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Salzburg Schokolade

Übernimmt Heidi Salzburg Schokolade?

Der traditionsreiche Süßwarenhersteller Salzburg Schokolade hat Insolvenz angemeldet. Nun stehet Heidi Chocolat als neuer Eigentümer im Raum.

Laut Kronen Zeitung will Heidi Chocolat die marode Salzburg Schokolade übernehmen. Die Tageszeitung berichtet:

Die bisherige Eigentümerfamilie Harmer hat ihre Anteile an den neuen Investor Heidi Chocolat (Meinl) angeblich abgetreten.
Jetzt gilt es, gemeinsam mit Masseverwalter Johannes Hirtzberger, einen Sanierungsplan für den Hersteller der „Echten Salzburger Mozartkugel von Mirabell“ auszuarbeiten. Laut KSV 1870 seien Rationalisierungsmaßnahmen nötig. Möglicherweise kommt man ohne Jobabbau (aktuell 130) aus, heißt es. Die Liquidität ist durch einen Kredit der Sparkasse Salzburg jedenfalls gesichert. Gläubigerforderungen können bis 24. Jänner angemeldet werden.

Nun sei noch Mondelez am Zug. Der US-Konzern hält nämlich die Markenrechte an der „Echten Salzburger Mozartkugel“ für Mirabell und muss der Übernahme zustimmen.

Chronologie:

Gestern hat Salzburg Schokolade mit Sitz in Grödig beim Landesgericht Salzburg den Insolvenzantrag eingebracht. Eine Entwicklung, die vor allem für die Mitarbeiter überraschend kam, denn bis vor Kurzem hat der Hersteller, der 2018 sein 120-Jahr-Jubiläum gefeiert hat, noch neues Personal eingestellt. 

Corona-Pandemie und hoher Kostendruck

Für den geschäftsführenden Gesellschafter Christian Schügerl ist der Schritt bedauerlich, aber nicht mehr abzuwenden, wie er sagt: "Wir konnten den im Vorjahr aufgrund der Corona-Pandemie erlittenen signifikanten Umsatzrückgang heuer nur teilweise kompensieren. Der aktuelle Lockdown in Österreich und teilweise schon in Nachbarländern aufgrund der extrem hohen Corona-Infektionen sowie erhebliche Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Verpackungsmaterialien, Energie, Löhnen, Logistikkosten, ... waren weitere Gründe für mich diesen Schritt zu setzen."

Über 100 Arbeitsplätze in Gefahr

Nun wackeln rund 130 Jobs und auch die November-Löhne sowie die Weihnachtsgehälter können nicht ausbezahlt werden. Schügerl hofft allerdings auf eine Fortführung des traditionsreichen Süßwarenunternehmens, das mit Klassikern wie den Bobby-Schokoriegeln, Knusperwaffeln, Drageemischungen, Kokosrollen oder auch den Maria Theresia Talern weltweite Bekanntheit erlangt hat. Außerdem stellt Salzburg Schokolade exklusiv für Mondelez die Mirabell Mozartkugeln her, verfügt über ein umfangreiches Private Label-Geschäft, ist unter der Marke nordpol mit der Produktion von Halb- und Fertigfabrikaten für gewerbliche, nationale und internationale Wiederverarbeiter und Händler betraut sowie im Co-Packing von Lebensmitteln (maßgeschneiderte Verpackungslösungen, eigenes Werk in Plana, CZ) aktiv.

Tschechisches Tochterunternehmen nicht betroffen

Letztgenanntes Werk wird seine Geschäftstätigkeit weiter fortsetzen, denn die Salzburg Schokolade CZ s.r.o. (100 % Beteiligung der Salzburg Schokolade GmbH) ist von der Insolvenz nicht betroffen.

Laut Wirtschaftscompass hat der Süßwarenhersteller im Jahr 2019 rund 29 Mio. Euro Umsatz erzielt, 2015 waren es noch 4o Mio. Euro. Seit 2014 hält die Dr. Philipp Harmer Beteiligungsgesellschaft den Großteil der Anteile des Unternehmens, auch Christian Schügerl wird mit einem kleinen Anteil als Eigentümer geführt. (ms)

 

 

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Veröffentlicht am

14.12.2021