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SalzburgMilch Tiergesundheit

"Handel kommt auf uns zu"

Eine Premiere, die vieles verspricht: SalzburgMilch setzt auf Tiergesundheit.

"Auf der PLMA (Fachmesse in Amsterdam, Anm. der Redaktion) kamen Händler auf uns zu, um mehr über die neuen Richtlinien der Tiergesundheit bei der SalzburgMilch zu erfahren", freut sich SalzburgMilch Geschäftsführer Christian Leeb. Auch wenn viel darüber geredet wird, Tiergesundheit und Tierwohl gelebt ist keine Selbstverständlichkeit in den Produktionsbetrieben. Denn wie der Aufsichtsratsvorsitzende der SalzburgMilch und selbst Milchbauer, meint: Keiner von uns hat auf eine neuerliche Kontrolle gewartet.

Diese Kontrolle ist jedoch en Stück weit anders: sie schreibt nicht vor und ist nicht von oben herab, sondern sie empfiehlt. Die Auswirkungen eines guten und ehrlichen Tierwohls kann man schnell erkennen, denn die Kuh gibt mehr Milch. 

Von den 2700 Bauern im SalzburgMilch-Verbund war der wirkliche Gr0ßteil schnell überzeugt von der Initiative, ein kleinerer Teil brauchte noch etwas und nur 13 Betriebe sperrten sich gegen die Veränderungen, die diese Richtung zur Tiergesundheit bringt. "Aber auch diesen konnte wir zeigen, dass es etwas bringt, wenn sich das Tier wohl fühlt", so Geschäftsführer Andreas Gasteiger.

Die wesentlichen Knackpunkte in der Tiergesundheit sind Anbindehaltung, Klauenpflege, Euterpflege und Geburten- und Nachgeburtenbetreuung. "Mit oftmals nur kleinen Änderungen kann man bei der Haltung enormes bewirken", meint die angestellte Tierärztin Johanna Czerny. Eine weitere Besonderheit der Tiergesundheitsinitiative ist der in der gesamten Milchwirtschaft einzigartige Tiergesundheitsbeirat. Auf Initiative der SalzburgMilch arbeiten unabhängige Experten gemeinsam mit der Tierärztin der Molkerei und einigen Milchlieferanten zusammen, um Kriterien für die bestmögliche Tiergesundheit zu erstellen und deren Umsetzung zu begleiten. Das Wohlergehen ihrer Tiere liegt in den Händen der Bauern. Die Tierhaltung muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen und ein artgemäßes Verhalten ermöglichen. Rinder, die sich wohlfühlen, geben länger und gleichzeitig auch mehr Milch. Mit dieser höheren Lebenserwartung steigt auch die Wirtschaftlichkeit für den Landwirt. Generell führen Krankheiten zu Schmerzen und zu einem gestörten Wohlbefinden des Tieres. Eine regelmäßige Tierbeobachtung hilft Krankheiten vorzubeugen und das Tierwohl am Betrieb zu erhöhen.

Universität mit im Team

Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) stellte für die Tiergesundheitsinitiative der SalzburgMilch, basierend auf dem WelfareQuality-Programm, ein Protokoll zur Erhebung von Tierwohl und Tiergesundheit zusammen, das auf den rund 2700 Milchlieferbetrieben der SalzburgMilch angewendet wird. Es berücksichtigt alle Tierwohl-Prinzipien –  gute Haltung, gute Fütterung, gute Gesundheit und artgemäßes Verhalten – und lässt somit eine umfassende Beurteilung der Tierwohl-Situation zu. Für die Durchführung der sogenannten Tiergesundheits-Checks sind Mitarbeiter unabhängiger Kontroll- und Zertifizierungsdienstleister von der Universität geschult worden, da es bisher keine ausgebildeten Prüfer für Tierwohlkriterien in Milchviehbetrieben gab. Alle Milchviehbetriebe wurden bis 31.12.2018 erstevaluiert. Die Kühe werden regelmäßig, mindestens jedoch alle drei Jahre, durch eine unabhängige Prüfstelle erneut begutachtet.

Die Ergebnisse der Erhebungen werden dem Milchlieferanten zur Verfügung gestellt. Anhand des Ergebnisses kann sich der Landwirt mit allen anderen Betrieben der SalzburgMilch vergleichen. Die molkereieigene Tierärztin erarbeitet bei Bedarf anhand dieser Auswertung gemeinsam mit dem Bauern Verbesserungsmaßnahmen. Natürlich kann keine Kuh Auskunft darüber geben, was sich für sie seit der Einführung der Tiergesundheitsinitiative verändert hat. Dennoch gibt es zahlreiche Indizien dafür, dass sich das „Mehr an Bewegung“ der Kühe und das gesteigerte Bewusstsein der Bauern positiv auswirken.

"Natürlich würden wir uns freuen, wenn auch das Produkt etwas mehr wert ist", so Leeb auf den Preis angesprochen, "Aber den Preis bestimmen wir nicht". "Gesamt gesehen sind wir stolz auf die Initiative, denn wir sind die ersten, die solche Maßnahmen in der Tiergesundheit lückenlos setzen - in Österreich und auch international". Bei SalzburgMilch wird am Tier selbst angesetzt und die Kuh genau beobachtet. Dabei erfährt man die meisten Neuheiten in Bezug auf Wohlfühlen. Und wenn sich eine Kuh wohl fühlt, dann gibt sie auch mehr Milch. 

"Zuckerreduktion und Reduktion von Plastik in der Verpackung ist die Pflicht", so Christian Leeb, als Premiummilchmacher sehen wir in der Initiative Tiergesundheit die Kür.

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geschrieben am

30.05.2019