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Geschafft: Handels-KV ist abgeschlossen

Nach langen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer geeinigt.

Es ist soweit: der Handels-KV ist durch und rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft. Die Zahlen im Detail: es wurde ein Plus von 2,2 % linear über alle Gehaltsstufen ausgehandelt: bei den Mindest-Einstiegsgehältern sogar ein Plus von 2,5% (das sind 41 euro), auf 1675 Euro auf der "alten Gehaltstafel", in der neuen Gehaltstafel sind das sogar über 1700 Euro, wenn man das Einstiegsgehalt hernimmt - gültig ab 1.1. 2020

Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel und Chefverhandler der Arbeitgeberseite, sieht "ein Verhandlungsergebnis, das für beide Seiten positive Elemente beinhaltet: Mit dem Kollektivvertragsabschluss wird auf die abflauende konjunkturelle Entwicklung Rücksicht genommen. Der Abschluss stellt aber auch sicher, dass die Handelsangestellten ab 1. Jänner 2020 mehr im Börsel haben. Dabei werden mit dem neuen KV die unteren Gehälter stärker angehoben."

Ein weiterer Sprecher des Verhandlungsteams sieht das Ergebnis als "verkraftbar". Der Handel hat ja erfahrungsgemäß höhere Personalkosten als die Industrie, es ist der größte Posten im Handel. Im Lebensmittelhandel liegt der Anteil sogar bei rund 80%. 

Auch bei den freien Tagen hat es Änderungen gegeben, beim 10-Jahres-Jubiläum erhält der Arbeitnehmer einen Freizeittag einmalig, für 15 Jahre Jubiläen gilt das selbe. Jubiläumsgelder können als Freizeit oder Gelder ausgezahlt werden oder gemischt. 

Umstellung auf neuen KV bis Ende 2021

Derzeit ist das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte im alten Handels-KV bei 1634 Euro brutto pro Monat, das sind 1307 Euro netto, und im neuen KV bei 1677 brutto oder 1334 Euro netto. Seit Dezember 2017 gilt der damals neu reformierte Handels-KV. Die rund 80.000 Handelsbetriebe haben allerdings bis Ende 2021 Zeit, auf das neue Schema umzusteigen, was die großen Handelsketten noch umsetzen müssen. Viele kleine und mittlere Händler sowie neu gegründete Handelsbetriebe verwenden den reformierten Handels-KV.

Reaktionen

"Der durchschnittliche Tarif von 2,35 % liegt für einige Händler hart an der Grenze des Stemmbaren, die zusätzlichen rahmenrechtlichen Vereinbarungen erhöhen die Komplexität in der Administration. Daher muss ab jetzt der volle Fokus auf der Vereinfachung der Zuschläge liegen", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer ersten Stellungnahme. "Wir danken den Verhandlern für ihr Engagement. Nun gilt es gemeinsam den konjunkturellen Gewitterwolken entgegenzutreten und den Fokus auf das Wesentliche zu legen: Die beschäftigungsintensive Branche zu stärken, um gemeinsam volkswirtschaftliche Effekte zu erzielen".

Veröffentlicht am

20.11.2019