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Mag. Birgit Aichinger, Vöslauer

Scheinwerfer stark auf Verpackung gerichtet

Als Marktführer im Mineralwasser-Segment im LH muss man nicht nur Vorbild sein, sondern auch Innovationsführer. Birgit Aichinger im Interview.

Mag. Birgit Aichinger ist Geschäftsführerin Vöslauer Mineralwasser GmbH und das zu einer Zeit, wo das "Außen rum" mehr diskutiert wird, als das "innen drin". Wie man damit umgeht, sagt sie retailreport.at in einem Interview.

retailreport.at: Mit der Initiative rePet 100% war Vöslauer mit Abstand das erste Mineralwasserunternehmen in Österreich, das sich diesem brisanten Thema gewidmet hat. Nun hat ein Mitbewerber das gesamte Sortiment auf „recyclete Flaschen“ umgestellt. Wie ist das möglich?

Mag. Birgit Aichinger: Wir waren im Herbst 2018 das erste Unternehmen Österreichs mit der ersten 100 % rePET-Flasche. Damit ist uns im Bereich Recycling und Umweltschutz eine Innovation gelungen, die mittlerweile zum Vorbild für andere Unternehmen geworden ist, die es uns gleichtun wollen und das freut uns. Denn damit schaffen wir auf breiter Ebene einen beispielhaften Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Um das gesamte Sortiment auf 100 % rePET umzustellen, braucht es ausreichende Verfügbarkeit von Rezyklat und das ist bei unseren Mengen, wir sind Markführer in Österreich, nicht so einfach. Unser Ziel ist auch, so wenig Material wie möglich in der Flaschenproduktion zu verwenden und stecken daher viel an Entwicklungsarbeit in die Reduktion des Materialeinsatzes. 

Wie sehen Sie die Zukunft der Verpackung – speziell im Kunststoffbereich? Welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll und wohin geht die Reise? Ist es das Zurückführen in den Kreislauf? Ist es ein Pfandsystem?

Derzeit sind die Scheinwerfer sehr stark auf das Thema Verpackung gerichtet und der Konsument fordert zurecht umweltfreundliche Lösungen. Wir setzen uns schon lange mit innovativen und ressourcenschonenden Verpackungstechnologien auseinander, daher waren wir auch Vorreiter, sowohl bei PET als auch bei Glas. Egal, ob es sich dabei um unsere 

100 % rePET-Flaschen, unser PET Zweiweg-Pfand-Systemoder um unser Angebot im Glas-Bereich handelt. Unser Ziel ist es alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln – und dahin geht es aus unserer Sicht auch künftig. Ziel der Verpackungstechnologien muss es sein, das bereits verarbeitete Material so oft wie möglich wieder zu verwenden und möglichst wenig neue Rohstoffe in den Kreislauf zu bringen. Unser Anspruch ist, immer besser zu werden, also die Produkte, die Verpackungen von der Etikette bis zur Trayfolie weiterzuentwickeln – unser Prinzip lautet: Jedes Produkt soll nachhaltiger sein als der Vorgänger. 

Was hat eigentlich das Verpackungsthema dermaßen angeheizt? Warum ist Plastik der „Buh-Mann“?

Die Bilder von verschmutzten Stränden und den Plastikinseln in den Ozeanen haben sich rasant verbreitet und machen natürlich betroffen. Das Problem ist, dass pauschal jede Art von Kunststoff als „böse oder schlecht“ bezeichnet wird, und obwohl PET-Flaschen lediglich 15 % des Kunststoffmülls ausmachen, geraten sie im Zuge der Einwegplastik-Diskussion dennoch häufig zu Unrecht ins Visier der Kritiker. PET-Flaschen müssen gesammelt werden, sie sind zu wertvoll, um sie in den Restmüll zu werfen. Daher setzen wir uns für entsprechende bewusstseinsbildende Maßnahmen ein, die auf die korrekte Entsorgung aufmerksam machen. Zum Beispiel durch unsere aktuelle #jungbleiben-Kampagne, für die unser britisches Testimonial Alexa Chung im Einsatz ist. 

Welche Ziele haben Sie generell bei Verpackung, welche sonst im weiteren CSR-Bereich?

