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PLMA: Marktdynamik bei Handelsmarken

PLMA: Marktdynamik bei Handelsmarken

Der Handelsmarkenanteil sank 2021, doch Veränderungen der Marktdynamik sprechen für ein Wachstum 2022.

Wie die PLMA bestätigt, herrscht im Bereich der Handelsmarken eine starke Dynamik, getrieben durch die Preissteigerungen der letzten Monate. 
Wie die Daten von NielsenIQ aus 32 europäischen Märkten zeigen, ging der Wertanteil von Handelsmarken in Europa (28 %) im Jahr 2021 zurück (–0,5 %). Im Kontext der Covid-Pandemie konnten die Verbraucher in Westeuropa ihre Kaufkraft erhalten, hatten jedoch begrenzte Möglichkeiten, Geld auszugeben. Dies begünstigte den Heimkonsum von Premium-Produkten auf Kosten von Handelsmarken. In südeuropäischen Ländern war dies weniger ausgeprägt. In Spanien und Portugal kam es zu einer Steigerung des Handelsmarkenanteils. 

NielsenIQ untersuchte 18 Märkte für PLMAs Internationales Jahrbuch der Handelsmarken 2022. In elf Ländern war ein Rückgang des Anteils von Handelsmarken zu verzeichnen. Dennoch gehören europäische Märkte nach wie vor zu den größten Märkten für Handelsmarken weltweit. In elf Ländern konnten Handelsmarken ihren Marktanteil von über 30 % behaupten, und in vier Ländern lag ihr Anteil über 40 %. Nach den Daten von NielsenIQ sind verderbliche Lebensmittel und Tiefkühlwaren, Papierprodukte und haltbare Lebensmittel die drei Kategorien mit dem höchsten Wertanteil der Handelsmarken von durchschnittlich 43 %. Das entspricht insgesamt 189,6 Mrd. Euro in den 18 erfassten europäischen Ländern.

In den größten Einzelhandelsmärkten Europas bot sich folgendes Bild: In Deutschland ging der Handelsmarkenanteil um 0,9 % auf 37,6 % zurück, während er sich in Großbritannien um 0,3 % auf 42,1 % erhöhte, was 63 Mrd. Euro im Jahr 2021 entspricht. Die Hälfte aller hier verkauften Produkte waren Handelsmarken. Den stärksten Rückgang verzeichneten Handelsmarken in Österreich (–1,2 %) und in der Schweiz (–1,1 %), wobei verderbliche Lebensmittel sowie Süßwaren und Snacks eine wichtige Rolle spielten. Allerdings ist der Wertanteil von über 50 % nach wie vor der höchste in Europa.

Auf der Iberischen Halbinsel, in Spanien und Portugal konnten Handelsmarken einen Zuwachs von 1,3 % bzw. 0,7 % verbuchen. Wachstumstreiber waren in beiden Ländern vor allem verderbliche Lebensmittel. In Italien büßte der Handelsmarkenanteil 0,2 % ein, hauptsächlich aufgrund des Rückgangs bei alkoholischen Getränken, Süßwaren und Haustiernahrung.

In Belgien und in den Niederlanden sank der Marktanteil von Handelsmarken um 0,5 %, wobei vor allem Süßwaren, Snacks und Haustiernahrung eine beträchtliche Rolle spielten. Dennoch lagen Belgien (36,3 %) und die Niederlande (43,8 %) weit über dem europäischen Durchschnitt. Sie gehörten zu den fünf Ländern, in denen die meisten Handelsmarkenprodukte in Europa verkauft wurden – der Volumenanteil betrug 54,6 % bzw. 49,8 %. Auch in Frankreich liegt der Wertanteil mit 31,3 %, was 36,7 Mrd. Euro entspricht, deutlich über der 30-%-Marke. In der Liste der umsatzstärksten Länder landete Frankreich hinter Großbritannien und Deutschland auf dem dritten Platz.

In Osteuropa steigt der Handelsmarkenanteil weiter. Die größten Zugewinne gab es in der Tschechischen Republik (+2,1 %) und in Ungarn (+0,6 %), wo die positive Dynamik der letzten vier Jahre anhielt. In Polen ging der Anteil um 0,4 % zurück, blieb jedoch über 30 %.

In Skandinavien fiel die positive Entwicklung der Handelsmarken schwächer aus. Norwegen verbuchte einen leichten Zuwachs des Anteils von 0,1 %, in Schweden war 2021 ein Rückgang um 0,2 % zu verzeichnen. Unter den Mittelmeerländern verringerte sich der griechische Handelsmarkenanteil um 0,8 % auf 21,4 %, während er sich in der Türkei um 0,6 % erhöhte. 

Die Entwicklung im Jahr 2021 kontrastiert stark mit dem Beginn des Jahres 2022. Unvorhergesehene Umstände aus wirtschaftlicher und geopolitischer Sicht haben zur höchsten Inflation seit Jahrzehnten geführt. Steigende Lebensmittelpreise in allen europäischen Märkten beflügeln das Wachstum des Handelsmarkenanteils in 14 der 18 Länder, die von NielsenIQ für das laufende Jahr 2022 analysiert wurden. Die Vergangenheit zeigt, dass wirtschaftliche Krisen das Handelsmarkenwachstum befördern. Aller Voraussicht nach wird sich das im Jahr 2022 erneut beweisen. Es ist daher nicht anzunehmen, dass sich die Entwicklung des Jahres 2021 im Jahr 2022 wiederholt. 

Handelsmarken International

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geschrieben am

02.09.2022