Assoz.-Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter, Med Uni Wien.

Good Food Ernährungsstudie

Neben der Pandemie durch Corona beschäftigt die WHO Weltgesundheitsorganisation
noch viele andere Themen.

Eines davon ist die Ernährung der Bevölkerung. Mit dem diesjährigen Weltgesundheitstag am 7. April macht die Weltgesundheitsorganisation erneut auf die Bedeutung der Gesundheitsvorsorge aufmerksam. Das Thema der optimalen Ernährung von Kindern spielt dabei eine immer bedeutendere Rolle.

Diese Situation nimmt Kenwood zum Anlass mit der Med Uni Wien, Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin, im konkreten mit Assoz.-Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter eine Ernährungsstudie durchzuführen: die "Good Food Ernährungsstudie". Erste Ergebnisse gelten bereits jetzt als zukunftsweisend. Das finale Studienergebnis wird für Herbst 2020 erwartet.

Erste Ergebnisse

Erste Zwischenergebnisse der Studie zeigen, dass sich durch etliche Maßnahmen das Ernährungsverhalten bei den Erwachsenen kaum beeinflussen lässt. In Bezug auf den Umgang mit der Gesundheit der Kinder zeigte sich jedoch schon kurzfristig ein signifikant positiver Effekt.

Die Fakten

  • Weltweit gibt es heute mehr übergewichtige als untergewichtige Menschen.
  • In den letzten Jahrzehnten haben Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) global insbesondere bei Kindern massiv zugenommen.
  • In Österreich sind über 12 % der 11 bis 17-Jährigen übergewichtig.
  • Gerade im Kindes- und Jugendalter ist Übergewicht problematisch.
  • Negativfolgen auf den Stoffwechsel, das Herz-Kreislaufsystem, den Bewegungsapparat und die Haut sind vorprogrammiert, aber auch psychische Störungen hinsichtlich Selbstwert und Lebensqualität möglich.

 

Vielfältige gesellschaftliche Änderungen haben zu einer massiven Veränderung des Koch- und Essverhaltens in den letzten Jahren geführt. Dazu Hutter: „Fertige Salate oder Tiefkühlgemüse können in der Qualität durchaus gleichwertig mit frischen Produkten sein. Diverse Fertiggerichte haben aber auch den großen Nachteil, dass sie oft viel zu viel Salz, Fett oder Zucker enthalten. Nicht zu vernachlässigen sind auch verschiedene Zusatzstoffe. Fertiggerichte verleiten uns dazu, mehr zu essen. Daher überrascht es nicht, dass häufiges Selberkochen zu einer gesünderen Ernährungsweise beitragen kann“.

Neben positiven Auswirkungen auf die Ernährungsqualität scheint Selberkochen positiv besetzte emotionale Wirkungen aufzuweisen. „Menschen, die ihre Speisen selbst zubereiten, genießen die Mahlzeit mehr anstatt sie zu verschlingen“, so Hutter. Zudem korrelieren Kochkenntnisse positiv mit der Zubereitung von Gemüse und negativ mit dem Verzehr von Convenience Food.

Bisherige Studien zur Ernährung

Bisher durchgeführte Studien zum Thema Ernährung haben gezeigt, dass wissensbezogene Veränderungen den höchsten Effekt aufweisen, verhaltensbezogene Interventionen eher durchschnittlichen und gesundheitsbezogene Argumente den geringsten Effekt aufweisen.

Fakt ist aber, dass das alleinige Wissen über gesunde Ernährung nicht ausreicht, um das eigene Essverhalten und jenes der Kinder zu verändern.

„Trotz aller publizierten, gesundheitsfördernden Ernährungstrends bevorzugen die Österreicher nach wie vor fett- und kalorienreiche Küche (24% immer, 57% häufig). Selten und sogar mit abnehmender Tendenz werden leichte, fettarme aber vitaminreiche Gerichte gewählt“, so Prof. Hans-Peter Hutter.

„Die richtige Ernährung der Kinder liegt uns besonders am Herzen. Doch geeignete Maßnahmen zur Verhaltensänderung bezüglich gesunder Ernährung der kommenden Generationen sind in der Forschung bis dato noch nicht ausreichend abgesichert.  Bereits seit zwei Jahren arbeiten wir gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien intensiv an einer Studie als Beitrag zur Schließung dieser Wissenslücke“, so Michael Frank, Geschäftsführer De´Longhi-Kenwood GmbH.

 

Veröffentlicht am

06.04.2020