Kunden beim Scannen

Kundenakzeptanz von Selbstbediener-Kassen

Alternative Kassenprozesse werden vom Handel stets überprüft - in der Hinsicht, ob sie der Verbraucher auch annimmt. Eine Studie des EHI.

SB-Kassen erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit, wie eine Studie des deutschen EHI (Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel) in einer Studie feststellte. Bei der letzten Studie dieser Art war dem noch nicht so, offensichtlich haben die Konsumenten gelernt diese Bezahl-Alternative zu bedienen. Die Ergebnisse betreffen Deutschland, die Trends kommen schleichend nach Österreich.

Die Studie von Studienautor Frank Horst zusammengefasst:


Waren es in 2015 knapp über die Hälfte, so sind es heute bereits 78 % der deutschen Verbraucher, die SCO-Systeme kennen. Tragbare Handscanner, die der Kunde beim Betreten des Markts am Eingang erhält, kennen bereits 28 % der Befragten. Auch die Nutzung von SCO-Systemen ist – analog zu einer größeren Verfügbarkeit im Handel – deutlich gestiegen. Rund 32 Mio. Menschen nutzen mittlerweile stationäre oder mobile Systeme, darunter 13 Mio. sogar häufig oder immer. Während 9 % der diesjährigen Befragten „immer“ die SB-Lösung nutzen und weitere 9 % sie „häufig“ nutzen, treffen die übrigen Nutzer ihre Wahl situationsabhängig, z.B. auf Basis der Warteschlangensituation an den herkömmlichen Kassen oder abhängig von der Art und Anzahl der Artikel. Bei einer überschaubaren Artikelanzahl wird häufig der schnellere Vorgang an der SB-Kasse bevorzugt. Ob die SB-Systeme genutzt werden, hängt aber auch davon ab, ob neben der Zahlung mit Karte zusätzlich eine Barzahlungsmöglichkeit angeboten wird. Bei der Motivation für die Nutzung von Handscannern und Scanner-Apps tritt neben der Zeitersparnis der Spaß an technischen Neuerungen noch stärker in den Vordergrund.

Altersstruktur


Die Akzeptanz der SB-Kassen ist bei jüngeren Menschen am höchsten. Unter den 14- bis 29-Jährigen nutzen insgesamt 66 % diese Systeme mindestens selten. 53 % der 40- bis 49-Jährigen nutzen die stationären Systeme mindestens selten. Erst in der Altersklasse der über 60-Jährigen nimmt der Nutzungsanteil eklatant ab. Hier liegt der Anteil der Menschen, die mindestens manchmal an der SB-Kasse ihre Artikel scannen, bei lediglich 12 %.
Hinsichtlich der von den Befragten genannten Barrieren hat sich seit 2015 kaum eine Verschiebung gegeben. Bei den Nichtnutzern ist die größte Barriere die Gewohnheit. Hinzu kommen das soziale Verantwortungsgefühl gegenüber Angestellten sowie die Reduktion des menschlichen Miteinanders als zentrale Hinderungsgründe. Der persönliche Kontakt und die fehlende „Autorisierung“ sind dabei relevante Dimensionen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich in der Gruppe der heutigen Nichtnutzer noch enorme Nutzungspotenziale befinden. Wenn in Zukunft die Zahl der Geschäfte mit SB-Kassen zunimmt und die von den Konsumenten geäußerten Hindernisse abgebaut würden, können sich 57 % der heutigen Nichtnutzer künftig vorstellen, solche Kassen zu nutzen. Folglich kann nach derzeitigem Stand mit einem Anstieg des gesamten Nutzeranteils um weitere 15 % in den kommenden Jahren gerechnet werden.

Grafik EHI 1
Z I

Veröffentlicht am

06.11.2019