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Was verursachen die neuen Lockdowns?

Lockdown: Koste es, was es wolle?

Nun ist es also wieder so weit: der nächste komplette Lockdown steht vor der Tür. Die bisherigen waren schon teuer genug für den Handel.

Das Institut für Handel, Absatz und Marketing an der Universität Linz mit den Experten Christoph Teller und Ernst Gittenberger beschreibt die Situation der vergangenen Tage und den bevorstehenden Lockdown für den Handel so: Für den stationären Non-Food-Einzelhandel sind dies wieder einmal schlechte Nachrichten in der (üblicherweise) umsatzstärksten Jahreszeit im Jahr, die in einigen Branchen über ein positives (oder negatives) Jahresergebnis entscheidet. Jedenfalls wird mit den Covid-19-Maßnahmen die Konjunkturerholung im Einzelhandel wieder abrupt gestoppt. Welche Auswirkungen Lockdown #5 auf die Weihnachtsausgaben haben wird, hängt nicht zuletzt von der Dauer der Geschäftsschließungen ab. „Gewinnen“ wird einmal mehr der (internationale) Online-Handel.

Rückblick

Seit Montag, 15. November ist es für „Ungeimpfte“ (kein 2G-Nachweis) nicht mehr erlaubt im stationären Einzelhandel (mit Ausnahme zur Deckung der Grundversorgung z.B. Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien, Apotheken, etc.) einzukaufen. Dadurch verringern sich die durchschnittlichen Ausgaben im stationären Non-Food-Einzelhandel österreichweit um rd. € 30 Mio. (brutto) pro Einkaufstag bzw. um rd. € 180 Mio. (brutto) pro Einkaufswoche. Die betroffenen Branchen verlieren somit rund ein Viertel ihrer „saisonüblichen“ Umsätze.

Vorschau

Es standen verschiedene Szenarien zur Auswahl, der bundesweite Lockdown hat sich also durchgesetzt. 

#1 Lockdown für die gesamte Bevölkerung in Oberösterreich und Salzburg wird Umsatzverluste in Höhe von rd. 26 Mio. pro Tag verursachen

Die aktuelle 2G-Regelung „bescherte“ dem Non-Food-Einzelhandel in Oberösterreich durchschnittliche Umsatzverluste in Höhe von rd. € 5,3 Mio. (brutto) pro (Einkaufs-)Tag. Der Salzburger Einzelhandel verliert aktuell rd. € 2,0 Mio. pro Tag.

Durch die Ausdehnung des Lockdowns auf die gesamte Bevölkerung ab Montag entfallen die Umsätze in den betroffenen Einzelhandelsbranchen komplett. Pro Tag wird sich der Umsatzentgang in Oberösterreich dementsprechend auf rd. € 18,8 Mio. und in Salzburg auf rd. € 7,2 Mio. belaufen. Der stationäre Non-Food-Handel wird daher in beiden Bundesländern zusammen ab kommenden Montag im Durchschnitt pro Einkaufswoche nicht rd. € 44 Mio. (brutto) sondern rd. € 156 Mio. „verlieren“. Bei einer Verlängerung des Lockdowns in den Dezember hinein, würden die täglichen bzw. wöchentlichen Umsatzausfälle durchschnittlich noch höher ausfallen.

#2 Österreichweiter Lockdown für die gesamte Bevölkerung kostet dem stationären Non-Food-Handel einen Umsatzentgang von rd. € 115 Mio. pro Tag bescheren

Die kommenden Lockdown-Regelungen österreichweit für die gesamte Bevölkerung, erhöht die Umsatzverluste im stationären Non- Food-Einzelhandel von rd. € 30 Mio. auf rd. € 115 Mio. (brutto) pro Tag (im November). Pro Woche würden sich die Umsätze somit nicht wie bisher im Durchschnitt um rd. € 180 Mio. verringern, sondern in den betroffenen Branchen komplett ausfallen. Das bedeutet österreichweit einen Entgang um rd. € 690 Mio. pro Woche im November.

Da Szenario #2 ab kommenden Montag Realität wird, werden sich die Umsatzverluste im stationären Non-Food-Einzelhandel von Einführung des „ungeimpften“ Lockdowns am 15. November über die (etwaige) Verschärfung ab 22. November bis Ende des Monats österreichweit auf in Summe knapp € 1,1 Mrd. (brutto) belaufen.

Die Ergebnisse sind als Abschätzung zu verstehen.

 

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Veröffentlicht am

18.11.2021