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Teuerungswelle hält an - Anti-Teuerungspaket kommt

Anti-Teuerungspaket kommt

Mit 7,7% erreichte die Inflation im Mai einen Höchststand. Preistreiber bleiben Energie und Treibstoffe, sie beeinflussen die Lebensmittelproduktion.

Im Mai ist die Inflationsrate laut Statistik Austria auf +7,7% angestiegen und hat damit das höchste Niveau seit 1976 erreicht. Nahrungsmittel haben sich hierzulande im Mai durchschnittlich um +8,8% verteuert, deutlich mehr als etwa noch im März (+5,8%). Wie vom Handelsverband schon vor Wochen prognostiziert, betrifft die aktuelle Teuerungswelle insbesondere Öle (+21,4%), Fleisch (+11,3%) und Gemüse (+12,5%). 

Der Ukraine-Krieg verstärkt überdies den Preisauftrieb bei Agrarrohstoffen und Betriebsmitteln wie Dünger, was wiederum die Lebensmittelproduktion und -distribution verteuert. Herausfordernd für den Handel ist auch die Suche nach alternativen Lieferanten, da die ausgefallenen Produktionspartner aus der Ukraine und Russland substituiert werden müssen.

Teuerung bei Lebensmitteln nach Produktgruppen (Mai 2022):

  • Butter: +30,6%
  • Öle, Fette: +21,4%
  • Gemüse: +12,5%
  • Kaffee: +11,7%
  • Fleisch: +11,3%
  • Limonaden: +10,8%
  • Alkoholfreie Getränke: +10,6%
  • Milch, Käse, Eier: +9,5%
  • Brot / Getreideerzeugnisse: +8,6%
  • Obst: +3,1%

Wahre Preistreiber bleiben Haushaltsenergie & Treibstoffe

Noch weit höher sind die Preise allerdings mit +25,4% für Haushaltsenergie bzw. mit +19,1% für Verkehr gestiegen. Auch für den Bereich Wohnung, Wasser und Energie (+9,4%) mussten die heimischen Verbraucher im Mai deutlich tiefer ins Geldbörsel greifen. Besorgniserregend stimmt überdies die Teuerung im Großhandel, die im Mai bei +25,1% lag.

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will betont: "Die flächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung ist vollumfänglich sichergestellt. Dies ist insbesondere der regionalen Beschaffung bei österreichischen Produzenten und Landwirten zu verdanken. Auch die zahlreichen freiwilligen Initiativen des heimischen Handels zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung machen sich jetzt bezahlt und stärken die Versorgungslage im Land", so Will. "Jetzt setzen wir darauf, dass das ‚Geld-zurück-Paket‘ der Bundesregierung rasch in Geltung tritt und damit eine finanzielle Entlastung der Bevölkerung bewirkt."

Freude über Anti-Teuerungspaket

"Nach der langen Durststrecke aufgrund von Corona hat das Jahr 2022 zwar mit einem starken Wachstum begonnen, jetzt dämpfen jedoch erneut viele Wachstumshemmer die Stimmung im österreichischen Handel. Das Anti-Teuerungspaket bedeutet daher einen wichtigen Impuls, den der heimische Handel dringend brauchen kann“, begrüßt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKÖ, das von der Regierung präsentierte Maßnahmenpaket. Es enthalte einen wichtigen Mix aus kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen, der die Kaufkraft nachhaltig stärken kann.  

"Es sind eine Reihe von Instrumenten vorgesehen, die dafür sorgen, dass mehr netto vom Brutto bleibt. Wir hoffen, dass das bei vielen unserer Kundinnen und Kunden dazu führt, dass sie sich das eine oder andere Einkaufserlebnis gönnen können“, so Trefelik. Etwa sollten die Abschaffung der kalten Progression, die steuerfreien Anti-Teuerungsprämie sowie den Einmalzahlungen an einkommensschwache Gruppen und Familien, aber auch die Anpassung der Sozialleistungen zu einer Kaufkraftstärkung beitragen.  

Zusätzlich begrüßt der Handel den Beschluss, die CO2-Bepreisung als weiteren Preistreiber nicht wie geplant bereits ab 1. Juli in Kraft zu setzen. Aber auch die Senkung der Lohnnebenkosten sei gerade für den beschäftigungsintensiven Handel sehr hilfreich, betont Trefelik. 

"Ein großer Wurf und wichtiges Signal in einer schwierigen Zeit. Das heute von der Bundesregierung vorgestellte Geld-zurück-Paket setzt an vielen Stellschrauben an, um gegen die Krisen anzukommen und die Auswirkungen der Teuerung abzufedern. Die Abschaffung der kalten Progression zur Kaufkraftstabilisierung und Armutsabsicherung war längst überfällig. Die Lohnnebenkostensenkung ist ein erster deutlicher Schritt um den Beschäftigungsstandort Österreich zu sichern", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer ersten Stellungnahme.

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Veröffentlicht am

17.06.2022