Milch als Schlüsselprodukt in Fragen der Herkunft

Milch als Schlüsselprodukt in Fragen der Herkunft

Österreichische Milchwirtschaft war 2020 im Export erfolgreich und setzt auf eine rasche Herkunftskennzeichnung.

Für die heimischen Milchbauern war 2020 ein hartes Jahr, da die Umsätze aus Gastronomie und Out-of-Home wegfielen. Trotzdem gab es auch gute Nachrichten, wie die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und ihr Chef, Dir. Helmut Petschar, verkünden: die Exporte haben über so manche Hürde drübergerettet. Aufgrund der natürlichen Voraussetzungen in Österreich ist Milch ein Schlüsselprodukt der heimischen Land- und Lebensmittelwirtschaft, sie ist eine wesentliche Säule der Versorgungssicherheit mit hochwertigen Lebensmitteln und bietet die wirtschaftliche Basis für viele Landwirte und in der Verarbeitung, besonders in Berg- und benachteiligten Regionen. Ca. 45% der heimischen Milchprodukte werden exportiert, aber gleichzeitig werden ca. 30% importiert. 

Ein Plus von 4,7% erbrachten die Exporte von österreichischen Milchprodukten in den Monaten Jänner bis September 2020, während es bei den Importen einen Rückgang von 0,2% gab. Milchwirtschaftliche Exporte erlösten in den ersten drei Quartalen 2020 985 Mio. €, die Importe 613 Mio. €, was wiederum zu einem verbesserten Außenhandelssaldo für die heimische Milchwirtschaft von 372 Mio. € führte (plus 14 %). Das sagen die vorliegenden Außenhandelszahlen der Statistik Austria für die ersten neun Monate des Jahres 2020.

Käse führt

In der Außenhandelsstatistik ist Käse bei den Exporten führend. Hier wurden 118.000 t um 498 Mio. € exportiert, während 96.000 t um 373 Mio. € importiert wurden. Bei Butter wurden 2.800 t exportiert und 12.800 t importiert, fermentierte Produkte, Joghurt und Co, erbrachten 116 Mio. € im Export und 39 Mio. € an Importen, flüssige Milchprodukte 236 Mio. € im Export und 61 Mio. € im Import, getrocknete Produkte 44 Mio. € im Export und 51 Mio. € im Import, wichtig sind weiters Molkenprodukte mit 76 Mio. € im Export und 37 Mio. € an Importen. Bedeutendste Exportländer waren Deutschland und Italien, gefolgt von China und den Niederlanden, beim Import ebenfalls Deutschland, Italien und die Niederlande, an vierter Stelle Frankreich.

Die Herkunftskennzeichnung soll schnell kommen

Auch aufgrund der hohen Qualität und guten Versorgung der Bevölkerung mit österreichischer Milch wünscht sich Helmut Petschar im Namen der Milchindustrie eine rasche Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung. Nur so kann der Verbraucher eine fundierte Entscheidung treffen und die Produkte leichter erkennen, die den immer geforderten, strengeren Standards und Herstellungskriterien entsprechen. Es müssen daher die rechtlichen Möglichkeiten der Herkunftskennzeichnung aufgrund der vielfach höheren Qualität heimischer Milchprodukte genutzt und verbessert werden. „Ich erwarte mir hier im heurigen Jahr seitens der zuständigen Stellen Unterstützung und dass rasch engagierte Schritte gesetzt werden“, schloss Petschar.

Veröffentlicht am

08.01.2021