Fairtrade-Grundgehalt für Bananenarbeiter ab Juli 21

Fairtrade-Grundgehalt für Bananenarbeiter

Fairtrade führt ab Juli 2021 ein Fairtrade-Grundgehalt für Beschäftigte auf zertifizierten Bananenplantagen ein.

In den Regionen der Bananenproduktion herrscht enormer wirtschaftlicher Druck auf die Produzentenorganisationen. Darüber hinaus greift die Klimakrise bereits massiv in die Anbaubedingungen vor Ort ein (neue Pilzerkrankungen und Schädlinge breiten sich immer weiter aus), die Ernteerträge und damit die Einkommen sinken weiter. Fairtrade reagiert darauf und führt ab Juli 2021 ein Fairtrade-Grundgehalt für Beschäftigte auf zertifizierten Bananenplantagen ein.

Plantagen sind dadurch verpflichtet, ihren Beschäftigten künftig mindestens 70 % eines existenzsichernden Nettolohnes zu zahlen. Die Höhe eines solchen Lohnes variiert je nach Land und Region. Überall dort, wo das Grundgehalt noch nicht erreicht ist, muss der Lohn entsprechend angehoben werden – selbst dann, wenn der staatliche Mindestlohn darunter liegt. Gesenkt werden dürfen Löhne dagegen nicht. Sofern ein existenzsichernder Lohn noch nicht erreicht ist, müssen künftig bis zu 30 % der Fairtrade-Prämieneinnahmen als sogenanntes Cash-Payment an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Weitere 20 % können ausbezahlt werden, sofern die ArbeiterInnen dies möchten.
Der Grundlohn, die Stärkung der Gewerkschaften und die Teilauszahlung der Prämiengelder sind wichtige Maßnahmen, um das Lohnniveau im gesamten Bananensektor anzuheben.

Die Fairtrade-Prämie als Lohnauszahlung

Die sogenannte Fairtrade-Prämie erhalten alle Produzentenorganisationen zusätzlich zum Verkaufspreis. Derzeit liegt die Prämie bei einem US-Dollar pro Kiste Bananen, die zu Fairtrade-Bedingungen verkauft werden kann. Die Beschäftigten auf Plantagen entscheiden üblicherweise gemeinsam und in einem demokratischen Prozess, in welche sozialen, ökologischen oder ökonomischen Gemeinschaftsprojekte die Prämie investiert wird und welche Ziele erreicht werden sollen. „Im Zuge der Standardüberarbeitung müssen in Zukunft aber bis zu 30% der Fairtred-Prämie als „Cash-Payment“ an die Beschäftigten ausgezahlt werden, sollte ein existenzsichernder Lohn noch nicht erreicht werden. Auf Wunsch der Arbeiterinnen und Arbeiter kann dieser Anteil um weitere 20% erhöht werden“, so Fairtrade Österreich Geschäftsführer, Hartwig Kirner. Um gewerkschaftliche Strukturen zu stärken und langfristig Kollektivverträge mit höheren Löhnen für die gesamte Bananen-Branche zu fördern, soll darüber hinaus auch der aktive Dialog zwischen Beschäftigten und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern weiter forciert werden.

Veröffentlicht am

23.04.2021