Nielsen Zensus über 2019

Traumjahr für den Lebensmittelhandel

Der Handel 2019 entwickelte sich dynamisch, der Lebensmittelhandel legte 2,5% zu, der Drogeriefachhandel sogar 3,8%.

Vom letzten Jahr wird man noch lange träumen und sprechen: Das Jahr, bevor COVID-19 kam. Denn dann wurde alles anders.

Nielsen erhebt jährlich die Gesamtumsatzzahlen in Österreich. 23,5 Milliarden Euro wurden für Produkte des täglichen Bedarfs in Lebensmittel- und Drogeriegeschäften aus. In absoluten Zahlen entspricht diese Entwicklung einem Plus von 0,5 Milliarden Euro (+2,5%) im Vergleich zum Jahr 2018. Folgende Händler gaben ihre Marktanteile bekannt: Der Rewe Marktanteil liegt laut Zensus für 2019 bei 34,2 % das sind minus 0,1 Prozentpunkte zu 2018.
Der 
Spar Marktanteil laut Zensus für 2019 ist 32,8 %. Das ist ein Plus von +0,7% zum Vorjahr.
Der von Hofer ausgewiesene Marktanteil referenziert auf die offiziellen GfK-Austria Daten und beträgt für das Jahr 2019 20,5 %.
Lidl Österreich konnte seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr erneut steigern: 1.375 Mrd. Euro waren es Ende Februar. 

Der Lebensmittelhandel entwickelte sich in Österreich dynamischer als im Vorjahr.
„Nach einer verhaltenen Entwicklung 2018 lag das Umsatzwachstum in 2019 mit +2,3% deutlich über der Inflationsrate für Lebensmittel und Getränke. Auch unter Berücksichtigung der nahezu gleichen Standortzahl ist das insgesamt eine gute Entwicklung für den Einzelhandel“, so Sigrid Göttlich, Commercial Director bei Nielsen Österreich.

Doch bei genauerer Betrachtung gibt es durchaus Unterschiede. Nicht alle Shoptypen entwickelten sich analog. „Die Verbrauchermärkte bis 2500 m2 konnten den Umsatz mit +6,4% am stärksten steigern. Unter Berücksichtigung der Expansion sind es jedoch die Supermärkte, die in 2019 ein überproportionales Wachstum verzeichneten“, führt
Göttlich weiter aus.

Auch die Entwicklung der vergangenen Jahre bei den Kaufleuten setzte sich 2019 in verstärkter Form fort. 2019 hat sich die Zahl der selbstständigen Kaufleute erneut reduziert. Damit fällt der Anteil der Kaufleute an allen Geschäften erstmals unter ein
Drittel – sie stehen nun für 31,9% der Standorte (- 1,5 Prozentpunkte). Trotz der deutlichen Verringerung der Standorte (-4,6%) verzeichnen die Kaufleute ein leichtes Umsatzplus und können ihren Marktanteil mit 11,5% nahezu halten.

Während sich die Gesamtanzahl der Geschäfte im LEH nur marginal änderte (-3 Standorte) expandierten die Diskonter Hofer und Lidl wieder ähnlich stark wie im Vorjahr. In Summe erhöhte sich die Anzahl ihrer Standorte um +29 Filialen. Dennoch verzeichnete der Diskont wie auch im Vorjahr Marktanteilsverluste.

Erstmals 2 Milliarden Euro Umsatz im österreichischen Drogeriefachhandel

Mit einem Umsatzplus von +3,8% wächst der österreichische Drogeriefachhandel in 2019 noch stärker als der LEH bei nahezu gleichbleibender Geschäftsanzahl (+1 Standort, nun 1061). Damit durchbricht der DFH erstmals die Marke von 2 Milliarden Euro Umsatz (2,02 Mrd. €).

Shopper in Österreich sind preissensible Fans der Eigenmarken

Auch in 2019 sind die österreichischen Konsumenten preissensibel, wie aus der jährlichen Nielsen Shopper Trend Studie hervorgeht. 39% der Konsumenten gaben dabei an, dass sie zwar Produktpreise nicht auswendig kennen, ihnen jedoch Preisänderungen normalerweise auffallen. 38% der österreichischen Konsumenten kauften mehr Handelsmarken als im Vorjahr - ein Spitzenwert im europäischen Vergleich.

Dabei ist der österreichische Konsument auch offen für Neues: Nur 4% gaben an, dass sie aktionierte Produkte ausschließlich kaufen, wenn sie diese bereits kennen. Die Loyalität gegenüber einzelnen Händlern ist in Österreich gleichzeitig auf einem sehr hohen Niveau. 42% der Konsumenten wechseln Geschäfte selten, suchen jedoch
gezielt nach Angeboten.

Sigrid Göttlich, Commercial Director bei Nielsen Österreich.

Veröffentlicht am

18.06.2020