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Mag. Thomas Krahofer übernimmt die Geschäftsführung von Klaus Hraby. v.l.n.r.: DI (FH) Bernhard Stöhr, MBA, Klaus Hraby, Mag. Thomas Krahofer. 

Staffelübergabe bei efko

Seit 1. Juli ist Thomas Krahofer – gemeinsam mit Bernhard Stöhr - operativer Nachfolger von Klaus Hraby, der nun die Verantwortung für die efko Gruppe sowie die strategische Rohstoffentwicklung innehat. Im Gespräch mit retailreport.at.

Im Leistungssport muss man sich für einen Wettbewerb strukturiert und klar in Gedanken aufstellen. Exakt so findet man die Situation beim oberösterreichischen Lebensmittelhersteller im Gemüsebereich vor: die beiden sportaffinen Manager Klaus Hraby und Thomas Krahofer haben sich in Stellung gebracht, um das Unternehmen im Transformationsprozess zu strukturieren und neu aufzustellen.

Dreigespann im Management

Thomas Krahofer, dessen letzte Station vor efko bei Spitz in Attnang-Puchheim war, übernimmt die Agenden vom langjährigen Geschäftsführer Klaus Hraby. Ihm zur Seite seht Bernhard Stöhr. Klaus Hraby verlässt jedoch mitnichten das Unternehmen, er stellt seine langjährige Expertise in der strategischen Rohstoffentwicklung für die gesamte efko-Gruppe zur Verfügung. „Bis zum dritten Quartal 2024 werde ich mich um die Rohstoffe kümmern und die Gruppenverantwortung übernehmen, dann gehe ich in Pension“, blickt Klaus Hraby mit einem Augenzwinkern in die Zukunft. Was tatsächlich passiert, wird die Zukunft weisen.

Gemüse rückt in den Tellermittelpunkt

Bei efko dreht sich alles um Gemüse: aus der Region und in der richtigen Verpackung. Dass mit der Reduzierung des Fleischkonsums und der gesünderen Ernährung Gemüse in den Tellermittelpunkt rückt, freut efko natürlich. Aber die Inflation macht auch efko zu schaffen. „Die Themen, die uns aktuell beschäftigen, liegen im Sourcing“, erklärt Klaus Hraby. Seiner Meinung nach wird die Inflation ein ständiger Begleiter bleiben: „Der Punkt, wo wir am Scheideweg zwischen Deflation und weiterer Inflation waren, ist bereits überschritten. Dort, wo wir in Österreich sourcen wird nichts mehr billiger. So manche Politiker glauben das nicht, es ist aber Tatsache und da darf man nicht ständig kritisieren. Wichtiger ist, dass die österreichischen Lebensmittel auch gekauft werden.“

Gesellschaftlicher Schulterschluss

Hraby spricht einen gesellschaftlichen Schulterschluss an und fordert eine ernstzunehmende Ansichtsweise bei Produktion und Konsumation von österreichischen Lebensmitteln. „Im Widerspruch zu dem Bekenntnis zu heimischen Lebensmitteln vor allem im Gemüsebereich steht die Listung aller Preiseinstiegsmarken aus weit entfernten südöstlichen Ländern“, so Hraby. efko ist ein typisches mittelständisches Markenartikel-Unternehmen, wie es nicht mehr allzuviele in Österreich gibt. Dem gegenüber sieht Hraby eine Marktmacht von vier großen Händlern. „Preiserhöhungen passieren- trotzdem wir ein österreichisches Unternehmen sind - ja nicht automatisch. Und bei der Beschaffung sichern wir uns langfristig ab, sonst gibt es keine Rohstoffe mehr“.
49% der efko gehören Landwirten und das sind keine namenlosen Lieferanten. Heimische Rohstoffe sind für alle ein Vorteil: sie legen etwa beim Pflanzenschutz die Latte höher, als das in anderen Nicht-EU-Ländern passiert. Auch ausländische Arbeitskräfte werden zu österreichischen Kollektivverträgen, freier Kost und Logis angestellt.

Mittel- bis langfristige Rohstoffbeschaffung

Dass die Rohware weiterhin aus Österreich kommt und das auch noch lange so der Fall ist – dafür muss man etwas tun – nämlich langfristige Verträge zu einem fairen Preis abschließen. Erdbeeren und Spargel sind in Österreich bereits geerntet, die Gurkenernte ist im Gange. Gurken und Kraut kommen zu 100% aus Österreich, bei den Pfefferoni greift man auch geschichtlich sowie klimatisch auf Ungarn zurück.
Bei den Kartoffeln stellt sich seit einigen Jahren ein Problem ein, das mit Pflanzenschutz zu tun hat. Drahtwurm & Co. sind Schädlinge, die spezielle Pflanzenschutzmittel benötigen würden. „Die dürfen bei uns im Gegensatz zu ausländischen Lieferanten nicht mehr eingesetzt werden und somit gibt es Engpässe“, erklärt Hraby. Der Drahtwurm beeinflusst die Lagerfähigkeit. Und deshalb kommen hier wieder die Kontraktbauern ins Spiel, die für efko anbauen. Jeweils ein Drittel stammen aus dem mittleren Österreich, aus dem Mühl- und Waldviertel und aus dem Marchfeld. „Wenn wir Bedarf an speziellen Produkten haben, dann fragen wir bei unseren Stamm-Lieferanten an. Erst wenn sie nicht liefern können, suchen wir nach Alternativen“.
Bei der Versorgung mit heimischen Salat ist efko ein Meilenstein gelungen, denn durch eine Rückwärtsintegration schafft man nun heimische Pflücksalate, Baby Spinat, Rucola und Vogerlsalat einen Großteil des Jahres anzubieten.

Bezahlung hat eigene Gesetze

efko steht bei den Geschäftsmodellen auf zwei Beinen: die reine Frischware erzielt Wochenpreise. Beim nationalen Geschäft, wie den Essiggurken, spielen andere Rhythmen. Hier wird einmal im Jahr der Preis verhandelt. „Die Gurken werden ja zwei Monate lang geerntet und dann ein Jahr lang verkauft“, so die Erklärung. Es ist aber ganz wichtig dem Handel eine gleichbleibende Qualität anzubieten. Der Handel braucht Markenartikler im Sortiment!“, sagt Hraby.

Innovationen sind eine wichtige Botschaft

Bei Innovationen setzt man aktuell auf Qualität vor Quantität. Es wird schwerpunktmäßig auf Convenience gesetzt, wie die im letzten Jahr eingeführte Obstpause oder aktuell die Kartoffeljause in drei Geschmacksrichtungen. Das sind Produkte, die das gesunde Genießen einfach machen.
Auch wenn die Glas-Preise zur Zeit schwindelnde Höhen erreichen, so ist Convenience doch im Vordergrund. Frische Salate und Squeezer steigen an, Sauerkraut verliert aktuell und Gurken sind stabil. Das Unternehmen peilt 2023 einen Umsatz zwischen 175-178 Mio. Euro an, die Rendite geht nicht über die 3-4% hinaus. „Das Ziel für 2024: wir wollen die 200er Marke im Umsatz knacken“, so alle efko-Manager unisono.

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geschrieben am

04.08.2023