Spar Vorstandsvorsitzender Dr. Gehard Drexel

Da macht man etwas richtig

Die Fakten: Spar konnte nun das 10. Jahr in Folge die Branche im Wachstum anführen.

Im Lebensmittelhandel spürt man in Österreich, aber auch im europäischen Kontext Umsatzprobleme – auch bei den Großen des internationalen Marktes. Eine Ausnahme besteht nun schon seit mehr als 10 Jahren. Das Familienunternehmen Spar. Während die Branche im vergangenen Jahr um 2,1% (laut Nielsen) gewachsen ist, hat man bei Spar wieder das Wachstum angeführt: satte 4,7% werden hier im Plus verbucht, wenn man auf Spar Österreich blickt. Im Ausland sind es sogar 6%.

Man konnte schon vor vielen Jahren nicht von einem Glückstreffer oder einer Eintagsfliege sprechen, aber mit dem letzten Jahr sind alle Zweifel verflogen, dass die Spar wohl in ihrer Arbeit alles richtig macht und an den richtigen Schrauben dreht: die Großfläche wächst kontinuierlich und wird von Interspar perfekt bespielt; im Einkauf/Sortimentsmanagement bedient man sich kompetenter Mitarbeiter; in der Marken- und Eigenmarkenpolitik ist man gut aufgestellt; im Refurbishment setzt man auf die richtigen Pferde und ganz wichtig: Lokalität und Regionalität spielen die wichtigen und richtigen Rollen in den Märkten selbst.

Im Überblick zusammengefasst

Der Brutto-Verkaufsumsatz der gesamten Spar Österreich-Gruppe belief sich 2019 auf 15,72 Mrd. Euro. Dies bedeutet einen Umsatzzuwachs von +4,7 % für den gesamten Konzern. Die Spar Österreich-Gruppe betreibt im In- und Ausland 3207 Standorte, 2941 davon im Lebensmittelhandel und 237 im Sportfachhandel. Hinzu kommen 29 Shopping-Center. Die Spar-Gruppe beschäftigt in acht Ländern über 85.000 Mitarbeiter und bildet 3274 Lehrlinge aus. 2019 hat das Unternehmen im In- und Ausland über 2200 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon über 1000 in Österreich.

Der Brutto-Verkaufsumsatz der Spar in Österreich steigt 2019 auf 7,20 Mrd. Euro. Durch die stetige Wachstumsführerschaft konnte Spar Österreich in den vergangenen 10 Jahren den Marktanteil um insgesamt 4,3 Prozentpunkte von 28,4% (2009) auf 32,7% (2019) steigern. Somit kommt es bald zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1 in Österreichs Lebensmittelhandel.

Dr. Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender: „Durch unser sensationelles Wachstum 2019 konnten wir allein im letzten Jahr unseren Marktanteil von 31,9 % (2018) um +0,8 Prozentpunkte auf den historischen Höchststand von 32,7 % steigern.“

Standorte und Investitionen

Die Gesamtanzahl der Spar-, Eurospar- und Interspar-Standorte blieb annähernd stabil bei 1557 (2018: 1560). Der leichte Rückgang ist bedingt dadurch, dass einige Spar-Kaufleute ihre Märkte durch Pensionierungen geschlossen haben. Trotzdem hatten die Spar-Kaufleute ein organisches Wachstum von 3,7% auf bestehender Fläche vorzuweisen.

Über 40 Spar- und Eurospar-Standorte wurden 2019 neu oder wiedereröffnet und über 50 modernisiert. 811 der Standorte sind Spar-, Eurospar-, Interspar- und Maximarkt-Filialen, 687 Standorte werden von selbstständigen Spar-Kaufleuten betrieben, 59 sind Restaurants.

Die Kooperation mit der Firma Doppler wurde wieder verlängert. 2020 werden nicht nur die Nah&Frisch Punkt-Outlets (12) auf Spar express umgestellt, sondern auch 8 neue eröffnet. 

Auch der heimliche Star im Unternehmen – Interspar – hat 2020 wieder so einiges vor – auch weil der 50. Geburtstag gefeiert wird: Nachdem Amstetten umgebaut wurde, werden auch 2020 sieben neue Märkte eröffnet. Von diesen sieben Eröffnungen sind fünf Umbauten (Bregenz, Wien Alterlaa, Lienz, Braunau und Plus City), aber auch zwei ganz neue Märkte: Breitenfurter Straße in Wien 23 und ein neues Konzept in der ehemaligen Zentrale der Bank Austria resp. Creditanstalt, die heute Pema gehört und am Schottentor – im Herzen Wiens – beheimatet ist. Dazu später noch mehr.

680 Mio. Euro investiert das Salzburger Handelsunternehmen in seine Märkte und sieht die Erneuerungen als einen wirklich wesentlichen Faktor des Erfolges. „Wir legen viel Wert auf die Erneuerung der Standorte“, so Dr. Gerhard Drexel. Die Handelsprofis sehen sich die Vertriebsformate genau an und schließlich den Standort an sich. Das muss alles in einem kontinuierlichen Fluss gehen, denn Investitionsstaus sind gefährlich. Eine evolutionäre Weiterentwicklung ist das Um und Auf, aber nicht nur beim Standort, sondern auch beim Sortiment.

