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Gurkerl.at gibt Gas: (v.l.n.r.): Stephan Lüger (Commercial Director bei gurkerl.at), Maurice Beurskens (CEO von gurkerl.at) und Stephan Höllerl (Head of Operations bei gurkerl.at)

Gurkerl.at gibt Gas

Der österreichische Online-Markt, 100%ige Tochter der Rohlik Group, wird in Österreich stark expandieren.

Schon vor dem Markteintritt im Dezember 2020 machte gurkerl.at (100ige Tochter der Rohlik Group aus Tschechien) eine starke Ansage in Richtung Konsumenten und auch Handel: man werde die Szene gehörig revolutionieren. Das ist nun nicht ganz 300 Tage her und man hat es erreicht:

  • der Umsatz des Unternehmens in Österreich unter Geschäftsführer Maurice Beurskens liegt bei etwa 50 Mio. Euro und ist somit auf dem Niveau des angegebenen Umsatzes des Billa-Onlineshops in Österreich. 
  • die Nachahmer schießen wie Schwammerl aus dem Boden
  • der Umsatz/Warenkorb erhöht sich
  • die Anzahl der Einkäufe/Monat erhöhen sich
  • das Sortiment wird stark ausgeweitet
  • die Investitionen steigen an

Mit diesen ersten Fakten präsentierte sich das Management jüngst vor dem Fulfillment-Center im 23. Bezirk, nicht nur um das Lager zu präsentieren, sondern auch um die neue Flotte der Zustellung-Fahrzeuge zu präsentieren: mit Schwerpunkt auf nachhaltige Antriebe: Erdgas und Strom.

Rückblick

Im Dezember 2020 durfte das rund 200-köpfige Team von gurkerl.at Geschäftsführer Maurice Beurskens etwa 200 Bestellungen pro Tag ausliefern.
Nach nicht einmal einem Jahr später im August 2021 ist der Miarbeiter-Stab auf rund 500 angewachsen. „Auch wenn wir in den nächsten Monaten mit der Vergrößerung des Lagers beginnen und die Automatisierung vorantreiben, werden wir keine Mitarbeiter abbauen“, pflichtet Geschäftsführer Beurskens bei. Denn jeder, der Leidenschaft für Lebensmittel, Regionalität und Lebensmittelhandel mitbringt, ist gerne gesehen. Vor allem Fahrer und Fahrerinnen sind immer gerne gesehen.

Derzeit liefert das Unternehmen ca. 1500 Bestellungen täglich, bei einem durchschnittlichen Warenkorb von 85 Euro, aus. Das sind rund 23-24 Produkte pro Bestellung. Man plant aber das Wachstum rasant voranzutreiben – mit größter Wahrscheinlichkeit auch mit Unterstützung des Mutterunternehmens Rohlik Group, das aktuell einen Unternehmenswert von 1 Mrd. Euro aufweist.

Ausblick

Um wirtschaftlich zu arbeiten und auch in der Zukunft Expansion voranzutreiben, ist ein durchschnittlicher Warenwert von rund 85 Euro notwendig. Denn man will den Kostendruck nicht auf die kleinen Landwirte abwälzen. Es gilt auch eine starke Kooperation mit den regionalen Lieferanten zu haben, Listungsgebühren passen hier nicht ins Schema.
Der individuelle Kundenservice, die verlässliche Zustellung innerhalb von drei Stunden ab dem Zeitpunkt der Bestellung in einem einstündigen Lieferfenster und die höchste Produktqualität und -frische zu üblichen Supermarktpreisen sind dabei ein unverändert fixer Bestandteil des Kundenerlebnisses. „Wir planen unser Wachstum auch 2022 massiv fortzusetzen. Dabei werden wir aber immer unsere zentralen Kundenversprechen bei jeder Bestellung erfüllen. Das ist unser Anspruch und dafür stehen wir“, führt der gurkerl.at Geschäftsführer weiter aus. Am Ende dieses Jahres werden rund 3.000 Bestellungen täglich erwartet. Um auch für die Kunden mehr da zu sein, werden die Lieferzeiten erweitert. Ab dem 13.9. kann man bereits ab 6 Uhr bis 22 Uhr bestellen, bisher galt ein Zeitfenster von 7-21 Uhr.
Das Liefergebiet soll schon erweitert werden, aber über den Zeitpunkt ist man sich noch nicht klar. Denn. Es muss auch wirtschaftlich sein, sagt Maurice Beurskens. Derzeit setzt man eher Schwerpunkte in die urbane Belieferung und auch Abholung an sogenannten „Pick up Points“ für Lieferungen ab 15 Euro. Diese sollen ab November in die Innenstadt Wiens kommen und auch gekühlte Zonen enthalten. Die Lieferung in die „Points“ ist auch innerhalb drei Stunden möglich und die Lagerung der Ware in allen Temperaturzonen ebenfalls. Wo sich die Points befinden, wird noch genau bekannt gegeben, jedenfalls in der Nähe von neuralgischen Orten, wie U-Bahnen und S-Bahnen. Außerdem verfügt gurkerl.at in Wien über zwei Cross Docks/Hubs, die aber als „in and out“-Lager benutzt werden, um schnelle Belieferung zu ermöglichen.

