L’Oréal-CEO Jean-Paul Agon

Widerstandsfähig in der Krise

Der Kosmetikkonzern L’Oréal hat unter der Covid-Krise gelitten.

Der Konsum von Schönheitsprodukten im ersten Halbjahr 2020 wurde stark durch die Schließung von Millionen von Verkaufsstellen (Friseursalons, Parfümerien, Kaufhäuser, Flughafengeschäfte usw.) beeinflusst.

Unter diesen außergewöhnlich schwierigen Umständen hat jede Abteilung von L’Oréal eine große geschäftliche Widerstandsfähigkeit bewiesen, allerdings hat die Konsumgüterabteilung am meisten verloren. Die Geschäftsbereiche L’Oréal Luxe und Professional Products konnten dank E-Commerce trotz der Schließung fast aller Verkaufsstellen bemerkenswert erfolgreich relativ solide Aktivitäten aufrechterhalten. Infolgedessen ist es der Gruppe insgesamt gelungen, den Schönheitsmarkt im Berichtszeitraum zu übertreffen. Seit April kehrt zunehmend zum Wachstum zurück. Spannend ist, dass der e-Commerce weltweit im ersten Halbjahr um + 64,6% wuchs. Im zweiten Halbjahr sind zudem starke Produktneueinführungen geplant.  

Konsumgüterabteilung durchwachsen

Der Geschäftsbereich Konsumgüter liegt auf vergleichbarer Basis bei -9,4% und im ersten Halbjahr bei -10,4%. Die Corona-Krise löste eine starke Verlangsamung des Make-up-Marktes aus, was sich insbesondere negativ auf die Leistung von Maybelline New York und NYX Professional Makeup auswirkte. Das Geschäft der Division ist ohne Make-up insgesamt stabil. In der Haarpflege konnte Fructis dank Fructis Hair Food sein starkes Wachstum beibehalten. In der Gesichtspflege wuchs L’Oréal Paris weiter und übertraf den Markt dank der Einführung von Seren im Revitalift-Sortiment. Darüber hinaus erzielte die Division Marktanteilsgewinne im hochdynamischen Markt für Haarfarben für den Heimgebrauch. In USA und China hat sich der  der Online-Umsatz im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt. 

Westeuropa auf einen Blick

Die Zone liegt auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr bei -16,1% und bei -15,6%. Der Markt in Westeuropa wurde in fast allen Ländern stark von Sperrmaßnahmen und der Schließung von Friseursalons, Kaufhäusern und Parfümerien beeinflusst. Seit Mitte Mai zieht der Markt insbesondere in den Kategorien Haarpflege und Hautpflege an. Der Aufschwung ist jedoch bei Make-up und Sonnenpflege langsamer. Die südlichen Länder wie Spanien und Italien waren am stärksten betroffen, da die Sperrung dort länger dauerte und der E-Commerce strukturell weniger entwickelt war, während sich Deutschland, die Niederlande und die skandinavischen Länder als widerstandsfähiger erwiesen.

In diesem schwierigen Umfeld verdoppelte die Consumer Products Division ihren Online-Umsatz und schnitt bei der Haarfarbe für den Heimgebrauch sehr gut ab. Garnier stärkte seine Position mit einem besonders guten Start für die Fructis Hair Food Linie. e-Commerce war im zweiten Quartal mit + 91% sehr dynamisch, auch nachdem die Lockdown-Maßnahmen gelockert wurden.

Veröffentlicht am

31.07.2020