Rewe International Vorstand Marcel Haraszti zur Billa Plus Implementierung

Billa Plus mit einem Big Bang

Mit der Eheschließung von Billa und Merkur nehmen beide den gleichen Namen an – so vermittelt es auch der neue Werbespot.

Autor: Gabriele Jiresch

Schneller als gedacht erfolgte nun die Verwandlung der Merkur Märkte Österreichs in Billa Plus-Märkte. Innerhalb des letzten Wochenendes hat das gesamte Team der Rewe in Österreich die Ärmel ordentlich raufgekrempelt und die äußere Erscheinung vom grünen Merkur Markt auf die gelben Billa Plus Märkte verändert: 144 Märkte wurden über das Osterwochenende umgestellt.

In konkreten Zahlen: 90 Fassaden, 700 Werbeschriften, 40.000 Einkaufswägen, 1000 Logos auf den Verkaufsflächen, 10.000 neue Arbeitskleidungen für die Mitarbeiter, sowie 10 Mio. neue Preisschilder wurden ausgetauscht – sowohl bei Billa als auch bei Billa Plus. Es wurde ein zweistelliger Millionenbetrag ins Rebranding investiert.

Billa Plus = Preis Minus

Der große Big Bang ist weniger die bereits bekannte Umstellung der Märkte, sondern die für den Rewe-Konzern wirklich neue Preis- und Sortimentsführung, die sich wie folgt zusammensetzt und im Anschluss erläutert wird:

  1. 2000 gesenkte (Kurant-) Preise
  2. Erweitertes Bio- und Eigenmarken-Sortiment
  3. Veränderung der Aktionen und vereinfachter Zugang zu Aktionen auch ohne JöBonus-Club-Karte
  4. Online Shops werden erweitert

Große Preissenkungswelle

Es ist die größte Preissenkungswelle in der Geschichte von Billa. 2000 Preise bei Billa und Billa plus werden jetzt vom Kurantpreis weg reduziert. „Das ist erst der Anfang, da kommt noch mehr, es wird Überraschungen geben“, verspricht Vorstand der Rewe International, Marcel Haraszti. Die 2000 Artikel beziehen sich auf das Gesamtsortiment, nicht alle 2000 sind in den Märkten erhältlich. Um welche Artikel handelt es sich?
Es sind jene Artikel, die nach Umfragen die Konsumenten am liebsten haben. „Welche das sind, das war unsere Entscheidung, also jene des Einkaufs unter der Leitung von Erich Szuchy. Die Abteilung hat das eigenständig entschieden“, so Haraszti. Ab nun verzichtet Billa und Billa Plus auch auf die Kennzeichnung „Dauertiefpreis“, um die Konsumenten nicht noch mehr zu verwirren. Verlässliche Kurantpreise werden ab nun Standard in jedem Preissegment.

Ent-Wirrung

Thema Ver- und Entwirrung: Billa/Billa Plus fahren ab sofort ein sehr vereinfachte Aktionspolitik:

  • „Ich suchs mir aus-Rabatte“ und „Satte Rabatte“ wird es ab nun nicht mehr geben.
  • Es gibt die Extremwochen: Do-Mi, rund 10 der beliebtesten Artikel in einer Warengruppe werden um bis zu 50% billiger. Die Aktion gilt bei jedem Einkauf und wird automatisch an der Kassa abgezogen – Jö Karte nicht nötig.
  • Extrem-Wochenende: Do-Sa, nur bei Billa Plus, die 10 beliebtesten Produkte einer zweiten Warengruppe sind ebenfalls um 50% reduziert – damit erhält sich Billa Plus den Nimbus des Verbrauchermarktes, in den man vor dem Wochenende den Großeinkauf macht.
  • 25%-Pickerl bleiben bei Billa und Billa Plus erhalten, gelten aber ab nun auch auf Mehrfachgebinde (Kisten, 6erTräger bei AF-Getränken und Bier). Sie gelten bei Billa und Billa Plus.
  • Den Jö-Rabattsammler gibt es weiterhin, er ist ab Mai einmal pro Monat bei Billa und Billa Plus einlösbar.
  • Rabattsammler und 25%-Pickerl sind auch anwendbar auf preisgesenkte Artikel (bisher Dauertiefpreis), die einzige Ausnahme bleibt „Clever“.
     