Regionale Partnerschaften

„Besonders wichtig sind uns in unserer Partnerschaft mit regionalen Bäuerinnen und Bauern Verlässlichkeit und Einfachheit. Pro Jahr verlieren etwa 2000 bis 2500 Bäuerinnen und Bauern in Österreich ihren Betrieb, weil sie zu wenig erwirtschaften“, so Stephan Lüger, Commercial Director bei gurkerl.at, „Wir holen bei Bedarf die Ware gerne selbst ab, stellen innovatives, umweltschonendes Verpackungs- und Transportmaterial zur Verfügung und entwickeln gemeinsam Erntepläne, um einige Beispiele der Gestaltung unserer Zusammenarbeit konkret zu nennen“. Aktuell arbeitet gurkerl.at mit rund 20 regionalen Jungbäuerinnen und -bauern zusammen, zirka die Hälfte davon sind ausgewiesene Bio-Betriebe. Weitere Partnerschaften sind auch für 2022 geplant, um allen gurkerl.at Kunden noch mehr regionale Köstlichkeiten zu fairen Preisen anbieten zu können. gurkerl.at setzt vor allem auf Partnerschaften mit regionalen Familienbetrieben, die alternative Anbauweisen pflegen, landwirtschaftlich innovative und umweltschonende Wege in ihrer Produktion gehen und besonders geschmackvolle Raritäten oder schon in Vergessenheit geratene Sorten anbieten.
Was das Sortiment angeht, so sind auch Eigenmarken ein Thema. „In bestimmten Kategorien müssen Eigenmarken vorhanden sein, aber es muss Sinn machen, so Maurice Beurskens. Gerade im Fisch-Bereich ist das Unternehmen sehr stark und qualitativ hochwertig, wenn es um Eigenmarken geht.

Nachhaltigkeit und Ziele

Die Wertschätzung des Gegenübers in der Haltung des Unternehmens zeigt sich auch in seinem sozialen Engagement. „Wir arbeiten von Beginn an mit der Initiative Foodsharing zusammen. Alle Lebensmittel, die keinen Absatz finden und genießbar sind, werden an Foodsharing gespendet”, berichtet Stephan Höllerl, Head of Operations bei gurkerl.at.

Neu im Bereich des sozialen Engagements von gurkerl.at ist die Zusammenarbeit mit Make-A-Wish Österreich.

Und auch die Belieferung wird immer nachhaltiger: Bisher erfolgt die Zustellung in 72 CNG (=Compressed Natural Gas, „komprimiertes Erdgas“) betriebenen Fahrzeugen. Schon bald geht gurkerl.at aber noch einen Schritt weiter in Richtung Umweltschutz. Ab Herbst 2021 liefert das Unternehmen auch mit zehn E-Autos und zehn E-Bikes. Im gurkerl.at Headquarter im 23. Bezirk werden dafür eigens smarte Ladesäulen errichtet. Für die Auslieferung der zehn E-Bikes in derzeit neun Wiener Bezirke hat gurkerl.at eben die beiden Verteilzentren („Hubs/Cross Docks“) im dritten und sechsten Wiener Bezirk angemietet, um die notwendige Logistik zu ermöglichen. Ein weiterer Ausbau der gesamten E-Flotte (Autos und Fahrräder) ist für 2022 geplant.

GS1 und EDI

„Wir sind im Herzen ein Tech-Unternehmen“, sagt Geschäftsführer Maurice Beurskens. Deshalb ist auch die Zusammenarbeit mit GS1 Sync eine Voraussetzung. Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland setzt man auf den Stammdaten-Partner und das wird auch so bleiben. „Wir automatisieren somit die Prozesse und das ist gerade bei großen Herstellern und in der Zusammenarbeit mit diesen wichtig“, so Beurskens. Die Daten sind dann schließlich skalierbar und die Produkte sind schnell abbildbar. Für regionale Produkte vor allem aus dem Obst und Gemüse-Bereich ist man als online-Händler noch selbst gefordert, was sie Bilddatei anbelangt, aber bei großen Herstellern arbeitet man mit den GS1 Bilddatenbanken.

Aber nicht nur GS1 Sync ist bei gurkerl.at ein Thema. Mit den regionalen Lieferanten startet man einen Aufbau der Lieferung über EDI Web. Damit gehen die Bestellungen schneller und der Ablauf ist reibungslos.

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Veröffentlicht am

09.09.2021