Neues Bio-Saatgutwerk der RWA

Neues Bio-Saatgutwerk

Das neue Bio-Saatgutwerk der RWA Raiffeisen Ware Austria wurde in Korneuburg eröffnet.

Bereits 25% der landwirtschaftlichen Fläche werden für den biologischen Anbau genutzt. Umso bedeutender wird biologisches Saatgut. Diesem Wunsch ging die Raiffeisen Ware (RWA) nach und investierte in ein neues Bio-Saatgutwerk, das nun eröffnet wurde. 

Am RWA-Standort Korneuburg werden zukünftig insgesamt 20.000 Tonnen Saatgut produziert. Von der gesamten Produktionsmenge entfallen 14.000 Tonnen auf konventionelles Saatgut und 6.000 Tonnen, also ein Drittel, auf Bio-Saatgut. Der Fokus liegt auf Getreide-, Öl- und Eiweißpflanzgut sowie Saatgut von Nischenkulturen. Die neue Anlage gewährleistet eine noch höhere Leistungsfähigkeit und erfüllt die höchsten Bio-Saatgutqualitätsrichtlinien. Zusätzlich kommt hier erstmals in einer österreichischen Bio-Saatgutaufbereitungsanlage eine innovative biologische Bekämpfung von Schädlingen mittels Druck und Kohlendioxid zum Einsatz.

Symposium

Anlässlich der Eröffnung des neuen Bio-Saatgutwerks veranstaltete die RWA am 6. September in Korneuburg ein eigenes Bio-Symposium, an dem mehr als 400 Vertreter der österreichischen Landwirtschaft teilnahmen. 

Wichtiges Thema war dabei der fortschreitende Klimawandel. Michael Staudinger, Chef der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik skizzierte im Rahmen des Symposiums den Prozess der Erderwärmung. Dabei gab er Einblick, welche Einflüsse sich daraus für die Landwirtschaft und die Ernte ergeben. Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in der Schweiz, zeigte in einem weiteren Vortrag das komplexe Spannungsfeld auf, in dem sich die biologische Landwirtschaft befindet. Denn diese stellt einerseits den Anspruch Ressourcen zu schützen, kann sich andererseits aber nicht der Notwendigkeit entziehen, produktiv sein zu müssen. Zudem ging er auf große Herausforderungen durch neue Züchtungstechniken ein, die auch die Biolandwirtschaft tangieren. 

RWA-Gastgeber Reinhard Wolf verwies in diesem Zusammenhang vor dem Hintergrund des Klimawandels auf ein neues Landwirtschafts-Modell: „Die biologische Landwirtschaft hat insgesamt betrachtet noch weiteres Potential und wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen, ohne die konventionelle Landwirtschaft komplett abzulösen. Langfristig gesehen halte ich eine Nachhaltigkeits-Landwirtschaft für realistisch, die das Beste aus beiden Welten – nämlich aus Bio und konventionell – vereint“.

H I Ö

Veröffentlicht am

09.09.2019