Schutzmaskenpflicht im Supermarkt

Das Drama mit der Maske - die letzten News

Die Händler nehmen die Maskenpflicht sehr ernst. Von klein bis groß setzen alle die geforderten Maßnahmen um.

Die Deadline für die zusätzlichen Hygieneregeln (Ausgabe von MNS-Masken, usw) wurde mit 6. April 2020 datiert. Vorerst gilt das Tragen der Masken nur in Supermärkten und Drogerien, die größer als 400 m2 sind, später soll es auch für weitere Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel verpflichtend kommen. Und trotzdem machen alle mit! 

Zwei wesentliche Dinge seien noch erwähnt: der Handelsverband hat eine Plattform für Schutzmasken-Beschaffung gestartet: www.handelsverband.at/schutzmasken. Dort finden Händler seriöse Anbieter (keine gebrauchten Masken aus China, etc). 
Und zweitens wäre es sinnvoll, wenn sich die Verantwortlichen der bis dato 40.000 geschlossenen Geschäfte mit dem Thema perspektivisch auseinandersetzen, denn Schutzmasken werden wohl eine Vorgabe bleiben (inkl. Mindestabstand), auch wenn die Geschäfte wieder geöffnet werden.

Was gibt es Neues?

Großes Lob an den Handel mit Lebensmitteln, ob klein oder groß: auch wenn die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Maskenpflicht sehr groß waren, so wurden sie gemeistert - auch wenn der Handel regelmäßig in der Kritik vieler Institutionen steht, so muss man nochmals betonen: die Mitarbeiter (selbstständig oder angestellt) sind laufend in einer gesundheitlichen Gefährdung; der Stresslevel ist ausgesprochen hoch; die Masken mussten selbst besorgt werden und überdies bezahlt. Dazu kommt Kritik an den Händlern von Konsumenten, WIE die Masken verteilt werden. Statt sich dafür zu bedanken, dass man Masken nicht selbst herstellen muss, hagelt es von Seiten der österreichischen Bevölkerung auch noch Kritik. Umso beachtlicher sind all die Lösungen, die vom Handel - egal welche Verkaufsflächengröße - geboten werden.

retailreport.at möchte kurze Szenen abbilden, was innerhalb von vier Tagen (!) alles passiert ist: 
Hofer verteilt nicht nur Masken, sondern hat als weiteren Beitrag im Kampf gegen die Verbreitung des Virus alle seine Filialen mit Handdesinfektions-Spendern ausgestattet. Diese sind ab sofort für alle Kunden im Eingangsbereich der über 500 Hofer Filialen frei zugänglich und können denkbar einfach benutzt werden. Auch Lidl hat Händedesinfektionsmittel für die Kunden. Auch alle Einkaufswägen werden desinfiziert.

„Wir haben heute mit der Verteilung an Kunden begonnen und werden die Ausgabe der Masken in den nächsten Tagen, auch in Abhängigkeit der weiteren Verfügbarkeit, fortsetzen“, bestätigt MPreis.

Mit der Situation wohl am meisten kämpfen selbstständige Kaufleute. Nah&Frisch Geschäftsführer Hannes Wuchterl: „Wir haben viel Energie und Herzblut hineingesteckt, um trotz der schwierigen Ausgangslage schon ab Montag unseren Kunden bei vielen Nah&Frisch Kaufleuten MNS-Masken anbieten zu können. Wir sind stolz darauf, so auch in die kleinen und kleinsten Gemeinden Österreichs bestmöglichen Schutz vor gegenseitiger Ansteckung zu bringen.“ Nah&Frisch bemüht sich laufend zusätzliche Masken zu bekommen, ob eine 100% Versorgung aller Nah&Frisch Geschäfte mit Montag machbar ist, ist allerdings noch offen.

Die Nah&Frisch Kaufleute werden daher zusätzlich auf Plakaten vor den Geschäften, die Kunden, die noch keine Maske haben, ersuchen, Mund und Nase mit einem Schal oder einem Tuch zu bedecken. Hannes Wuchterl: „Alle Experten versichern uns, dass dies eine adäquate Maßnahme ist, für alle die noch keine Maske haben.“

Noch ungeklärt ist aus Sicht von Nah&Frisch die Finanzierung der Masken, deren Beschaffung am Markt unter den aktuellen Bedingungen, auch von den finanziellen Möglichkeiten her, ein enormer Kraftakt ist.

Hannes Wuchterl: „Das Wichtigste ist jetzt der gegenseitige Schutz im Geschäft. Die Kosten dürfen aber nicht an den kleinen selbstständigen Kaufleuten und ihren beliefernden Großhandelshäusern hängen bleiben, die über die Maßnahmen zu spät informiert wurden. Hier haben wir Gesprächsbedarf mit der Regierung.“

Um auch alle anderen Händler zu erwähnen: Bei Spar, Interspar, der kompletten Rewe, Lidl, dm Drogeriemarkt und allen anderen Händlern ist die Umsetzung der Schutzmaskenpflicht bereits abgeschlossen oder vor dem Abschluss und wird laut der Gesetzesordnung umgesetzt. 

