Spitz und Siemens in Attnang Puchheim

Spitz digitalisiert Werk in Attnang-Puchheim

Industrie 4.0 ist in aller Munde. Grob gesagt geht es um die Technologisierung der Betriebsstätten im Sinne der Effizienz und Effektivität.

In Zusammenarbeit mit dem internationalen Technologieführer Siemens macht der Lebensmittelhersteller Spitz einen großen Schritt in Richtung Industrie 4.0. und digitalisiert zentrale Betriebsanlagen am Werksstandort Attnang-Puchheim. Denn: Spitz will in seinen Kernmärkten in und um Österreich wachsen. Die Wertschöpfungsketten des Unternehmens sollen laufend verbessert werden. In Attnang-Puchheim geht es vornehmlich um Fruchtsäfte & Co. Das ist die Basis für weiteres Wachstum und sichert die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Österreich langfristig ab. Spitz kann künftig neue Produkte schneller auf den Markt bringen – ein wichtiger strategischer Wettbewerbsvorteil. Der digitale Datenaustausch ermöglicht die Flexibilisierung und zeitliche Optimierung der Herstellung und führt letztendlich dazu, Lebensmittel schneller und mit weniger Ressourcenaufwand herzustellen.

1,3 Mio. Produkte auf rund 2000 Paletten verlassen täglich das Lebensmittelwerk von Spitz. Die Herausforderungen liegen in der großen Vielfalt und kleinen Chargenzahl von Produkten, die auf 30 Fertigungslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen hergestellt werden. Um effizient und wettbewerbsfähig zu produzieren, muss die Fertigung hohe Qualitätsstandards erfüllen und gleichzeitig sehr flexibel sein.

Praktisch per Knopfdruck wird auf einer Fertigungslinie von einem aufs andere Produkt gewechselt. Jeder Produktwechsel muss optimiert sein, damit möglichst wenig Schwund und keine Verzögerungen entstehen. Zwar sind bestimmte Rüstzeiten an Maschinen zu berücksichtigen, doch die eigentliche Prozesssteuerung, das Abrufen der für das jeweilige Produkt nötigen Rohstoffe in vorgegebenen Mengen sowie die erforderlichen Materialien für die abschließende Verpackung erfolgt vollautomatisch. Auftragsdaten werden auf direktem Weg mit dem laufenden Prozess verknüpft, zeitgleich Produktions- und Verbrauchsdaten ins übergeordnete System geliefert. „Ein derartiger Datenaustausch erfolgte früher oft auf Papier“, berichtet Werner Schöfberger, Leiter des Bereichs Prozessautomatisierung bei Siemens in CEE, „verbunden mit hoher Zeitverzögerung und Fehleranfälligkeit.“ Mittels Digitalisierung wird dieser Prozess automatisiert und funktioniert auf allen Anlagen gleich. Das hat wiederum den Vorteil, dass die Daten aller Produktionsbereiche vollständig, konsistent und letztlich vergleichbar sind. Schöfberger: „Ein wesentliches Feature jedes Digitalisierungsprojekts ist, dass man korrekte und konsistente Daten erhält.“

Veröffentlicht am

09.05.2019