Sortimentsveränderungen

Mit der Umstellung außen kommt auch eine Umstellung innen:

  • Billa Bio bietet ab nun mit zusätzlichen 135 Artikeln tiefere Preise im Bio-Bereich, Ja! Natürlich bleibt klarerweise erhalten und ist Vorreiter mit Gold-Standard.
  • Einige Produkte werden komplett auf Bio umgestellt, wie etwa die Kaisersemmel. Davon verkaufte man bis dato 100 Mio. pro Jahr; das bedeutet eine deutlich höhere Absatzmenge an Bio-Getreide für die österreichischen Bauern.
  • Ab Mai kommt auch Bio-Frischfleisch in die Billa Plus-Märkte, wie sie auch schon bei Billa ist: Pute, Huhn, Rind und Schwein.
  • Einführung von 60 „bi life“ (Nahrungsergänzungsmittel und Medizinprodukte) und 100 „bi good“ (Naturkosmetik und umweltfreundliche Produkte) bei Billa Plus. Die Eigenmarke gab es bisher nur bei Bipa.
  • Erweiterung des Festtagssortiments und der Billa Eigenmarke
  • Erweiterung der regionalen und lokalen Produkte (derzeit etwa 9000). Mit Hilfe von Einkaufsscouts in den sieben neuen Regionen werden diese Produkte nun verstärkt gelistet.

Digitalisierung geht den Weg mit

Den neuen Weg geht die Digitalisierung mit: Mit Billa Plus werden das Sortiment im Online-Shop und die Click&Collect Standorte ausgebaut. Derzeit sind es 600 Click&Collect-Standorte. Dies gilt auch für zusätzliche Dienstleistungen wie den Paket-Service. Was bleibt sind die Shop-in-Shop-Lösungen mit Händlern wie Red Zac oder regionalen Spielwarenhändlern.

Expansion wird stark vorangetrieben

Bis 2024 soll das Filialnetz um 100 zusätzliche Standorte erweitert werden, die Schwerpunkte liegen vor allem im Westen: Tirol, Salzburg, aber auch im bereits erfolgreich bearbeiteten OÖ. Bis 2024 sind aber nicht nur 100 neue Märkte geplant, sondern auch 200 Umbauten. Schon heuer gibt es 35 neue und 60 umgebaute Filialen.
„Der Westen lechzt nach neuen Standorten“, so Haraszti.  Pro Jahr sind im übrigens 5-8 Billa Plus Märkte geplant, der Rest wird Billa.

Fix ist: es wird zu keinen Schließungen kommen – im Gegenteil: man plant bis zu 1000 neue Jobs in Österreich.

Was die Ko-Existenz mit Adeg anbelangt, so sieht Haraszti gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit. „Ein Billa-Kaufmann kann gut mit einem Adeg-Kaufmann ko-existieren“, meint er, wenngleich auch hier noch keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden. „Wann wir mit neuen Kaufleuten starten, ist eine Entscheidung, die mit der Adeg gemeinsam getroffen wird“, so Haraszti.

Blick in die Zukunft

Der Vorstand wiederholt abermals: „Wir investieren in die Kundenzufriedenheit und wollen Nummer 1 bei dieser werden. Der Marktanteil ist uns ‚wurscht‘. Wir erkaufen uns keine Marktanteile, sondern investieren in Sortimente und Dienstleistungen“, so Haraszti. Was die Entwicklung der Sortimente betrifft, so meint er, dass es weiter einen Wettlauf zwischen Eigenmarke und Industriemarke geben wird. Die Industriemarke ist weiterhin angehalten, Innovationen zu bieten. Das Team um Erich Szuchy kann schnell und direkt entscheiden, welche Sortimente zu welchem Standort passen – damit wird es maßgeschneiderte Lösungen geben.

Wie feiert Billa mit Billa Plus in Covid-Zeiten?

Da man keine üblichen Feste veranstalten kann, wird es in den Märkten spezielle Verkostungen auch mit der AMA geben, aber auch eine Jubiläumstorte wird zum Kauf angeboten.

Neue Schilder führen zu den Billa Plus Märkten
Neues Beispiel der Aktionen

Veröffentlicht am

06.04.2021