RegioData Prognose für den Handel

RegioData: Prognose für Lebensmittelhandel

Aus der Sicht von RegioData werden sich viele Vorzeichen im Lebensmittelhandel ändern.

Über den gesamten Handel gesehen, ist es der Lebensmittelhandel, der im Wachsen begriffen ist. Zu Zeiten des COVID_19-Lockdowns wurden diese Wachstumsraten an die Spitze getrieben. RegioData hat in einer aktuellen Studie "RegioData Branchenkennzahlen Lebensmittelhandel – Ausgabe 2020" folgende Schlussfolgerungen getroffen:

Expansion nur mehr in Neubaugebieten

An den Marktverhältnissen ändert sich nur wenig: Rewe, Spar, Hofer und Lidl decken 91 % des gesamten Marktes ab. Während in den letzten Jahren vor allem Rewe, Lidl und Hofer expandiert hatten (+ 127 neue Standorte in den letzten 3 Jahren), hat die Spar-Gruppe ihre Standorte sogar reduziert (- 62 Standorte in den letzten 3 Jahren). Aktuell scheint der Drang neue Standorte zu eröffnen deutlich abgeschwächt, es sei denn, es ergeben sich interessante neue Standorte in den großen Stadtentwicklungsprojekten, etwa in Wien und Graz.

Diskonter können Marktanteil nicht ausbauen

Obwohl vor allem Lidl und Hofer expandieren und in den letzten drei Jahren insgesamt 65 neue Standorte eröffnet oder bestehende vergrößert haben (z.B. durch einen Backshop), liegt der Marktanteil der Diskonter in Österreich bei 30,6 % und ist damit exakt gleich hoch wie vor drei Jahren.

Vereinheitlichung der Betriebstypen

Die Vielfalt an Betriebstypen wird geringer: Die kleinen Supermärkte (mit weniger als 600 m2 Verkaufsfläche) und auch die ganz großen Hypermärkte (mit über 3500 m2 Verkaufsfläche) verschwinden langsam. Aktuell beliebte und wirtschaftlich erfolgreiche Betriebstypen sind Größen um die 800 m2 für Supermärkte (z.B. Billa, Spar) und 2500 m2 für Verbrauchermärkte (z.B. Merkur). Und auch die Diskonter werden größer und passen sich mit etwa 800 m2 an die Supermarktformate an.

Online schwächelt

Während Händler sich in anderen Branchen über Onlineanteile von bis zu mehr als 30 % beklagen, scheint der Lebensmittelhandel dagegen weitgehend immun zu sein. Lediglich aktuell 2,8 % (vor Corona: 2,5 %) der Lebensmittelausgaben der Haushalte werden online abgewickelt, und das sind vor allem Teilsortimente (z.B. Wein) oder Spezialprodukte (z.B. Sachertorte). Der Grund dafür ist wohl, dass es in Österreich eine außerordentlich hohe Dichte an Verkaufsflächen im Lebensmittelhandel gibt. 

Veröffentlicht am

10.09.2020