Max Hölbl, Sprecher der Wellpappe-Industrie und Geschäftsführer von Dunapack Packaging

Wellpappe sichert die Versorgung

Wellpappe zählt zu jenen Materialien, die zur Zeit ganz besonders gebraucht werden. Wie steht es mit der Versorgung?

Max Hölbl, Sprecher der Wellpappe-Industrie und des Forums Wellpappe über die aktuelle Situation im Interview mit retailreport.at.

retailreport.at: Kommen Sie mit der Produktion in den einzelnen Fabriken nach?

Max Hölbl: Zwei Drittel aller in Österreich herstellten Waren werden in Wellpappe verpackt. Das macht unseren Packstoff zur Transportverpackung Nummer 1. Alle Wellpappe-Werke in Österreich laufen auf Hochdruck, um die Lieferungen Ihrer Kunden, vor allem für Lebensmittel oder medizinische Ausrüstung sicher zu stellen. Die Zeiten sind herausfordernd, aber zu managen. Einerseits haben wir einen massiven Nachfrageanstieg genannter Branchen, andererseits sind wir auch mit vorübergehenden Werksschließungen unserer Kunden konfrontiert, etwa bei Investitionsgütern.

Wie sichern Sie das lückenlose Nachrüsten für die Händler aber auch die Industrie?

Alle Werke sind derzeit voll funktionsfähig, haben genügend Rohmaterialien (Papier, Farben…) auf Lager und können den Bestellungen nachkommen. 

Wie sichern Sie die Hygienevorschriften?

Die Unternehmen sind sich ihrer hohen Verantwortung bewusst und halten sich an die Vorgaben der Bundesregierung und Gesundheitsbehörden. Die Hygienevorschriften werden striktest eingehalten. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Produktion werden bestmöglich geschützt, damit es zu keinen Betriebsstillständen kommt. Alle Mitarbeiter in Vertrieb und Verwaltung arbeiten nahezu ausschliesslich via Home Office. An dieser Stelle ein großes Danke an alle Mitarbeiter in den einzelnen Wellpappewerken. Sie machen einen großartigen Job.

Welche Produkte aus Wellpappe werden speziell gebraucht?

Transportverpackungen, Lebensmittelverpackungen aller Art, Überverpackungen für pharmazeutische Produkte, Schutzkleidung etc. und medizinische Geräte sowie Verpackungen für den Online-Handel.

Studien sagen, dass es bei Angebot und Nachfrage in einer Krise „Berge und Täler“ gibt.  Sehen Sie das auch so und könnten Sie beschreiben, warum das so ist?

Wir sind als regionale Versorger von Transport- und Verkaufsverpackungen mit unseren Kunden in enger Abstimmung. Auftragsspitzen können wir rasch abdecken. Auf aktuelle Anforderungen können wir sehr flexibel reagieren. Der Bedarf an unseren Verpackungen wird auch nach der Krise weiter bestehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wellpappe wird zu knapp 100% recycelt, ist aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und vollständig biologisch abbaubar.

6. Wie bringen Sie die Produkte zu den Kunden? Ist die Versorgung per Logistik gesichert?

Der Transport zu den AbpackernLebensmittelproduzenten und zum Handel läuft derzeit stabil. Als Wellpappe-Industrie sind wir ein regionaler Produzent, das heißt, unsere Werke sind nicht weiter als 300 km von unseren Kunden entfernt sind. Aufgrund der verschärften Grenzkontrollen zu den Nachbarländern kommt es zum Teil zu längeren Wartezeiten bei unseren Transporten.

Wohin kann sich ein Händler/ein Hersteller wenden, wenn er direkte Hilfe braucht?

Alle österreichischen Wellpappe-Werke sind direkt erreichbar. Die Kontaktdaten finden Sie auf wellpappe.at.

Das Forum Wellpappe Austria vertritt die Interessen der österreichischen Wellpappe-Industrie. Es fungiert als Sprachrohr gegenüber Handel, Behörden, Politik und Öffentlichkeit. 

Die Mitgliedsfirmen des Forum Wellpappe Austria sind: DS Smith Packaging Austria GmbH (Standorte: Margarethen am Moos und Kalsdorf), Mosburger GmbH (Standorte: Wien und Straßwalchen) Mondi Grünburg GmbHRondo Ganahl Aktiengesellschaft (Standorte: Frastanz und St. Ruprecht), Smurfit Kappa Interwell GmbH & Co KG und Steirerpack GmbH.

Veröffentlicht am

19.03.2020