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FFP2 Maske

FFP2-Maskenpflicht in LEH und DFH

Das Coronavirus sorgt immer noch für Unruhe und ständig wechselnde Herausforderungen in der Handelsbranche. Der LEH ist zwar nicht von den Schließungen bis voraussichtlich 7. Februar 2021 betroffen, muss aber ab 25.1. eine FFP2-Maskenpflicht umsetzen.

Autorin: Michaela Schellner

Konkret gilt diese für Kunden und Mitarbeiter. Bekannt gegeben hat man die neue Maßnahme, die seitens der Bundesregierung u.a. mit den entdeckten und ansteckenderen Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika begründet wurde, am gestrigen Sonntag (17.1.2021); Spekulationen in einigen Medien gab es jedoch bereits länger. Nun haben die Lebensmittelhändler rund eine Woche Zeit, um die neue Vorgabe umzusetzen. Darüber hinaus wird eine Erhöhung des Mindestabstandes auf 2 Meter gefordert, der wohl vor allem im Kassenbereich zu langen Warteschlangen führen wird. Alle anderen bereits bisher gültigen Regelungen, wie beispielsweise Öffnungszeiten zwischen 6 und 19 Uhr und  10m2 Platz pro Kunde bleiben auch ab dem 25.1.2021 aufrecht.

Marginal besserer Informationsaustausch

Im Gegensatz zur überhasteten Ankündigung einer Schutzmaskenpflicht im März 2020, dürfte der Informationsaustausch zwischen Händlern und Bundesregierung dieses Mal etwas besser geklappt haben. Damals gingen die Wogen in der Branche vor allem deshalb hoch, weil nicht flächendeckend Gespräche geführt wurden – die Nah&Frisch-Kaufleute sowie kleinere regionale Anbieter wurden beispielsweise gänzlich vergessen. Mag. Hannes Wuchterl, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher der ZEV Nah&Frisch Marketingservice, freut sich über eine etwas längere Vorlaufzeit, hätte sich aber eine persönliche Information gewünscht, die es leider wieder nicht gab. "Wie die Verordnung konkret aussehen wird, weiß im Moment noch niemand. Wir warten hier auf den konkreten Text. Vieles haben wir erneut aus Pressekonferenzen erfahren. Jetzt arbeiten wir daran, unsere selbstständigen Nah&Frisch-Kaufleute im Beschaffungsprozess zu unterstützen und sind gut gerüstet, weil wir uns bereits beim Aufkommen erster Gerüchte gut vorbereitet haben." In die Kaufleute hat er größtes Vertrauen, "da sie die Krise ja auch schon bisher äußerst professionell gemeistert haben."

Hannes Wuchterl_quer


Beschaffungsprozess im Laufen

Dennoch sind auch dieses Mal noch einige Fragen offen. Spar-Unternehmenssprecherin Mag. Nicole Berkmann erklärt auf Nachfrage von retailreport.at: "Wir sind gut vorbereitet, die Mitarbeiter werden FFP2-Masken tragen und wir haben genug Masken zum Ausgeben an die Kunden vorrätig." Details etwa zu den Kosten für die Konsumenten und dem Ausgabeszenario könne sie aber derzeit noch nicht nennen.

Spar-Unternehmenssprecherin, Mag. Nicole Berkmann


Etwas konkreter äußert sich Diskonter Hofer, wo der Bestellprozess bereits im Laufen ist. „Die FFP2-Masken werden voraussichtlich Ende der Woche eintreffen und für unsere Kundinnen und Kunden zum Selbstkostenpreis in unseren Filialen erhältlich sein. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden FFP2-Masken zur Verfügung gestellt. Wir versuchen ausreichend FFP2-Masken zu erhalten und werden gegebenenfalls auch Nachlieferungen in Auftrag geben“, so Generaldirektor Horst Leitner.

Horst Leitner


Auch Mitbewerber Lidl ist auf die neue Situation gut vorbereitet. Hansjörg Peterleitner, Leiter der Abteilung PR, betont: "Wir bieten unseren Kunden bereits seit längerem auch FFP2-Masken in unseren Filialen an und können hier auf eine entsprechende Lieferantenstruktur zurückgreifen. Aktuell kosten die FFP2-Masken bei uns österreichweit 0,99 Euro, allerdings ist die Preisentwicklung aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nicht absehbar. Natürlich werden wir auch unsere Mitarbeiter mit FFP2-Masken ausstatten."

Wer kontrolliert?

Die Frage, wie die Einhaltung der geltenden Regeln kontrolliert werden soll, löst bei allen Gesprächspartnern ein Schulterzucken aus. Der generelle Tenor lautet jedoch, dass man auf die Unterstützung der Kunden hofft, die auch die bisherige Maskenpflicht größtenteils ohne Probleme mittragen. Bei der Rewe International, wo man ebenfalls auf ein entsprechendes Kontingent an Schutzmasken verweist, dessen Selbstkostenpreis jedoch noch nicht genannt werden kann, kündigt Unternehmenssprecher Mag. Paul Pöttschacher gegenüber retailreport.at jedoch eine klare Kommunikation an die Kunden und ein striktes Vorgehen bei Nichtbeachtung der geltenden Regeln an: "Der Schutz der Gesundheit unserer KundInnen sowie unserer MitarbeiterInnen hat für uns höchste Priorität. Personen, die der geltenden Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in den Verkaufsräumen des Einzelhandels nicht nachkommen, können wir daher keinen Zugang zu unseren Geschäften gewähren. KundInnen, die aus gesundheitlichen Gründen von der Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske ausgenommen sind, möchten wir bitten, eine entsprechende ärztliche Bestätigung mit sich zu führen und diese auf Nachfrage vorzuzeigen."

Auch die Interessensvertretungen wie der Handelsverband und die Wirtschaftskammer Österreich sehen die Einführung der Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken grundsätzlich positiv. Handelsverbands-Geschäftsführer Mag. Rainer Will: "Der Handelsverband hat der Bundesregierung in allen Gesprächen versichert, die erprobten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen vollinhaltlich einzuhalten und diese ab 25. Jänner um das FFP2 Maskengebot für MitarbeiterInnen und KundInnen zu erweitern. Die Handelsketten werden die Masken zum Selbstkostenpreis an die Konsumenten abgeben, wir gehen von 1 bis 2 Euro pro Stück aus. Auch der Sicherheitsabstand wird aufgrund der neuen virologischen Situation durch die Mutation B117 auf 2 Meter erweitert." Untermauert wird aber erneut die desaströse Lage für die gesamte Handelsbranche, weshalb Will einmal mehr eine Öffnung aller Betriebe zu gleichen Bedingungen fordert.

Statements der weiteren Händler und Interessensvertretungen reichen wir Ihnen in Kürze nach.

 

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Veröffentlicht am

18.01.2021