner der Koelnmesse sowie Stefanie Sabet, Geschäftsführerin und Leiterin Büro Brüssel der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) diskutierten dazu im Rahmen der Europäischen Pressekonferenz zur Anuga in Amsterdam. 

Es geht in Zukunft darum, wie man die stetig steigende Anzahl der Bevölkerung ordentlich ernähren kann. Denn die Parameter verhalten sich diametral: auf der einen Seite steigt die Weltbevölkerung laufend an und auf der anderen Seite steht die Landwirtschaft vor den größten Herausforderungen der Zukunft: Naturkatastrophen, Klimawandel, Landflucht und volatile Märkte machen den Bauern zu schaffen. Die Podiumsteilnehmer sind sich einig, dass es nicht reicht, wenn man Einzelmaßnahmen setzt. Von allen Seiten: Wirtschaft, Politik und Konsument müssen an einem Strang ziehen und innovative Lösungen finden, um die Bevölkerung auch in der Zukunft zu ernähren. Es wird dabei nicht nur um Getreide und Fleisch gehen, sondern auch um das Thema Wasser, das heute schon in vielen Ländern der Erde nicht mehr ausreicht die Einwohner zu versorgen. Studien rechnen mit bis zu 10 Mrd. Menschen auf der Erde in den nächsten Jahren.

Anuga Horizon 2050

In vermeintlich weite Ferne blickt eine Plattform, Anuga Horizon 2050. Sie findet zum ersten Mal statt. Fachbesucher können sich an allen Messetagen über Visionen und neue Lösungsansätze der nächsten 50 Jahre informieren und sich dazu mit Pionieren, Experten der Branche und Start-ups aktiv austauschen. Ziel ist es zudem, über neue Technologien, Lösungen, Trends und Innovationen zu informieren und diese durch Best-Practices-Beispiele zu untermauern. Dabei geht es um Fragestellungen wie neue Technologien die Food-Industrie verändern, wie disruptive Innovationen umgesetzt werden und was ist notwendig, um nachhaltig Transparenz und Sicherheit in der Food Chain zu garantieren. Diese und weitere Fragen werden innerhalb der folgenden fünf thematischen Blöcke durch Panel-Diskussionen, Startup-Pitches, Keynotes und Best-Practices beantwortet werden. Im Fokus stehen:

- Sustainable Environment – Better Food for a better World 

- Startup-Day – New Solutions, New Products

- Alternative Proteins – New Sources to feed 10 Billion

- New Nutrition – The Evolution of Food

- Internet of Food

Auf zukunftsgerichtete Themen geht auch der Innovationsgipfel Newtrition X am 6. Oktober 2019 in Köln ein. Namhafte Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft geben hier einen umfassenden Einblick in die Thematik der Personalisierten Ernährung. Das Format dient dem Austausch zwischen Wissenschaft, Technikinnovationen und Branchenexperten, um die Ernährungsproblematiken der Zukunft gemeinsam zu lösen. 

Logistik und Distribution stehen im Mittelpunkt der 5. Innovation Food Conference – iFood 2019, die vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) organisiert wird. Sie findet am 7. Oktober im Rahmen der Anuga im Congress Center Nord der Koelnmesse statt. Dabei werden Herausforderungen der globalen Wertschöpfungsketten, Digitales rund um Produktion, Konzepte für Nachhaltigkeit sowie Innovationsprogramme diskutiert.

Global Visions & Future Trends diskutieren die Teilnehmer des E-Grocery Congress am 8. Oktober im Congress-Centrum Nord auf der Anuga. Im Detail wird es beispielsweise um Shopkonzepte der Zukunft, neue Vertriebskanäle sowie innovative Logistiklösungen gehen. 

Trend-Überblick

Womit wir auch wieder beim Thema Trend wären. Für Industrie und Handel sind die Erkenntnisse über kommende Szenarien überlebenswichtig. Christopher Sanderson

Mitbegründer und CEO von The Future Laboratory, fasste einige wichtige Trends für den Handel der Zukunft zusammen: Forderung nach besserer Kennzeichnungen der Lebensmittel, ein Revival der Kohlehydrate, Healthy Convenience, guter Geschmack und Qualität, Außer-Haus-Markt, Trend hin zu Dinner statt Lunch, Nachhaltigkeit und natürlich Technologie und Digitalisierung in Form von Internet of Things.

Lorenz Rau, Director der Anuga, Koelnmesse GmbH: „Es werden auf uns in Zukunft viele Herausforderungen in der Lebensmittelbranche zukommen, als Anuga haben wir auch die Verpflichtung für unsere Kunden da zu sein und sie in ihrer Arbeit zu unterstützen.“

Die Erfolge sieht man wie etwa an der regen Teilnahme an der Thaifex, die kürzlich zu Ende ging. 2745 Aussteller und 67.000 Besucher können sich sehen lassen.

Veröffentlicht am

04.06.2019