Jürgen Bauer, Obmann der Fachgruppe Werbung & Kommunikation in der WKO

„Werbeverbote sind der falsche Weg!“

WKW Fachgruppenobmann Jürgen Bauer tritt für Selbstregulierung der Werbewirtschaft ein.

„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist enorm wichtig und hat einen hohen Stellenwert in der Branche. Die in jüngster Zukunft vermehrt aufgekommenen Rufe nach Werbeverboten sind jedoch definitiv der falsche Weg“, meint Jürgen Bauer, der Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien, zur aktuellen Situation. „Selbstregulierung, wie es durch den Werberat geschieht, ist hier weitaus effektiver als Werbeverbote“, unterstreicht Bauer weiter und erklärt dies mit einer viel höheren Akzeptanz.

Neuer Ethik-Kodex

Entsprechend den rechtlichen Vorgaben der EU wurde ja der Ethik-Kodex des Werberates für audiovisuelle kommerzielle Kommunikation für bestimmte Lebensmittel rund um Kindersendungen an die neuen rechtlichen Vorgaben der EU angepasst. Künftig werden die Werberäte auf Basis des überarbeiteten Ethik-Kodex entscheiden.

Werberat als bewährtes System

„Der Werberat hat sich in Österreich als System der Selbstregulierung bewährt. Wegen der guten Selbstkontrolle in der österreichischen Werbewirtschaft braucht es keine weiteren Maßnahmen. Die Marktteilnehmer sind sich ihrer Verantwortung bewusst und die Akzeptanz des Kodex erreicht weitaus mehr als es ein Verbot könnte“, ist sich Bauer sicher. Der erweiterte Ethik-Kodex wurde mit Trägervereinsmitgliedern und unter Hinzuziehung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit erarbeitet. 

Negative wirtschaftliche Folgen abgewendet

„Die Verantwortung rein auf die Werbewirtschaft abzuwälzen wirkt wie ein schneller Ausweg. Langfristig gesehen zerstört man so aber einen wichtigen Wirtschaftszweig: Werden Hersteller in der Werbung überschießend reglementiert, verlieren Medien wichtige Budgets und die Werbewirtschaft viele Aufträge“, reagiert Bauer weiter auf die Rufe nach engeren rechtlichen Bestimmungen. „Durch die Erweiterung des Ethik-Kodex wird auf den Schutz der Kinder und Jugendlichen Rücksicht genommen, ohne jedoch weitreichende negative Folgen für die Wirtschaft zu verursachen.“

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Veröffentlicht am

24.02.2021