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DI Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG und Prof. (FH). DI Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums an der FH Oberösterreich

Post-Paket: ein grüner Wurf *aktualisiert*

Mit der wiederverwendbaren grünen Verpackung ist der Österreichischen Post ein echter Wurf gelungen, nun starten dm und Tchibo in den Testlauf

Man kennt es: ein Paket wird geliefert, geöffnet – oder eher aufgerissen – und sie Verpackung steht herum. In Zeiten von verstärktem eCommerce passiert das nun immer öfter. Über 18 Millionen Pakete hat die Post den Österreichern alleine im Dezember 2020 zugestellt. Die Altpapier-Container gehen über, dabei kann eine Verpackung doch mehrmals verwendet werden.

Auf diese Idee ist nun die Österreichische Post gekommen und hat seit geraumer Zeit mit der FH Oberösterreich an einer Lösung geforscht.
Das Ergebnis ist die „Grüne Verpackung“, ein Pilotprojekt mit fünf kooperierenden Handelsunternehmen, kofinanziert durch das Land Oberösterreich.

Test-Start hat begonnen

„Unser Ziel bei Tchibo ist, 100 % unserer Verpackungen bis 2025 umweltfreundlich zu gestalten. Bei Tragetaschen, für den Coffee to go und bei Transportverpackungen in der Filialbelieferung sowie in den Lebensmittelhandel setzen wir bereits auf Mehrweg. Auch im weiter zunehmenden Onlinehandel ist es uns wichtig, die Entwicklung in Richtung wiederverwendbare Verpackungen voranzutreiben. Das können wir als Partner des Pilotprojekts ‚Grüne Verpackung‘ erreichen und haben so bereits erste Bestellungen in der Mehrwegtasche an unsere Kunden verschickt“, sagt Erik Hofstädter, Geschäftsführer von Tchibo. Nach intensiver Vorbereitung startet damit der Test im Echtbetrieb.

So funktioniert es

Die teilnehmenden Handelsunternehmen (dm, Interspar Weinwelt, Intersport, Thalia, Tchibo) wickeln Online-Bestellungen wie gewohnt ab und verschicken die Waren in wiederverwendbaren Verpackungen mit der Post. Die Empfänger entnehmen die Produkte und falten die Verpackungen – einfache Anleitungen sind aufgedruckt oder beigelegt – zusammen und retournieren diese über Briefkästen, Post-Geschäftsstellen, SB-Zonen oder Zusteller  an die Handelsunternehmen. Dort werden die Verpackungen gereinigt und gehen erneut in den Versand.
 
In einer Vorstudie der FH Oberösterreich wurden über 40 nachhaltige Verpackungslösungen detailliert betrachtet und analysiert. Die Erkenntnisse der Studie zeigten, dass durch den Aufbau eines Mehrwegzyklus die größten Emissionseinsparungen möglich sind. In Zusammenarbeit mit den Verpackungsanbietern sowie den fünf Partnerunternehmen wurden vier Verpackungen für den Test ausgewählt:
 
Re-Zip Boxen:

  • Lebensdauer: 5-10 Zyklen
  • Material: Karton
  • Sehr niedrige Umwelteinflüsse, in Dänemark bereits erprobt

Re-Zip Bags:

  • Lebensdauer: 10-30 Zyklen
  • Material: beschichteter Holzfaserstoff
  • Optimal für Textilien, ermöglicht Vermeidung von Plastik (Polybags)

Packoorang Bags:

  • Lebensdauer: 50-100 Zyklen
  • Material: recyceltes PET
  • Sehr hohe Lebensdauer, durch Polsterung auch für zerbrechliche Güter geeignet

Returnity Weinboxen:

  • Lebensdauer: 100-125 Zyklen
  • Material: recyceltes PET
  • Faltbare Tasche mit Einlage, Versandmöglichkeit für bis zu sechs Flaschen 

Start im Februar 2022

Das Pilotprojekt startet im Februar und wird bis Juli 2022 laufen, verschickt werden ausgewählte Produktgruppen. Das gesamte Projekt wird durch die FH Oberösterreich einer ökologischen Bilanzierung unterzogen. Da die Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen oder recyceltem PET bestehen, wird bereits nach wenigen Zyklen der ökologische Break-even-Point im Vergleich zum herkömmlichen Einwegkarton erreicht. Die CO2-neutrale Zustellung der Post trägt zusätzlich zur Nachhaltigkeitsbilanz bei.
 
„Wir arbeiten schon seit über 10 Jahren sehr ernsthaft am Thema Nachhaltigkeit.
Mit der grünen Mehrweg-Verpackung für den Paketversand schauen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern über den Tellerrand der Aufgaben als Transportdienstleisterin hinaus, versuchen auch die vorgelagerten Prozessschritte einzubinden und mögliche Lösungen zu testen“, sagt DI Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik der Österreichischen Post AG.

„Aktuell arbeiten wir im Innovationszentrum Logistikum.Retail gemeinsam mit unseren Projektpartnern am operativen Set-up, das heißt: der Beschaffungsprozess für die ausgewählten Verpackungen für den Pilottest läuft, die Schulung der Mitarbeitern in der Kommissionierung wird konzipiert wie auch interne Prozesse werden adaptiert“, beschreibt Prof. (FH). DI Franz Staberhofer, Leiter des Logistikums an der FH Oberösterreich, den Status quo im Forschungsprojekt. „Danach werden wir gemeinsam mit den Handelsunternehmen dm, Interspar-Onlineshop weinwelt.at, Intersport, Tchibo und Thalia vier nachhaltige Mehrweg-Verpackungen testen.“

Bis zu 100 Versandzyklen: So sehen die ersten präsentierten wiederverwendbaren Verpackungen aus.

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Veröffentlicht am

08.03.2022