Unilever setzt auf Future Food

Mit Schwung ins pflanzenbasierte Zeitalter

Unilever strebt einen Umsatz im Segment pflanzenbasierte Produkte als Fleisch- und Milchalternativen von 1 Mrd. Euro an.

Konstantin Bark, der Director Sustainable Business DACH bei Unilever – nebenbei erklärter Österreich-Fan – hat es am ECR Tag vergangene Woche bereits erwähnt: Unilever schlägt auch einen großen Weg ein in Richtung Nachhaltigkeit und alles, was damit verbunden ist. Der Unilever „Sustainable Living Plan“ gibt die Marschrichtung vor, die Teams in den Ländern, in Österreich unter der Federführung von Nikolaus Huber setzen die Maßnahmen um. Und auch das hat man beim ECR Tag „gelernt“: Nachhaltigkeit und Profit schließen sich nicht im geringsten aus, nein, sie ergänzen sich wunderbar.

Konstantin Bark ging sogar soweit den aktuellen Unilever-CEO Alan Jope zu zitieren, der den Weckruf tätigte: „Wir trennen uns von Marken, die keine Zukunft haben und für nichts stehen. Alles muss eine Bestimmung, einen Purpose, haben“.

Dort, wo Menschen gestärkt werden und Marken wachsen, da ist man richtig aufgehoben. Beruhigend sagt der CEO schließlich, dass man seine Aussage nicht auf 100% aller Marken mit 100%iger Überzeugung übertragen kann, aber es gibt eine Tendenz vor. Als Beispiel nannte er für Österreich die Marke „Knorr“, die auf vielseitige und pflanzliche Ernährung setzt und gerade jetzt in den Lockdown-Phasen oftmals zu Einsatz kommt. „Nun können die Konsumenten sehen und schmecken, wie wir als Marktführer im Bereich Basis-Produkte aufgestellt sind“.

Die bisherige weltweite Entwicklung, so skizziert es Bark, zeigt nämlich keine positiven Rauchzeichen: die Lebensmittel zur Zeit weltweit bestehen im Durchschnitt aus 12 pflanzlichen und 5 tierischen Arten – das bedingt ein unabwendbares Artensterben, dem man entgegenhalten muss.

„Future Foods“-Initiative

Und just nach diesem Referat des Sustainable-Directors wird heute von Unilever die Future-Foods-Initiative vorgestellt. Ihr Ziel: Unilever will den Umsatz mit pflanzenbasierten Fleisch- und Milchalternativen in den kommenden fünf bis sieben Jahren auf eine Milliarde Euro steigern. Mit dieser unterstützt Unilever Menschen bei der Umstellung auf eine gesündere Ernährung und verringert die Umweltbelastung der Lebensmittelproduktion.

Zusätzlich will Unilever

- bis 2025 die Lebensmittelabfälle entlang der Wertschöpfungskette von der Fabrik bis ins Regal halbieren,

- bis 2025 die Anzahl der Produkte mit einem verbesserten Ernährungsprofil verdoppeln,

- Kalorien, Salz und Zucker in Produkten weiter reduzieren.

Peter Dekkers, General Manager DACH & Executive Vice President Middle Europe ergänzt: „Menschen wollen sich bewusst, gesund und umweltschonender ernähren. Dieser Trend hat sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich beschleunigt. Deshalb werden wir mehr Produkte anbieten, die erschwinglich sind, gut schmecken und gesund für Mensch und Umwelt sind.“

Wie sieht das in Österreich und Deutschland aus?

Zwei Jahre nach dem Erwerb von The Vegetarian Butcher bietet Unilever in Deutschland bereits acht verschiedene Produkte mit pflanzenbasierten Fleischalternativen, vier davon vegan. Der „Sieht-Chick- aus Burger“ wurde dieses Jahr in Deutschland von der Tierschutzorganisation PETA mit dem Vegan Food Award als beste Hähnchenalternative ausgezeichnet. Zudem sind bei Burger King der vegetarische Whopper und pflanzliche Nuggets erhältlich. Konstantin Bark am ECR Tag zur Frage, wann es den Vegetarian Butcher auch in Österreich geben wird: „Haben Sie etwas Geduld“.

Fast die Hälfte des Ben & Jerry’s Sortiments ist entweder vegan (23 %) oder fettreduziert (23 %). Beide Marken wurden von Nielsen als zwei der Top 25 Neueinführungen in Europa ausgezeichnet (Nielsen’s Top 25 Breakthrough Innovations of 2019). In Deutschland ging Ben & Jerry ́s mit seinem veganen Sortiment sogar als Sieger hervor. Das erste vegane Eis von Magnum wurde 2019 auch mit dem PETA Vegan Food Award ausgezeichnet.
Ben & Jerry’s geht einen großen Schritt weiter: Ab Oktober 2020 werden rund 5000 Fairtrade-Kakaobauern in der Lieferkette von Ben & Jerry's im Laufe des nächsten Jahres etwa 600.000 USD zusätzlich erhalten. Dieser Betrag kommt zusätzlich zu der jährlichen Fairtrade-Prämie von rund 970.000 USD und dem von der ivorischen Regierung festgelegten Mindestpreis für Kakao, den alle Unternehmen zahlen müssen, hinzu. Das zusätzliche Geld, das die Bauern nun erhalten werden, ist ein wichtiger Teil von Ben & Jerry's umfassenden Bemühungen, die Bauern bei der Schließung der Einkommenslücke zu unterstützen.

Die Marke Knorr hat in Deutschland 2020 überwiegend pflanzenbasierte Innovationen auf den Markt gebracht. Gemeinsam mit der Naturschutzorganisation WWF UK und anderen namhaften Experten hat die Lebensmittelmarke im letzten Jahr die Liste der „Future 50 Foods“ entwickelt. Die 50 Nahrungsmittel wurden mit dem Ziel ausgewählt, Menschen eine gesunde, abwechslungsreiche und schmackhafte Ernährung zu bieten und im Einklang mit der Natur zu stehen, weil ihr Anbau eine geringere Belastung für die Umwelt und das Klima darstellt.

Veröffentlicht am

18.11.2020