Heikle Angelegenheit

Wer sich schon lange mit den Fragen des Standortes und des Refurbishments beschäftigt, kann auch viel Erfahrung mitbringen. Aus diesen Erfahrungen kann Spar heute schöpfen – ganz im konkreten bei der Neuerrichtung des Interspars in der Schottengasse. Hier greift man auf das Wissen von zwei ganz speziellen Märkten zurück, beide befinden sich in Italien: in Venedig DeSpar Teatro Italia und in Padua DeSpar Prato della Valle. Beide Objekte sind dem Denkmalschutz geweiht und erlauben sehr wenig Spielraum für einen Händler: Löcher in der Wand sind tabu, Licht darf nicht von der Decke hängen und das Ambiente und die Materialien müssen erhalten bleiben. Alle diese Erfahrungen spielen nun in der Schottengasse eine große Rolle. Hier wird sich Spar auf einen etwa 2000 m2 kompakten Interspar konzentrieren und diese Elemente einfließen lassen. Es wird vom Ladenbau anders aussehen, als bisherige Interspars. Handel und Gastronomie werden verschmelzen und es wird viel Trading-up passieren. „Die Schottengasse ist ein Renommierstandort“, schwärmt Gerhard Drexel vom neuen Markt. Wenn alles klappt, wird der Markt noch in diesem Jahr fertig.

Aspiag und SES

Mit Ende 2019 betreibt Spar in den vier Nachbarländern Italien, Ungarn, Slowenien und Kroatien 1277 Spar- und Eurospar-Märkte und 107 Interspar-Hypermärkte. Insgesamt erzielten die Landesorganisationen einen Gesamtumsatz von 5,99 Milliarden Euro. Dies bedeutet ein Umsatzwachstum von +6 % zum Vorjahr (wechselkursbereinigt; mit Wechselkursveränderungen +5,2 %). 

Italien: In Summe erwirtschafteten die 535 DeSpar- und Eurospar-Märkte und 39 Interspar-Hypermärkte einen   Verkaufsumsatz von 2,33 Milliarden Euro. Dies bedeutet ein Plus von +3,4 % zum Vorjahr. In der Nähe von Padua befinden sich das neue Distributionszentrum und gleichzeitig ein neues Tann-Werk in Bau, die Eröffnung wird für Herbst 2020 erwartet.  

Slowenien: erzielte 2019 einen Bruttoverkaufsumsatz von 848 Mio. Euro, was erneut ein Plus von +4,0 % zum Vorjahr bedeutet.

Ungarn: Spar hat 2019 in Ungarn kräftig expandiert. Der Umsatz stieg um +10% (wechselkursbereinigt; +7,9 % mit Wechselkursveränderungen) auf erstmals über zwei Milliarden Euro. 

Kroatien: Der Brutto-Verkaufsumsatz belief sich auf 720 Millionen Euro, was ein Plus von +5 % (wechselkursbereinigt; ebenfalls +5,0 % mit Wechselkursveränderungen) bedeutet.

SES Spar European Shopping Centers managt über 29 Shopping-Center-Standorte mit einer verpachtbaren Gesamtfläche von 790.000 m² in Österreich, Italien, Slowenien, Ungarn, Tschechien und Kroatien. Insgesamt erwirtschafteten 2019 die Shoppartner in den Shopping-Centern von SES einen Verkaufsumsatz von 2,83 Mrd. Euro, was ein Plus von +2,5% bedeutet.

Mit uns kann man wachsen

Die Spar wächst jedoch nicht alleine, sie nimmt ihre Partner mit. „Mit uns kann man wachsen, was man auch am Erfolg unserer Partner aus Industrie, Handwerk und Agrarwirtschaft sehen kann“, beschreibt Dr. Drexel den Erfolg. Genau aus diesem Grund sieht er in der aktuellen Diskussion um UTP und Fairnessabkommen eine Art Handelsbashing. „Unser Wachstum ist keine Eintagsfliege und wir nehmen unsere Partner mit“, so Dr. Drexel. Was rund um UTP als „Sündenregister“ verbreitet wird, kann Gerhard Drexel in der gesamten Branche in Österreich nicht wiederfinden. „Nachträgliche Stornierungen oder Werbekostenzuschüsse für Landwirte gibt es nicht. Ich kenne kein anderes Land auf der Welt, in dem sich der Lebensmittelhandel mit der heimischen Landwirtschaft so stark verbindet, wie in Österreich“. Der Lebensmittelhandel war Initiator für österreichische Qualitätsfleischprogramme, Eier aus Nicht-Käfighaltung oder etwa Bio-Programmen.

„Für mich ist es völlig unverständlich, wenn Sprecher der Landwirtschaft durch öffentliche Zurufe die Preise nach oben treiben wollen. In einer Marktwirtschaft funktioniert die Preisbildung nicht durch Zuruf, sondern nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage“, meint Gerhard Drexel.

„Wir als Spar könnten Rohware um bis zu 1/3 billiger einkaufen, wenn wir aus dem Ausland beziehen würden – das tun wir aber nicht! Und zwar freiwillig! Aber anstatt den österreichischen Lebensmittelhandel dafür zu loben, gibt es Handels-Bashing. Das ist sachlich falsch und populistisch. Es überrascht mich umso mehr, als jene Personen, die das fordern, von sich behaupten, keine Populisten zu sein“. Bei diesen Themen ist mit Sicherheit noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Veröffentlicht am

20.02.2020