Stephan Kaar, Sprecher des Forum Wellpappe Austria

Allround-Genie Wellpappe

Alle, die bis dato an Wellpappe festgehalten haben, werden nach diesem Krisenjahr abermals überzeugt: Wellpappe is it!

Die wohl aussagekräftigste Botschaft zu Wellpappe lautet: Da steckt viel Potential drin. Eine von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) veröffentlichte Studie geht davon aus, dass „mehr als ein Fünftel aller fossilen Verpackungen durch clevere Lösungen aus Wellpappe ersetzt werden könnten“, so der Sprecher des Forum Wellpappe Austria, Stephan Kaar. „Jährlich ließen sich damit in Österreich, Deutschland und der Schweiz mehr als 800.000 Tonnen Kunststoff einsparen“.

Von Natur aus nachhaltig

Drei Viertel der in Transport- und Versandverpackungen eingesetzten Schaumstoffteile ließen sich, laut GVM-Studie, durch Elemente aus Wellpappe ersetzen. Ob Versandhandel oder stationärer Einzelhandel – alle Waren müssen unbeschädigt den Zielort erreichen. Transportverpackungen aus Wellpappe sind enorm leistungsfähig und gewährleisten den notwendigen Produktschutz, um Waren sicher zu befördern. Im Bereich Obst- und Gemüseverpackungen „könnten sogar 64 % der Verpackungen durch Wellpappe ersetzt werden“, so Kaar. Überhaupt besteht das größte Potential noch immer im Bereich Obst- und Gemüse, wenn man den Lebensmittelhandel betrachtet.

Wellpappe in Zahlen

2020 haben die Mitgliedsunternehmen des Forum Wellpappe Austria – DS Smith Packaging Austria, Dunapack Mosburger, Mondi Grünburg, Rondo Ganahl, Smurfit Kappa Interwell und Steirerpack – insgesamt über 1 Mrd. m2 Wellpappe abgesetzt (1.043,6 Mio. m2). Das sind 15,6 Mio. m2 mehr als 2019 und entspricht einem Mengen-Wachstum von 1,5 % gegenüber 2019. Der Jahresumsatz 2020 hingegen verzeichnete einen leichten Rückgang von 3,6 % auf 553,4 Mio. Euro. „Maßgeblich dafür sind zwei Gründe: Verschiebungen bei den Warensortimenten aufgrund von Corona und kurzfristige Schwankungen auf den Rohstoffmärkten“, berichtet Stephan Kaar. 

Der Anteil von Wellpappe-Verpackungen für den Online-Handel lag im Jahr 2020 bei über 10%. Tendenz weiter steigend. Die größten Abnehmer von Wellpappe sind nach wie vor die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (47,7%), gefolgt von Verpackungen für Möbel, Elektrogeräte, Maschinen und Fahrzeuge (19,4%), sowie chemische Produkte, Reinigung und Kosmetik (10,8%). 

Im ersten Quartal 2021 verzeichnet die Branche eine große Nachfrage. Allerdings ist die Situation an den Rohstoffmärkten weiterhin angespannt. Für 2021 rechnet der Forum Wellpappe Austria-Sprecher „mit einem soliden Wachstum in der Höhe von 3-4%“.

Verbindung Sicherheit und Nachhaltigkeit

Wellpappe ist eine leistungsstarke Verpackung für alle Gelegenheiten und alle Transportarten. Deshalb ist der Wertstoff auch Nummer 1 bei den Transporten: die Lieferkette wird verlässlich durchgeführt.  Und damit sich der Kreis schließt, wird Nachhaltigkeit groß geschrieben: Recyclingfähige Verpackungen aus Wellpappe tragen zum Klimaschutz bei und sind der wichtigste Rohstoff für die Erzeugung von Wellpappe-Rohpapier. In Österreich werden 98,8 % der gebrauchten Wellpappe-Verpackungen gesammelt und wieder zu Wellpappe-Rohpapier verarbeitet. Die Papierfasern können bis zu 25 Mal verarbeitet werden.
Wellpappeverpackungen sind in der Regel Monomaterialverpackungen und deshalb auch so einfach zu recyceln: Nach Gebrauch kommen sie ins Altpapier. Das gilt nicht nur für private Haushalte – auch im Supermarkt und in der Industrie wird Wellpappe sortenrein gebündelt und in den Recyclingkreislauf zurückgeführt.

Best Practice

Auch das österreichische e-Commerce Unternehmen niceshops aus dem steirischen Paldau setzt immer mehr auf recyclebare Verpackung.
„Beim Versand unserer Pakete setzen wir auf plastikfreie Materialien und haben dort, wo es möglich ist, das Füllmaterial auf kompostierbares Material umgestellt“, so Roland Fink, Gründer der niceshops GmbH. 

Veröffentlicht am

01.04.2021