Lockdown bringt Wirtschaft unter Druck

Kontaktloses 'Click & Collect' muss erlaubt sein

Der Handelsverband warnt bei einem dritten Lockdown vor einer Verschärfung der sozialen und wirtschaftlichen Lage.

Mit einem dritten harten Lockdown würden nicht nur tausende Arbeitsplätze im Handel auf dem Spiel stehen, sondern auch das Konsumverhalten langfristig und drastisch zum Nachteil des heimischen Handels verändert werden. Der Handelsverband stellt daher nochmals in aller Deutlichkeit klar: Eine erneute behördliche Schließung des heimischen Non-Food Handels in dieser Phase hätte kurz- und mittelfristig gravierende ökonomische und soziale Auswirkungen.

In den Geschäftslokalen und im öffentlichen Raum hat sich stets auch Transparenz und die ordnungspolitische Handhabemöglichkeit positiv auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt. Daher erachten wir diese Entwicklung als heikel. Sinnvoll wäre es daher, den öffentlichen Raum gezielt zu stärken, statt ihn durch einen undifferenzierten Lockdown zu schwächen.

"Für unsere Branche steht die Gesundheit der Bevölkerung immer an erster Stelle. Das wurde auch täglich bewiesen. Daher haben wir auch alle politischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-Krise konsequent mitgetragen. Doch der Handel war und ist kein Corona-Hotspot. Einkaufen ist aufgrund der strikten Einhaltung aller Hygienemaßnahmen absolut sicher, das haben wir in den 11 Tagen seit dem Ende des zweiten harten Lockdowns eindrucksvoll bewiesen. Unsere umfassenden Sicherheits- und Hygienekonzepte funktionieren", ist Will überzeugt, "ein Freitesten, um Geschäftslokale ab 18. Jänner überhaupt wieder betreten zu dürfen – wie heute bereits medial kolportiert – wäre hingegen das größte Amazon-Förderungsprogramm in der Geschichte Österreichs und würde dem stationären Handel Kunden und damit Existenzgrundlage entziehen. Das wäre eine volkswirtschaftliche Katastrophe."

Keine Kontrollfunktion

Sollte es tatsächlich zu einer de facto Testpflicht ab 18. Jänner kommen, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können, wie dies aktuelle Medienberichte kolportieren, stellt der Handel klar, dass er hierfür nicht die Kontrollfunktion übernehmen kann. "Wir halten derartige Negativ-Anreize für wenig sinnvoll und eine Testpflicht als Voraussetzung für den Zutritt in die Geschäfte für kontraproduktiv. Vor allem ist völlig unklar, wie das überhaupt kontrolliert werden sollte. Sinnvoller wäre ein Positiv-Anreiz in Form von Einkaufsgutscheinen für alle, die sich freiwillig testen lassen", appelliert Rainer Will an die Politik.

 

Kontaktloses 'Click & Collect' 

Sollte heute Nachmittag tatsächlich ein dritter harter Lockdown von 26. Dezember bis 18. Jänner beschlossen werden, muss dieses Mal zumindest rechtlich klar geregelt werden, dass kontaktloses 'Click & Collect' zulässig ist, damit die Händler analog zu den Gastronomen zumindest Waren vor Ort ausgeben können. Das gebietet im Rechtsstaat Österreich schon der Gleichbehandlungsgrundsatz.

'Click & Collect' würde zudem sicherstellen, dass die massiv belasteten Paketdienstleister im Dezember nicht noch stärker unter Druck kommen. Im Weihnachtsgeschäft werden zurzeit an manchen Tagen über eine Million Pakete zugestellt. Das hat bereits zahlreiche Paketdienstleister an ihre Grenzen gebracht.

Veröffentlicht am

18.12.2020