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KV Verhandlungen geraten ins Stocken

KV: attraktive Aufbesserung geboten

Arbeitgeber bieten attraktive Aufbesserung des Weihnachtsbudgets noch im heurigen Jahr, Arbeitnehmerseite blockiert.

Die KV-Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Handel geraten ins Stocken. Die jüngste Runde brachte kein Ergebnis, die nächste Verhandlung ist auf 22. November verlegt. Aktuell wollen die Arbeitnehmer Zeichen setzen: In Wien und Salzburg wird es am 16. November erste Kundgebungen im öffentlichen Raum geben.

"Es ist mir völlig unverständlich, warum die GPA nach wie vor mauert und unser 7-Prozent-Angebot, das sich aus der KV-Tafel-Erhöhung und steuer-attraktiven Prämienzahlung zusammensetzt, derart kategorisch ablehnt“, sagt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKO, nach der 3. Runde der KV-Verhandlungen für die rund 500.000 Angestellten und Lehrlinge im österreichischen Handel.  

Neben der Erhöhung des Einstiegsgehalts von 1.800 auf 1.900 Euro und einer außerordentlichen Erhöhung der Lehrlingseinkommen auf 800 Euro im ersten Lehrjahr ist vor allem die abgabenfreie Prämie ein Krisen-Hebel und ein immenser Netto-Vorteil für die Mitarbeiter.

"In der aktuellen Krisensituation bedeutet das mehr Netto vom Brutto“, betont Trefelik. Aus dem Verhandlerkreis haben sich bereits namhafte Arbeitgeber-Betriebe des Handels bereiterklärt, die abgabenfreie Jahresprämie für 2023 noch in diesem Jahr auszuzahlen. "Dadurch erhalten (Stand: heute) rund 120.000 Mitarbeiter eine deutliche Aufbesserung ihres heurigen Weihnachtsbudgets – und zwar um weit mehr als der Klimabonus ausgemacht hat“, sagt Trefelik. Das heutige Angebot entspricht beim (erhöhten) Einstiegsgehalt von 1.900 Euro einer Bruttoerhöhung von 10,56 Prozent. 

In Zahlen ausgedrückt macht die Prämie beim Einstiegsgehalt 756 netto aus. Bei einem Gehalt von 2.000 Euro brutto sind es 840 Euro und bei einem Gehalt von 3.000 Euro beträgt die Prämie 1.260 Euro netto. „Das heißt, die Beschäftigten könnten zwischen 756 und deutlich über 1.200 netto noch heuer bekommen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Gewerkschaft den Handelsangestellten diese Gelder verwehren will“, so Trefelik. Um vor allem KMU nicht zu überfordern, gibt es aber auch die Möglichkeit, die Prämie im kommenden Jahr auszuzahlen. 

Auch Lehrlingseinkommen profitieren von Prämie

Eine deutliche Erhöhung bringt das Angebot der Arbeitgeberseite auch bei den Lehrlingen mit sich. So würden die steuerfreien Prämien 200 Euro im ersten, 300 Euro im zweiten und 400 Euro im dritten Lehrjahr bringen – zusätzlich zum normalen Lehrlingseinkommen. Dieses würde auf 800 Euro im ersten Lehrjahr, auf 1.000 Euro im zweiten und auf 1.280 Euro im dritten Lehrjahr steigen.  

"Die Situation im Handel ist eine andere als in anderen Branchen. Die gestiegenen Energiekosten und die nach wie vor in vielen Handelsbranchen spürbare Kaufzurückhaltung der Konsumenten erlauben keine großen Spielräume. Daher brauchen wir ein Splitting-Modell. Und hier bin ich überzeugt, dass das von uns vorgelegte Angebot beiden Seiten, Arbeitnehmern genauso wie Arbeitgebern, Vorteile bringt“, so Trefelik abschließend.   

Auch der Handelsverband bedauert, dass die GPA das 7%-Angebot für Beschäftigte ausschlägt. Das Angebot einer 4%igen Gehaltserhöhung plus 3%iger steuerfreier Teuerungsprämie in Kombination mit einer Erhöhung des Einstiegsgehalts auf 1.900 Euro bruttosowie einer deutliche Anhebungen sowie einer außerordentlichen Erhöhung der Lehrlingseinkommen auf 800 Euro im ersten Lehrjahr überschreitet bereits die Oberkante für viele von den Krisen belasteten Handelsunternehmen.
Nachdem die rollierende Inflation 6,9% beträgt, liegt das Angebot der Arbeitgeber bereits deutlich über diesem Wert. Die Forderung der Gewerkschaft ist überzogen und würde die wirtschaftliche Existenz tausender Handelsunternehmen gefährden. Die GPA lässt auch außer Acht, dass durch die staatlichen Kaufkraftstabilisierungsmaßnahmen bereits Gutteile der Teuerung auf Arbeitnehmerseite abgefedert werden.

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Veröffentlicht am

11.11.2022