Georg Matyk

Studie über Getränkeverpackungen

Getränkekarton Austria präsentierte neue Ergebnisse zum ökologischen Profil von Getränkeverpackungen.

In Österreich werden täglich rund 10 Millionen Liter flüssige Lebensmittel gekauft, egal ob Milch, Saft, Wasser oder Trinkjoghurt. Da lohnt es sich doch zu hinterfragen, welche Verpackung für die Zukunft die beste ist. „Nicht nur Recyclingraten sind ausschlaggebend dafür, ob eine Verpackung ökologisch sinnvoll ist“, sagt Georg Matyk von Getränkekarton Austria, einer Vereinigung, der die drei großen Getränkekartonhersteller Tetra Pak, Elopak und SIG Combibloc angehören. Es bedarf einer Ökobilanz, die sagt, welche Verpackung am sinnvollsten ist.

Christoph Scharff, Vorstand der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), verweist auf die Herausforderungen durch das EU Kreislaufwirtschaftspaket: „Dank engagierter KonsumentInnen sammeln wir heute bereits 6 von 10 Getränkekartons. Die neuen EU Recyclingziele stellen aber gerade den Getränkekarton durch seinen Materialverbund vor große Aufgaben. Wir müssen in Zukunft noch mehr sammeln, besser sortieren und effizient verwerten.“

Studie von C7

Roland Fehringer, Geschäftsführer von c7-consult, präsentierte die Ergebnisse der Studie „Ökobilanz für Gebinde aus PET und anderen Materialien“, die sein Institut im Auftrag von Alpla im April dieses Jahres durchgeführt hat. „Aus ökologischer Sicht ist der Getränkeverbundkarton eine der besten Verpackungslösungen. Bei allen untersuchten Wirkungskategorien für Milchverpackungen – Klimawandel, Versauerung (Abnahme des pH-Werts des Bodens), Sommersmog (bodennahes Ozon) und Wasserverbrauch – zeigt der Verbundkarton ökologische Vorteile gegenüber Glas-Einwegflaschen und Glas-Mehrwegflaschen.“ Bei den Auswirkungen auf den Klimawandel liegt der Getränkekarton vor PET-Einwegflaschen, erläutert der Studienautor.

Der Getränkekarton ist eine Verbund-Verpackung. So besteht eine typische 1-Liter-Frischmilchpackung im Durchschnitt zu 75 % aus Karton. Die restlichen 25 % sind der Verschluss sowie die Kunststoffschichten, die als Sauerstoff- und Lichtbarriere dienen.

Zur Herstellung von Getränkekartons wird weltweit ausschließlich Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern verwendet. Dafür steht das Qualitätssiegel des Forest Stewardship Council (FSC®). Es gilt international als der anspruchsvollste Standard für die Waldbewirtschaftung.

Getränkekartons bieten heute viele handfeste Vorteile. Sie sind funktional und ökologisch vorteilhaft. Sie schützen den Inhalt und die Umwelt. Sie lassen sich leicht sammeln und einfach recyceln. In Österreich stehen dafür über 250.000 Gelbe Tonnen zur Verfügung, und mehr als 1,5 Millionen Haushalte werden durch die Abholung der Gelben Säcke von der ARA - Altstoff Recycling Austria – direkt betreut.

Nach der Sammlung kommen die Getränkekartons in die Kartonfabrik. Hier werden alle Schichten mechanisch voneinander getrennt. Die wertvollen Papierfasern werden herausgelöst und zu neuen Verpackungen, z.B. Umkartons, verarbeitet.

 

Veröffentlicht am

08.07.2019