Supermärkte und Drogerien und Drogeriemärkte, deren Kundenbereich eine Quadratmeteranzahl von 400 m² unterschreitet, haben abweichend von obiger Aufzählung die allgemeinen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus (COVID-19), wie z.B. regelmäßiges gründliches Reinigen der Hände der Mitarbeiter mit Seife oder einem Desinfektionsmittel, Halten eines Abstandes von mindestens einem Meter und Einhaltung von Atemhygiene der Mitarbeiter sicherzustellen. Darunter fallen einige Nah&Frisch-Händler, sowie Adeg-Kaufleute (Die Verkaufsflächen der unterschiedlichen Nah&Frisch-Kaufleute reichen von 144-206 m2, Adeg Kaufleute haben eine durchschnittliche Verkaufsfläche von 196 m2). 

So gut die Regierung auch mit der Corona-Krise im allgemeinen Sinne umgeht, so chaotisch war die Richtlinie, dass ab Mittwoch in den Einkaufsstätten Österreichs Schutzmaskenpflicht herrscht – zumindest dort, wo welche vorhanden sind – soviel weiß man heute bereits. Die Belieferung der einzelnen Märkte mit Schutzmasken kann nur in Tranchen gehen, da es logistisch gar nicht anders möglich ist. 

Wo es Masken für den Handel gibt, das können Sie auf der Website des Handelsverbandes nachlesen, der einen umfassenden Überblick jener Firmen gibt, die Masken liefern.

Daher werden viele Handelsbetriebe, insbesondere KMU-Händler und selbstständige Kaufleute, aber auch andere Nahversorger wie Bäcker, Reformhäuser oder Tierfutterhändler, frühestens in den kommenden Wochen mit der Ausgabe an die Kunden starten können, so hört man von Seiten des Handelsverbandes.

Denn was fehlt sind nicht nur Informationen, wer die Masken bezahlen soll, vielmehr fehlt die Angabe, WIE man mit den Masken umzugehen hat. Die behördlichen Anweisungen erfolgen erst NACH Ankündigung des Tragens von Schutzmasken, somit entstand Unsicherheit und Chaos bei den Händlern.

Von Beginn an: Am Montag in der Früh kam die Aufforderung nach einer Maskenpflicht ab Mittwoch. Darauf vorbereitet war wohl kaum ein Händler, ob selbstständig oder im Konzern eingebunden. Man hört von den betroffenen Händlern, dass man erahnen konnte, dass diese Maßnahme ergriffen wird, wenn man im benachbarten Ausland, wie etwa Italien, ebenfalls Märkte betreibt. Dort sind die Masken beim Einkauf schon länger Pflicht.

Nur wer sich dieser Situation bewusst war, der hat sich bereits rechtzeitig um Lieferungen in großen Mengen gekümmert. Sonst nicht.

Die Regierung stellt den Handel in jedem Fall hier allerdings vor große Herausforderungen. Selbst Krankenhäuser und Blaulicht-Organisationen können den Bedarf auch im Bereich der MNS Masken nicht decken.

Wer bezahlt?

Die erste Frage stellt sich bereits bei den Kosten. Jene Händler, die bereits Masken besorgt haben, werden wohl oder übel die Kosten vorerst selbst tragen. Das können sich mit Sicherheit nicht alle Händler leisten, schon gar nicht, wenn sie selbstständig sind und eine Maske von den Kosten her zwischen 60 cent und 1 Euro betragen. Der Handelsverband gab dazu eine Meldung heraus, dass man von etwa 4 Millionen Masken pro Tag in Österreich ausgeht. Und er fordert demnach: Sollte die Ausgabe der Masken an die Konsumenten kostenfrei erfolgen, fordern wir eine vollständige Entschädigung für den Ankauf, die Bereitstellung und Ausgabe der Masken – alles andere wäre unfair", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. So mancher Händler ist sogar dazu bereit die ersten Kontingente im Sinne der Sache gratis auszugeben, aber das kann nicht bis ad infinitum gehen.

Nebenbei sei erwähnt, dass das nicht bedeutet, dass sich der Handel in Österreich gegen diese Maßnahme wehrt, es geht nur um eine strukturierte und klare Umsetzung inklusive Beantwortung aller Fragen.

Keine falschen Sicherheiten

Und davon gibt es genug: wie sieht die korrekte Verteilung der Masken aus? Wer entscheidet am Eingang, ob eine selbst mitgebrachte Maske passt oder nicht? Muss der Handel dafür extra Personal dafür abstellen? Wie sieht die Kontrolle im Markt aus? Wie sieht die Entsorgung der Masken aus? Wann gibt es behördliche Richtlinien dazu? 

Finden Sie nähere Informationen im ERLASS der BUNDESREGIERUNG, der hier als pdf-Dokument angehängt ist!

retailreport.at hält sie am Laufenden.

von Gabriele Jiresch

Veröffentlicht am

31.03.2020