Das Ziel all unserer Verpackungstechnologien ist, das bereits verarbeitete Material so oft wie möglich wieder zu verwenden und möglichst wenig neue Rohstoffe in den Kreislauf zu bringen. Darüber hinaus arbeiten wir stetig an der Reduktion des eingesetzten Materials und der Recyclingfähigkeit unserer Produkte. Abseits vom Verpackungsthema steht Vöslauer als innovatives niederösterreichisches Unternehmen für reines, wertvolles Mineralwasser und eine saubere Umwelt. Deshalb umfasst das Nachhaltigkeitsthema sämtliche Unternehmensbereiche und nicht nur die Verpackung. Ein zentrales Nachhaltigkeitsziel lautet daher, bis 2025 100 % CO2-neutral zu sein. Zur regionalen Verantwortung gehört es auch, die Ursprungsquelle in Bad Vöslau zu schützen, um sie auch künftigen Generationen weitergeben zu können. Details: https://www.voeslauer.com/web/at/nachhaltigkeit/recycling-und-nachhaltigkeit

Um von der Nachhaltigkeit etwas weg zu kommen: der Konsument möchte doch auch schon gerne wissen, was er kauft? Deshalb meine Frage: Können Sie kurz die neuen Produkte zusammenfassen? 

Sie haben recht, der Fokus sollte auch wieder auf Produkte gerichtet sein. Vöslauer Mineralwasser wird gekauft, weil es extrem gut schmeckt und das natürlichste, wertvollste Getränk im Segment der alkoholfreien Getränke ist. Egal, ob natürlich oder mit Geschmack und selbst da legen wir Wert auf Gesundheitsbewusstsein, denn unsere Near Water-Produkte sind entweder ohne Kalorien oder kalorienarm. Der eingesetzte Zucker wurde um bis zu 50 % reduziert und im gesamten Sortiment kommen ausschließlich natürliche Aromen und Fairtrade Saccharose zum Einsatz, wie etwa bei unserer neuen Balance Sorte Minze-Kokos-Mango, die seit April erhältlich ist. Die Flavours Sorten kommen ganz ohne Kalorien aus und sind zu 100 % vegan, hier haben wir nach Zitrone, Lemongrass und Cranberry, im März das Sortiment um die neue Sorte Orange erweitert.

Wohin geht der Trend nach Regionalität und Bio?

Die Bedürfnisse und der Lebensstil unserer Kunden stehen bei uns – neben innovativen und ressourcenschonenden Verpackungstechnologien – im Vordergrund. Das bedeutet, unsere Konsumenten legen Wert auf Mineralwasser-Produkte, die hochwertig im Geschmack, nachhaltig und komfortabel im Umgang sind, vor allem aber in ihren Alltag passen – und das ist auch unser Anspruch, dem wir weiterhin treu bleiben wollen.

Ich nehme an, dass der LH und zum Teil auch der DFH die stärksten Absatzkanäle sind, aber gerade bei Mineralwasser hört man immer wieder: das lasse ich mir liefern. Merken Sie das auch im Unternehmen, dass der Trend in Richtung online-Handel geht? Bei Ihren Marken und Produkten?

Grundsätzlich ist der Trend, Lebensmittel online zu bestellen und sie sich bequem nach Hause liefern zu lassen, in Österreich noch nicht so etabliert, wie wir es von anderen Produkten kennen. Vöslauer Produkte können aber auch online über den Handel bestellt werden, den wir dabei unterstützen (Verlinkung unserer Website zum gewünschten Handelspartner des Konsumenten). Denn auch hier gilt, je einfacher, desto komfortabler für den Endkunden. Daher werden wir uns auch weiterhin daran orientieren, was sich unsere Kunden wünschen – egal ob online oder ganz bewusst direkt in der Filiale. 

Wie hat sich Vöslauer insgesamt 2018 entwickelt? Hätten Sie ein paar Kennzahlen für mich, Danke!

Die Vöslauer Mineralwasser GmbH ist mit mehr als 40 % Marktanteil die klare Nummer 1 am österreichischen Mineralwassermarkt, beschäftigt aktuell 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2018 einen Umsatz von 102,96 MillionenEuro (2017: 99,4 Millionen). Die Exportquote lag 2018 bei 17,7 % (Wert) – im Vergleich 2017: 14,3 %.

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Veröffentlicht am

30.05.2019