Karl Schwarz Jun., Zwettler Bier

Rohstoffe als Wermutstropfen

2018 war der hohe Gesamtausstoß dem schönen Wetter geschuldet, dieses bringt aber auch klimatische Veränderungen.

Auch die Bierbranche weiß ein Lied von klimatischen Veränderungen und den Auswirkungen auf den Brau-Prozess zu singen. Karl Schatz jun, Chef der Zwettler Brauerei und der Bierwerkstatt Weitra nennt 2018 ein Jahr des "Wechselbades der Gefühle". Auf der einen Seite sind Menge und Umsatz gestiegen, aber die Rohstoffverfügbarkeit und somit auch die Preise sind in einer schwierigen Situation. Insgesamt wurden 24,9 Mio. Euro umgesetzt (ein Plus von 4,2 %), der Gesamtausstoß lag bei 210.500 Hektolitern Getränken, davon 193.200 Hektoliter Bier (+ 2,93 %). Für die Zukunft rüstet sich das Familienunternehmen und investiert in die Erweiterung von Kapazitäten, die Absicherung von Rohstoffen aus dem Waldviertel, ein hohes Engagement zum Schutz des heimischen Wassers und Investitionen in erneuerbare Energien. Die für das Bierbrauen essenziellen Rohstoffe Hopfen und Braugerste sind durch langfristige Verträge mit Bauern und Produzenten aus der Gegend abgesichert.

Dass die Fokussierung auf die Region auch ein Faktor für die positive unternehmerische Entwicklung ist, zeigen einzelne Produkte. So hat die Einführung des beliebten Zwickl-Bieres in der 0,5-Liter-Flasche im LH aktiv zum Erfolg des Vorjahres beigetragen. 

„Die Biere aus der Bierwerkstatt Weitra sind extrem begehrt, aber sehr oft ausgetrunken“, schmunzelt Schwarz. Daher soll im kommenden Jahr die Kapazität von derzeit 16.000 Hektoliter pro Jahr nahezu verdoppelt werden, dafür werden insgesamt 3,5 Millionen Euro unter anderem in einen neuen Gär- und Lagerkeller, eine neue Würzepfanne mit Energierückgewinnung sowie eine Kühlung für Lagertanks und Gärbottiche investiert. Gleichzeitig bekommen die Biere aus Weitra ein adaptiertes Design in Form neu gestalteter Flaschenetiketten und 6er-Träger; auch der Online-Auftritt wird gestärkt. Hatte Weitra Bräu vor der Übernahme nur lokale Bedeutung, wird heute bereits mehr als zwei Drittel der Verkaufsmenge außerhalb des Waldviertels abgesetzt – hier vor allem in der Bundeshauptstadt Wien.

In der Privatbrauerei Zwettl selbst sind für 2019 große Investments geplant: 6,5 Millionen Euro fließen allein in die Errichtung einer neuen, 6000 m² großen, Lagerhalle. Ein Teil der Halle wird als Bürofläche fremdvermietet, auch der vor einem Jahr von der Brauerei übernommene regional wie überregional tätige Weinfachhändler „Hauptsache Wein“ zieht inklusive angeschlossener Vinothek ein. Der Baubeginn erfolgt in Kürze. 

Veröffentlicht am

11.01.2019