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Mag. Hannes Wuchterl, Geschäftsführer der ZEV Nah&Frisch Marketingservice

Nah&Frisch: Offen sein für Zukünftiges

Mag. Hannes Wuchterl unterstützt die rund 400 selbstständigen Kaufleute in Österreich. Augen und Ohren hält er offen, um mit ihnen gut vorwärtszukommen.

Das Wort „Gamechanger“ wird oftmals viel zu leichtfertig verwendet. Im Falle der Nah&Frisch-Kaufleute in Österreich im Zusammenhang mit der Pandemie trifft es aber wohl zu. Österreichs 390 Kaufleute, die unter Nah&Frisch firmieren, sorgten mit Pandemiebeginn 2020 für ein großes AHA-Erlebnis bei den Kunden: viel Sortiment, viele Services, ganz viel Kundennähe und viel, viel mehr Freundlichkeit, Regionalität und Lokalität als im LEH üblich. Denn der Kaufmann/die Kauffrau vor Ort erfüllen alle Erwartungen, die ein Konsument in solchen besonderen Zeiten hat – Nah&Frisch-Kaufleute hatten diese Einstellung immer und werden sie auch immer haben.

Nah&Frisch Geschäftsführer Mag. Hannes Wuchterl: „COVID war für uns alle ein Kraftakt, den wir nicht vergessen werden, aber für die Kaufleute, ihren Umsatz und den Ertrag war es eine unglaublich wertvolle Erfahrung“. Der Umsatz stieg im Durchschnitt 2021 um 5,7% und auch die Erträge gestalteten sich positiv. „Ich nenne es eine anstrengende Zeit der Erholung für die selbstständigen Kaufleute“, so Wuchterl. „Und fast noch wichtiger, die Kaufleute erlebten eine große Dankbarkeit der Kunden, Dankbarkeit die alles andere als selbstverständlich ist“, beschreibt Wuchterl.

Wie entwickelt sich die Nah&Frisch Familie?

Hier verändert sich vieles. Die Gruppe der Kaufleute wird heterogener, es gibt immer mehr Quereinsteiger, die den Sprung in die Selbstständigkeit als Nahversorger wagen. „Das ist auch gut so, wir integrieren jeden Neueinsteiger und sprechen viel mit ihnen über ihre Zukunft. Das hilft uns auch zu lernen, wie wir Personen in allen Altersstufen ansprechen können und müssen“, sagt Wuchterl im Hinblick auf die Frage der Nachfolge. Neue Modell sind hier möglicherweise zukünftig von Interesse: vormittags ein Geschäft mit Bedienung und am Nachmittag nur Automatenservice zum Beispiel.

2022 hat sich das Blatt teils dramatisch geändert. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat vieles von dem Negativen, das Covid gebracht hat, verstärkt und setzt jetzt natürlich auch die Nah&Frisch-Kaufleute enorm unter Druck: Teuerung bei Rohstoffen, Engpässe, schlechte Verfügbarkeit. Ein Beispiel: Die Verteuerung der Flugblätter, die für die Nah&Frisch-Kaufleute sehr wichtig sind. „Die Kostensteigerungen bei Papier geben wir aktuell nicht an unsere Kaufleute weiter“, so Wuchterl – auch wenn die Papierkosten aktuell um über 35% gestiegen sind.

Blick in die Zukunft

Einfacher wird es für die Kaufleute nicht, meint auf jeden Fall Hannes Wuchterl. Im Juni lag die Inflation jenseits der 8%, innerhalb von „zwei Jahren wird das Geld weit über 10% an Wert verlieren. Das wird bei der arbeitenden Bevölkerung auch bei, für Arbeitgeber teure Lohnabschlüssen, zweifelsohne zu einem Reallohnverlust führen.

Wie gehen aber die Haushalte damit um, die ja schließlich ihr Geld in die Märkte bringen sollen? „Bei Wohnen, Heizen sparen, ist das schwierig und auch ein Sparen bei der Mobilität ist besonders für unsere Kunden am Land nicht einfach“, so Wuchterl. Und was geschieht beim Lebensmitteleinkauf? „Viele Kunden werden gezwungen sein möglichst billig einzukaufen, der Handel bei steigenden Einkaufspreisen mit Aktionen um Frequenz raufen. Ganz ehrlich, ich mache mir große Sorgen ob die hohe Qualität unserer österreichischen Lebensmittel in diesem Spannungsfeld haltbar ist“. Wir legen da mit einer großen Palette an lokalen Produkten unter der Dachmarke „aus’m Dorf“ ein klares Bekenntnis zu österreichischer Qualität ab. Lokale Vielfalt ist spannend geworden, wir denken, dass das so bleibt, auch wenn es enger wird in der Geldbörse der Kunden“, so Wuchterl.

Dringender Appell an die Regierung

Womit man noch einmal beim aktuellen Thema angelangt ist: der Inflation. „Die Regierung zeigt kein Gespür für die Ängste und Sorgen der Menschen, Und zwar auch jener Menschen, die in Österreich mit Klein- und Kleinstbetrieben die Versorgung am Land stemmen“, zeigt sich Hannes Wuchterl enttäuscht: „Die aktuelle Situation ist brandgefährlich für die Nahversorgung am Land. Viele selbstständige Kaufleute denken ans Aufhören. Unleistbare Energiekosten und Preissteigerungen bei Lebensmitteln die unmöglich 1:1 an die Kunden weitergegeben werden können. Die Margen der Kaufleute werden weggefressen und damit auch deren wirtschaftliche Existenzgrundlage. Nahversorgung zu leisten muss leistbar bleiben!“

Meine Forderung an die Bundesregierung aber auch an alle Entscheider in den Ländern: Ja, wir brauchen dringend ein sozial ausgewogenes und treffsicheres Anti-Teuerungspaket für die Menschen in diesem Land, aber wir brauchen auch dringend Initiativen für jene, die diese Menschen am Land versorgen sollen! Die selbstständigen Nahversorger am Land. Es braucht dringend ein ausgewogenes, treffsicheres Nahversorger-Paket für Österreich!

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Veröffentlicht am

22.07.2022