Vor Ort Report: Riso Gallo

Wir waren bei Riso Gallo in Italien und haben uns vor Ort die traditionelle Reisverarbeitung angesehen.

Meist bringen wir mit Reis automatisch Asien als Herkunftsregion in Verbindung. Aber auch in Italien – genauer gesagt in der nördlichen Po-Ebene zwischen den Städten Novara, Vercelli und Pavia – wird schon seit dem 15. Jahrhundert Reis angebaut. Und zwar in durchaus beachtlichen Mengen. Die fruchtbaren Böden und das milde Klima in Norditalien bieten ideale Voraussetzungen für den Anbau: Viele Sonnenstunden, laue Nächte und das frische, klare Schmelzwasser von den umliegenden Alpen, mit dem die Felder bewässert werden, lassen hier Reis in bester Qualität gedeihen.

Bei unserer Reise fuhren wir vom Mailänder Flughafen knapp eine Autostunde nach Robbio (nahe Novara). Und der Blick aus dem Fenster war – bei schönstem Herbstwetter – unglaublich idyllisch: Reisfelder, wohin das Auge reicht!
Inmitten der Felder – in Robbio Lomellina – verarbeitet Riso Gallo jährlich 120.000 Tonnen Rohreis und ist damit nicht nur „numero uno“ in Italien, sondern auch einer der größten Reisexporteure Europas. Weltweit werden pro Jahr 50 Mio. Packungen Riso Gallo-Reis verkauft. Der Fokus liegt dabei auf Risotto-Reis, aber auch Langkorn-, Duft-Reis und Spezial-Reissorten (wie der Riso Rosso oder der schwarze Venere) werden hier verarbeitet.

Traditionelle Verarbeitung

Trotz der großen Produktionsmengen setzt das Familienunternehmen (in 6. Generation) noch heute auf alte Traditionen: Was die Reisverarbeitung bei Riso Gallo ausmacht, ist die heute einzigartige Verbindung von traditioneller Handwerkskunst und fortschrittlicher Technologie. Denn der Reis wird – wie zur Zeit der Firmengründung vor 160 Jahren – immer noch mit dem altbewährten Verfahren mittels Schleifmaschinen aus Stein geschält. Bei diesem Prozess wird das Reiskorn – die sog. „Spelze“ – sehr sanft abgeschliffen, wodurch dessen Nährwert-Eigenschaften unbeeinträchtigt bleiben. Diese Besonderheit zeichnet – zusammen mit den hohen Qualitätsstandards – alle Reis-Produkte von Riso Gallo aus.

Strenge Qualitätskontrollen

Pünktlich um 9.15 morgens findet bei Riso Gallo jeden Tag die sog. „Prova Risi“ – die Reisprüfung – statt. Dabei werden verschiedene Packungen aus der Produktion des Vortages geöffnet, der Reis auf weißem Papier aufgebreitet und von mehreren Mitarbeitern aus der Geschäftsführung und der Qualitätssicherung persönlich kontrolliert. Erst wenn die Tagescharge von den Experten als einwandfrei bestätigt ist, wird mit der nationalen und internationalen Auslieferung der Packungen begonnen.
Ausschlaggebend für die Qualität des Endproduktes ist aber natürlich die Qualität der Rohware. Deshalb wird diese sehr streng selektiert und sowohl beim Ankauf als auch bei der späteren Anlieferung genauestens geprüft. Eingekauft wird der Rohreis an der regionalen Reisbörse, die an jedem Tag der Woche in einem anderen Ort in der Umgebung stattfindet. Dabei sind Broker damit beauftragt, zu einem möglichst guten Preis die besten Qualitäten zu erhaschen.
Wir haben gemeinsam mit Riso Gallo die Reisbörse in Mortara besucht und waren beeindruckt von dem Getümmel, das sich dort abspielt. Aber auch von der schönen Halle und dem davor befindlichen Markt, an dem wir nicht vorbei gekommen sind, ohne frisches Obst zu kaufen.

 

Jeden Tag um 9.15 werden bei der „Prova Risi“ diverse Packungen aus der Produktion des Vortages geprüft.

Risotto, Italiens Nationalgericht 

Als Italiens führende Marke für Risotto-Reis hat es sich Riso Gallo auf die Fahnen geheftet, das Risotto – als vielseitiges Nationalgericht – über die Grenzen Italiens hinaus zu verbreiten und Genussmenschen europaweit dafür zu begeistern.
Entscheidend bei der Zubereitung ist aber immer die richtige Basis – sprich der richtige Reis: Denn nur wenn dieser die perfekte Bissfestigkeit und Sämigkeit hat, ist ein Risotto gelungen. Als idealen Risotto-Reis empfiehlt Riso Gallo die beiden traditionellen Rundkornreis-Sorten Arborio und Carnaroli, die aufgrund ihres Stärkegehalts und aromatischen Geschmacks super geeignet sind. Ein Highlight ist außerdem der Riso Gallo Gran Riserva, ein besonderer Carnaroli-Reis der als Jahrgangs-Reis nur in limitierter Menge angeboten wird. Er wird nur aus der Mitte spezieller Felder geerntet und ein Jahr gereift.
Für „Einsteiger“, die mit dem Risotto-Kochen (noch) nicht allzu vertraut sind, ist hingegen Riso Gallo Risotto Pronto ein guter Tipp: Die mittels patentierter Technologie hergestellte Convenience-Linie, ermöglicht auch Ungeübten die Zubereitung von cremigem Risotto – einfach und gelingsicher in nur zwölf Minuten.

Die Sache mit dem Hahn

Die Marke Gallo (ital. Hahn) und das markante Logo wurden in den 1940er Jahren geboren. Wie es zu dem Riso Gallo Hahn kam? Damals wurde Reis lose in Säcken verkauft und aufgrund des weit verbreiteten Analphabetismus wurden in Argentinien die Säcke verschiedener Reissorten von den Arbeitern mit Tierbildern gekennzeichnet. Um die Reissorten zu unterscheiden, wurden die Reissäcke mit Giraffe, Tiger, Adler, Elefant und Hahn gekennzeichnet. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Hahn, der für die beste Reissorte stand, zum Symbol für Riso Gallo.

Die Rundkornreis-Sorten Arborio und Carnaroli sind aufgrund ihres Stärkegehalts und des aromatischen Geschmacks super geeignet für Risotto. ©Foodlovin

Seit den 1940er Jahren ist der Hahn das Markenzeichen von Riso Gallo.

Veröffentlicht am

08.01.2019