Pakete und Verpackung aus Wellpappe

Von allen Seiten betrachtet

Das Transportverpackungsmittel Nummer 1 in Österreich ist Wellpappe. Es ist zum einen nachhaltig, zum anderen auch stoß- und bruchsicher und bis zu 80 kg belastbar. Die Kehrseite der Medaille: die deutliche Verknappung des Rohpapiers führte dazu, dass die Papierlieferanten mit Preiserhöhungen reagierten.

Preisaufschläge bis zu 24% mussten die Wellpappe-Austria Mitglieder 2017 in Kauf nehmen. Der Vorteil ist, dass Wellpappe-Fasern heute in der Produktion bis zu 25 Mal eingesetzt werden können und ihr Recycling-Anteil bei 85% liegt. 

2017 war trotz erhöhter Rohstoffkosten ein gutes Jahr für die Mitglieder des Forum Wellpappe. Sie konnten ein Absatzwachstum von 3,8% erzielen, der Umsatz stieg somit auf 519,9 Mio. Euro. Das lag deutlich über dem allgemeinen Wirtschaftswachstum von 2,9%. In absoluten Zahlen haben die Wellpappe-Austria-Mitglieder 2017 knapp über 1 Mrd. m2Wellpappe abgesetzt. Die Erfolgsgeschichte soll 2018 trotz schwieriger Kostenbedingungen weitergehen, Wellpappe-Sprecher Max Hölbl rechnet mit einem Anstieg des Wellpappeabsatzes um 3%.

Wer profitiert vom Material?

Zum einen der Handel. Die Waren bleiben zum einen länger frisch im Gegensatz zu klassischem Kunststoff, berichtet auch der Generaldirektor der Metro in Österreich, Arno Wohlfahrter. Allerdings muss man dazu sagen, dass im Großhandel Verpackungen eine andere Relevanz haben, als im FMCG-Bereich. „Verpackungen und Verpackungsoptimierungen haben in unserer Nachhaltigkeitsstrategie einen hohen Stellenwert“, so Wohlfahrter. Eine weitere Optimierung geht in die Richtung: wie kann man mit Wellpappe Mehrwegpackungen schaffen?

Ein wichtiger Kunde der Wellpappe-Industrie ist auch die Österreichische Post. Vom wachsenden Online-Handel profitieren beide Akteure. „Der Produktionsanteil für e-Commerce liegt bei 7-10%“, so Hölbl. Die Post verwendet Wellpappe allerdings nicht nur für die Tarnsport-Pakete (die Summe liegt pro Jahr in einem sechsstelligen Bereich), sondern auch im Filialbereich für die „Gelben Boxen“, weinpakete oder Verpackungshülsen. Nicht zu vergessen sind die PoS-Materialien. Sogar im RFID-Bereich ist wellpappe ein guter Partner, es gibt bereits Systeme, die einen Chip in der Verpackung zulassen und diesen auch extra entsorgen können.

v.l.: Stefan Nemeth (Post-Filialbereich), Max Hölbl (Sprecher-Wellpappe), Arno Wohlfahrter (Metro-Generaldirektor)

Veröffentlicht am

08.05.2018