WKO Handel: Peter Buchmüller, scheidender Obmann, Iris Thalbauer, Geschäftsführerin und Wolfgang Ziniel von der KMU-Forschung

COVID-19 hinterlässt tiefe Furchen

Die ersten Zahlen nach der heißen Corona-Phase sind für den Handel ernüchternd.

Nahezu der gesamte Einzelhandel zählt zu den Branchen mit der höchsten ökonomischen Belastung - Scheidender Spartenobmann KR Peter Buchmüller brachte es auf den Punkt. In seiner letzten Präsentation (ihm folgt Rainer Trefelik, retailreport.at berichtet) als Bundesobmann der Halbjahreszahlen im österreichischen Handel zog er Bilanz über die Auswirkungen der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen.

Daten und Zahlen stellt wie üblich die KMU-Forschung zur Verfügung, den detaillierten Bericht finden Sie unter "Handel - das erste Quartal brachte den Einbruch"

Nun zeigen die vorläufigen Umsatzdaten die ersten positiven Signale im Mai. Trotzdem: viele Unternehmen im Einzelhandel 2020 werden keine Gewinne machen können und stehen vor noch nie dagewesene Herausforderungen. Kurz umrissen stellt sich die Situation wie folgt in einer Break-Even-Berechnung dar: 50% der Unternehmen müssen 78% ihres Vorjahres-Umsatzes ab nun bis Jahresende machen, um gewinnbringend abzuschließen. Die restlichen 50% brauchen unter 75% des Umsatzes. Aber: man geht von Beginn an nicht von 100% der Händler aus, denn 38% aller Händler in Österreich sind in dieser Studie nicht inbegriffen, da sie auch vor Corona keinen Gewinn machten. 

Die gute Nachricht ist jedoch, dass wie bereits erwähnt 8-63% der Unternehmen 25% des Umsatzes ab nun machen müssen.

Wichtig ist nun für die Zukunft, dass man als Händler digitalfit ist und auch in Zukunft die Digitalisierung im Auge behält. Der Großteil der Unternehmer erwartet trotzdem in den nächsten Monaten keine große Veränderung im Umsatz, auch wenn sich die Österreicher sehr zu Regionalität bekannt haben. Deshalb fordern die Branchenvertreter:

  • keine neuen Belastungen (EW-Pfand)
  • Senkung der KöSt
  • eine gleiche Mehrwertsteuerabsenkung wie in Deutschland (Angleichung), sonst wird es für die grenznahen Unternehmen schwierig
  • keine Verschiebung der Aufhebung 22€-Grenze an Paketen aus Drittstaaten der EU

Positiv sehen sie die aktuelle Steuerreform und die Senkung der ersten Tarifstufe.

 

Veröffentlicht am

25.06.2020