Keine Krise im deutschen Handel

Edeka weiter die Leitkuh

LEH und Food-Umsatz in Deutschland sind im letzten Jahr gestiegen.

Der deutsche Lebensmittelhandel konnte seinen Umsatz im Jahr 2017 um knapp 2,2 % auf 242,1 Mrd. Euro erhöhen, während der Food-Umsatz für das Jahr 2017 um 2,3% von 196,1 Mrd. Euro (2016) auf 200,6 Mrd. Euro (2017) stieg.

Das internationale Marktforschungsunternehmen Nielsen veröffentlicht im Rahmen der Marktstudie TOP-Firmen Edition 2018 die Marktanteile des deutschen Lebensmittelhandels. 

Top-5-Unternehmen halten einen Marktanteil von 74,8 Prozent

Die Edeka-Gruppe ist auch im Jahr 2017 Spitzenreiter in der Gruppe der Top-5-Unternehmen: Mit einem Umsatz von rund 56,5 Mrd. Euro verbuchte Edeka einen Marktanteil von 23,3 % für sich. Darauf folgt die Rewe mit einem um 3,6 % auf 42,6 Mrd. Euro gewachsenen Umsatz, was einem Anteil am Gesamtmarkt von 17,6 % entspricht. Die Schwarz-Gruppe festigte ihren Platz unter den Spitzenunternehmen und erreichte mit einem Plus von 3,2 % einen Umsatz von 38,6 Mrd. Euro und erreicht nach Berechnung somit einen Marktanteil von 15,9%. Die Aldi-Gruppe auf Platz 4 konnte mit einer Steigerung von 4,6% auf circa 29,7 Mrd. Euro aufwarten und hat somit 12,2% Marktanteil . Die Metro-Gruppe auf Platz 5 verzeichnete wiederholt einen Umsatzrückgang um fast 2,6 % auf rund 13,6 Mrd. Euro (5,6%).

Für den Umsatz, der mit Gütern des täglichen Bedarfs erzielt wurde, zeigt sich ein ähnliches Bild: Auch hier führt Edeka das Ranking an, gefolgt von Rewe,der Schwarz-Gruppe, Aldi und Metro.

Was sich letztes Jahr bereits andeutete, zeigte sich auch in diesem Jahr: Der Biohandel verbuchte 2017 nicht mehr die hohen prozentualen Steigerungen. Dieser Bereich blieb – bis auf den Biogroßhändler Weiling mit 10,2 % – mit einstelligen Wachstumsraten hinter den Vorjahreswerten zurück.

Discounter gewinnen dazu, Drogeriemärkte weniger

Das Discount-Segment brachte es im Jahr 2017 wieder auf ein starkes Wachstum am Gesamtmarkt von 4% (2016: 3,1%). Die Discount-Unternehmen steigerten somit ihren Umsatz insgesamt um fast 3,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Die Ergebnisse von Nielsen Tradedimensions zeigen, dass der Drogeriehändler dm im Vergleich zum Vorjahr 4,8 % (2016: 6,6%) an Umsatz gewonnen hat, der Wettbewerber Rossmann erzielte 4,5 % (2016: 5,8%). Auch Müller verzeichnete mit knapp 1,2 % (2016: 1,5 %) noch Zuwachs. Auch hier sind die Steigerungsraten bei allen Marktteilnehmern jedoch nicht mehr so deutlich ausgefallen wie noch in den letzten Jahren.

Prognose für 2018

Für das Jahr 2018 erwarten die Händler wenig Veränderung. Sie prognostizierten insgesamt ein Umsatzwachstum von 7,9 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr, dies entspricht einem Anstieg von knapp 3,3 %. Allein Edeka, Rewe, Schwarz und Aldi werden laut Prognose mit durchschnittlich 3,9 % wachsen, was insgesamt einen Umsatzanstieg von rund 6,5 Mrd. Euro bedeutet.

Wachstum im Online-Handel

Die aktuellen Zahlen für das 3. Quartal 2018 der großen Verbraucherstudie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) zeigen weiterhin ein Wachstum im Interaktiven Handel. Als starker Wachstumstreiber des Handels insgesamt legt der Online-Handel für das 3. Quartal 2018 mit einem Plus um 11,6 % im Vergleich zum 3. Quartal 2017 zu. Kumuliert erhöhte sich der E-Commerce-Umsatz seit Jahresbeginn im Vergleich mit den ersten 9 Monaten 2017 um 11,3 %. 

"Der E-Commerce-Umsatz entwickelt sich genauso dynamisch wie im Vorjahr. Insgesamt liegen wir bisher schon 1 Prozentpunkt über unserer Wachstumsprognose des Interaktiven Handel", so bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. 

Von Juli bis September 2018 verzeichnete die Branche im Online-Handel 15,11 Mrd. Euro inkl. USt (3. Q. 2017: 13,17 Mio. Euro inkl. USt) Brutto-Umsatz. Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften im 3. Quartal 2018 die deutschen Verbraucher Waren für 16,1 Mrd. Euro inkl. USt (3. Q. 2017: 14,6 Mrd. EUR inkl. USt). Demnach hat der Onlinehandel weiterhin einen hohen Anteil von 94,3 % am Gesamtumsatz des Interaktiven Handels. Die digitalen Dienstleistungen wie elektronische Tickets, Downloads, Hotelbuchungen etc. legten auch noch einmal kräftig zu und erwirtschafteten einen Umsatz von 4,1 Mrd. Euro inkl. USt (3. Q. 2017: 3,8 Mrd. Euro inkl. USt).

Weitere 13,4% ist das Onlinevolumen des Warengruppen-Cluster gestiegen und liegt mit einem Gesamtumsatz von 1,1 Mrd. Euro inkl. USt (3. Q. 2017: 989 Mio. EUR inkl. USt) im Trend. Die hohe Akzeptanz für das Warensegment Lebensmittel bescherte dem 3. Quartal 2018 einen Online-Umsatz von 353 Mio. Euro inkl. USt (3. Q. 2017: 292 Mio. Euro inkl. USt) und stieg um 21%.