OÖ Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner sagt dem Bau auf der Grünen Wiese den Kampf an.

Kampf dem Bau auf der Grünen Wiese

OÖ Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner sagt dem Bau auf der Grünen Wiese den Kampf an.

Die oberösterreichische Raumordnungsgesetz-Novelle sieht den Schutz der natürlichen Umwelt als Lebensgrundlage vor und hat die Reduzierung des Flächenverbrauches im Vordergrund. 
Der OÖ Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner will der Zukunft Raum geben, wie er in der Vorstellung der Raumordnungsgesetzes-Novelle sagte.

„Wir wollen durch aktive Raumordnungspolitik der Zukunft Raum geben in Oberösterreich. Das bedeutet, dass die Nutzung unseres Lebensraumes im Interesse der Allgemeinheit vorausschauend geplant und gestaltet werden soll. Dabei müssen der Schutz der natürlichen Umwelt als unsere Lebensgrundlage und die Reduzierung des Flächenverbrauches im Vordergrund stehen. Die Eckpunkte der neuen Raumordnungsgesetz-Novelle, für die der Fachentwurf jetzt vorliegt, folgen daher 4 Zielsetzungen: ressourcenschonend, überregional, verdichtet und verfügbar. Diese Grundsätze werden darüber hinaus die gesamte Raumplanung in den kommenden Jahren prägen“, betont Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner. 

Was genau bedeutet das für die Errichtung neuer Märkte im Lebensmittelhandel? Es wird mit Sicherheit schwieriger auf der „Grünen Wiese“ einen Markt zu errichten. Auch wenn, wie Daten zeigen, in Oberösterreich bereits in den vergangenen Jahren eine flächensparende Raumordnung betrieben worden ist, soll mit dem künftigen OÖ. Raumordnungsgesetz dem Flächenfraß und der Zersiedelung ganz klar der Kampf angesagt werden. „Für mich hat die Nutzung und der Ausbau bestehender Einrichtungen ganz klar Vorrang vor dem Bauen auf der Grünen Wiese. Dieser Grundsatz zieht sich bereits als klare Handschrift bei den bisherigen Entscheidungen und Projekten in den verschiedenen Bereichen meiner Ressorts“, verweist Landesrat Achleitner auf Erfolgsbeispiele, wobei zwei für den Handel hervorstechen: 

  • Keine Genehmigung für vierten Supermarkt in Wallern >> Einwände des Landes gegen Umwidmung führten dazu, dass das betreffende Handelsunternehmen sein Projekt zurückgezogen hat 
  • Best-Practice-Beispiel in Raab für Ortskernbelebung anstelle eines Neubaus auf der Grünen Wiese >> zur Stärkung der Nahversorgung im Ortskern werden im Zentrum der Schärdinger Gemeinde vorhandene Flächen für den Ausbau eines bestehenden Lebensmittelmarktes auf eine marktfähige Größe genutzt.
     

Folgende Zielsetzungen, die den Handel betreffen, sind im Fokus:

  • Leerstand und Brachflächen reaktivieren bevor neu gewidmet wird >> auch bei Betriebsansiedlungen muss die Nutzung von vorhandenen leer stehenden Gebäude und Brachflächen Vorrang haben.
    Daher: Fokus der oö. Standortagentur Business Upper Austria auf gezielte Vermarktung von Leerstand und Brachflächen. 

     
  • Einkaufen im Ortszentrum anstelle von Supermärkten am Kreisverkehr >> Österreich hat mit 1,6 m2 Einzelhandelsverkaufsfläche pro Einwohner einen um ein Drittel höheren Wert als der EU-Durchschnitt von 1,18 m2 pro Einwohner.
    Daher: Restriktive Neuwidmung von Handelsflächen, durch klares Priorisierungsmodell, das der Entwicklung in den Ortszentren klar Vorrang gibt und auch hier gilt, zuerst Nachnutzung von Leerständen und erst in letzter Konsequenz Neuwidmungen. 

     
  • Einkaufserlebnis ohne unnötigen Flächenverbrauch >> anstelle von Einzelgebäuden, die von großen Parkplätzen umgeben sind, sollen neue Handelsbetriebe künftig multifunktionale Zentrumsgebäude mit Tiefgaragen sowie Wohn- und Büroflächen werden. 
    Daher: Bei Supermärkten soll die Hälfte der Parkplätze unter die Erde verlegt und darüber Wohnungen und Büros gebaut werden. 

Veröffentlicht am

09.11.2019