Vertrauen stiften und in der Krise gewinnen

Wer Vertrauen stiftet, gewinnt in der Krise

Warum sind manche Marken in Krisen beliebter und andere nicht? Dieser Frage ist das Team rund um Thomas Schwabl/Marketagent nachgegangen.

Ist ihre Marke krisenresistent und was bedeutet das überhaupt? Lisa Patek und Thomas Schwabl von Marketagent sind sich sicher: sie ist es, wenn sie Vertrauen stiftet. 

Und das gilt insbesondere in Krisenzeiten, in der sich der Glaube in eine Marke seitens der Konsumenten als unentbehrliches Gut erweist, um am Markt bestehen zu können. Welchen Brands ist genau das gelungen? Die Ergebnisse des BRAND.Swipe Trust Specials von Marketagent geben Aufschluss.

Vertrauen wird al Fundament in die Marke gesehen und nicht selten als Kapital jeder Marke. Hat man in Krisenzeiten wie seit einigen Wochen soviel Dinge im Kopf, mit denen man sich beschäftigen muss und die auch Probleme schaffen könnten, so will man mit einem Griff eine Vertrautheit „kaufen“. Der Aufbau und die Pflege einer Marke sind ein wesentlicher Aspekt im Brand Management und Investments zahlen sich aus, um eine starke Kundenbindung zu erreichen. Doch das passiert nicht von heute auf morgen,sondern ist ein langer Prozess, der oftmals über Jahre geht und nicht nur mit Mühen, sondern auch mit Kosten verbunden ist. Wirksamer und nachhaltiger für den Vertrauensaufbau ist es, hohe Kongruenz aus Sagen und Tun zu erreichen. Die höchste Kunst in der Markenführung ist es daher, die Kommunikation mit dem Verhalten des eigenen Unternehmens in Einklang zu bringen. 

Wer ist nun der Sieger in dem Vertrauenranking?

In Punkto Vertrauen führt für die heimische Bevölkerung kein Weg

am Österreichischen Roten Kreuz vorbei (71,1) Es gehören auch der ÖAMTC als Helfer in der Not (68,6) sowie die Organisation Ärzte ohne Grenzen (64,0) zu den zuverlässigsten Brands. 

Manner belegt den zweiten Platz im Ranking der vertrauenserweckendsten Brands (70,0), womit sie außerdem den Sieg in der Kategorie Süßwaren einheimst. Es folgen Hofer als gleichzeitiger Trust-Spitzenreiter im Lebensmitteleinzelhandel und die überzeugendste alkoholfreie Getränkemarke Teekanne (65,3). Das AMA Gütesiegel kann sich über Rang 14 von mehr als 1.000 Marken freuen (64,0). 

Das größte Vertrauen im Bereich der Hygiene genießt Tempo, gefolgt von der Marke durex (65,2). Bei kleinen Verletzungen wird auf die Wirkung von Bepanthen vertraut (65,0). 

Ebenfalls mehrfach unter den Top 20 vertreten sind Baby- und Kinderprodukte – etwa Lego (66,9) Disney (65,4), duplo (63,9) oder Pampers (63,8). 

Das größte Vertrauen in der jüngeren Generation genießt Ikea (73,2). Wie bereits im allgemeinen Ranking vertrauen auch die unter 30-Jährigen besonders auf bekannte Brands wie HiPP (71,7), Spar (71,6), Manner (71,0), Tempo (70,5), Hofer (70,4) und ÖAMTC (69,0). 

Spannend gestaltet sich darüber hinaus ein Blick auf die jeweiligen Warengruppen-Sieger, etwa Teekanne in der Kategorie der alkoholfreien Getränke, dm im Drogeriefachhandel, die Österreichische Post bei den Paketdienstleistern oder Generali im Bereich der Versicherungen. 

Identität stiften

Die Ergebnisse decken sich sehr gut mit einer Studie, die im Oktober 2019 erstellt wurde. Die Studie „Identitätsindex Österreich 2019“ (Behavioral-Design-Unternehmen FehrAdvice) zeigt, mit welchen Marken und Unternehmen sich Menschen in Österreich am stärksten identifizieren.

Die empirische Studie zeigt unter anderem, dass Hofer es in Österreich geschafft hat, die höchste Kundenidentität aufzubauen, und damit deutlich vor anderen heimischen Handelsunternehmen wie Spar, dm drogeriemarkt oder Billa liegt. Auffällig ist jedoch auch, dass in den Top 5 der Österreicher neben Hofer nur Internet-Unternehmen aus den USA zu finden sind: Google mit seiner Suchmaschine und Google Maps, Amazon und die Facebook-Tochter WhatsApp. 

Veröffentlicht am

13.05.2020