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Wiesbauer-Firmensitz in Wien-Inzersdorf

Wiesbauer: Kosten relativieren Umsatzplus

Mit einem Gruppenumsatz von 224 Mio. Euro konnte Wiesbauer 2022 einen neuen Rekordwert erzielen. Allerdings stehen der positiven Ertragssituation explodierende Kosten in der Produktion gegenüber.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Wiesbauer den Gesamtumsatz von 185 Mio. Euro (2021) auf 224 Mio. Euro kräftig steigern. Jedoch ist dieses Wachstum getrübt durch die derzeit sehr schwierige Marktsituation: Die Umsatzzuwächse resultieren zu einem großen Teil aus den im Handel umgesetzten Preiserhöhungen und relativieren sich durch die extrem gestiegenen Kosten in der Produktion.

Im Wiener Stammbetrieb, der rund die Hälfte des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, konnte Wiesbauer einen Zuwachs auf 113 Mio. Euro (+7,6 %) verzeichnen. Die Absatzmengen der beliebten österreichischen Wurstspezialitäten blieben dabei mit 12.500 Tonnen stabil.
Anders bei Wiesbauer Gourmet: Der Gastro-Fleischspezialist aus Niederösterreich erzielte deutliche Absatzsteigerungen und ein sensationelles Umsatzplus von 52 auf 78 Mio. Euro. Damit ist das Vor-Corona-Niveau übertroffen.
Auch die Landmetzgerei Senninger, die in Salzburg auf die Herstellung hochwertiger Würstel spezialisiert ist, konnte nicht nur beim Umsatz auf 14 Mio. Euro (2021: 10 Mio. Euro) kräftig zulegen, zudem wurde der Absatz ebenfalls um mehr als 20 % gesteigert.
Wiesbauer-Dunahus in Ungarn erzielte 19 Mio. Euro.

Das Umsatzplus deckt kaum die Mehrkosten

„In Hinblick auf die Rahmenbedingungen sind wir gut unterwegs“, zeigt sich Wiesbauer-Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer realistisch, doch er betont auch: „Die Umsatzentwicklung scheint auf den ersten Blick überragend, aber unterm Strich decken die Preiserhöhungen kaum die gestiegenen Mehrkosten.“
Allein die Mehrkosten für Strom liegen bei mehr als 2,5 Mio. Euro, dazu kommen das Gas für die Räucherung, die explodierten Preise bei den Rohstoffen und die Teuerungen bei Verpackung und Logistik. Um dem enormen Kostendruck standzuhalten, spart Wiesbauer übrigens keineswegs bei der Belegschaft: Die Mitarbeiterzahl innerhalb der Wiesbauer-Gruppe ist im Vorjahr auf 870 angestiegen.

Ausblick für das Jahr 2023

„Das Jahr 2023 wird um nichts einfacher, es gibt noch immer viele Herausforderungen zu meistern“, dessen ist sich Thomas Schmiedbauer bewusst. „Aber wir haben unsere Erfahrungen gemacht und daraus gelernt und blicken weiterhin positiv in die Zukunft.“
In diesem Sinne wird in alle vier Standorte weiter investiert. Unter anderem wird bei Wiesbauer in Wien schon im heurigen Frühjahr der Spatenstich für einen mehrstufigen Zubau erfolgen. Die erste Baustufe für die Produktionserweiterung soll im Herbst 2023 abgeschlossen sein, die zweite für ein hochmodernes automatisiertes Kistenlogistik-Lager bis Ende nächsten Jahres.

Für 2023 erwartet Thomas Schmiedbauer weitere Umsatzzuwächse und hat sich eine deutliche Absatzsteigerung zum Ziel gesetzt: „Wir haben im letzten Jahr mit Bravour gezeigt, dass Wiesbauer im In- und Ausland ein verlässlicher Partner des Handels ist. Dieses Jahr werden wir vor allem mit einigen Top-Innovationen noch eins draufsetzen!“

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geschrieben am

08.02.2023