Alexander (li.) und Julius Kiennast

Sortimentsabstimmung mit dem Kunden

Die nächste Generation Kiennast bringt weiteren Schwung in die Kooperationen.

2015 traten die Cousins Julius und Alexander Kiennast die Geschäftsführung des Handelshauses Kiennast an – gut aufgestellt von der vorigen Generation. Mit Sicherheit eine ambitionierte Entscheidung, denn die österreichische und selbstverständlich auch internationale Handelswelt wird nicht einfacher zu managen.

Kiennasts haben einen großen Vorteil, nämlich den, dass sie mit ihren Geschäftsmodellen unterschiedliche Zielgruppen erreichen: Einzelhändler, Gastronomen und Tankstellen-Pächter, um die wichtigsten drei zu nennen. Mit dem eigenen Kaufhaus in Gars am Kamp, dem Firmenstammsitz, erreichen sie sogar den Konsumenten ganz direkt.

Bei allen Zielgruppen ist es entscheidend, dass die Sortimentsabstimmung gemeinsam erarbeitet wird. „Wir haben natürlich Sortiments-Vorschläge, die auf die Kunden abgestimmt sind, aber generell gesehen hat jeder Kunde die Möglichkeit auf ihn zugeschnittene Bestellungen abzugeben“, so Julius und Alexander Kiennast, die sich stark mit dem Thema Digitalisierung und Logistik beschäftigen. Die Belieferung der Kunden erfolgt im gesamten österreichischen Bundesgebiet innerhalb von 24 Stunden aus dem Logistikzentrum in Gars aus. 

Dort werden auf 15.000 m² verbauter Fläche über 12.500 verschiedene Artikel in einem Hochregallager auf 10.000 Palettenplätzen gelagert. 20 LKW und 7 Hänger sind Tag und Nacht unterwegs, um 2.000 Kunden des Großhandelshauses pünktlich mit frischer Ware zu versorgen.

Maßgeschneiderte Logistik

Zu den Kernsortimente gesellen sich regionale Produkte und vor allem immer mehr Convenience-Artikel, die vom Händler gewünscht werden. „Diese Waren werden in Zukunft immer wichtiger“, so Julius Kiennast. Denn: das Handelshaus ist erfolgreich mit dem Konzept Nah&Frisch punkt, dem Convenience-Markt für die Tankstellenpächter. Hier lebt der Convenience-Gedanke ganz klar.

Auch wenn es im nächsten Jahr zu Verschiebungen innerhalb der Tankstellen-Belieferungen kommen wird, da die Spar Gruppe mit Doppler 15 Nah&Frisch punkt Standorte umfirmiert, so macht man es im Hause Kiennast wett: „Der Tankstellenbetreiber Socar hat die A1-Tankstellen übernommen und wir gehen mit“, so die Cousins. Am 29.Oktober wurde nach der Eröffnung in Graz im Sommer Mariazell eröffnet und es folgen sieben weitere Nah&Frisch punkt Convenience Stores. Das Ziel 2020 sind rund 25-30 Outlets.

Das Besondere an den Märkten ist der optisch ansprechende Ladenbau in einer Kombination mit modernen Elementen und einer freundlichen Farbgebung. „Ja, das Preisniveau ist einen Tick höher, als im Lebensmittelhandel, aber der Pächter erwartet sich auch eine ertragreiche Spanne“, so Kiennast. Es gibt keine Aktionen, aber die Artikel sind auf Plakaten und am PoS beworben. Rund 1500 Artikel befinden sich im Durchschnitt auf 60-80 m2. Im Gegensatz dazu hat der durchschnittliche Nah&Frisch-Kaufmann/Kauffrau 200 m2. 

Out of Home wird stärker

Nicht überraschend ist die Tatsache, dass der Out of Home-Bereich im Ernährungsverhalten immer größer wird. Deshalb setzt man nicht nur auf Nah&Frisch punkt in der Zukunft, sondern zeigt auch den Nah&Frisch-Kaufleuten, wie gute Snackkonzepte aussehen könnten: mit eigenen Kaffee-Bereichen, die keine klassischen „Ecken“ zum „Verstecken“ mehr sind, sondern in den Verkaufsraum integriert. Mit einem gut geführten und motivierten Außendienst-Team werden die Kaufleute beraten. „Die Kaufleutesuche ist heute herausfordernd“, meint Julius Kiennast, wenn es um Neuvergaben geht. „Aber wir unterstützen in allen Belangen“, so Alexander Kiennast. Der Erfolg gibt ihnen recht: bereits heuer liegt der Großhandels-Umsatz schon um 6,5% über dem Vorjahrs-Zeitraum.

Nah&Frisch punkt Neueröffnung am 24. Oktober 2019 an der Socar Tankstelle in Mariazell.

Veröffentlicht am

09.11.2019