Beiersdorf liefert Desinfektionsmittel

Industrie in Zeiten von COVID-19

Wo es möglich ist, setzen sich Industriebetriebe für eine rasche und logistisch gute Versorgung ein.

In Zeiten von Krisen und Unsicherheiten erhöht sich das Informationsbedürfnis der Mitarbeiter massiv – was sich auch an den sprunghaft angestiegenen Nutzungsraten interner Kommunikationstools zeigt. Die Smartphone App mia der Salzburger Agenturen movea und LOOP unterstützt Unternehmen dabei, schnell, kostengünstig und aktuell mit ihren Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben. Auch Gemeinden oder Verbände kommunizieren dank dieser App direkt mit Bürgern oder Mitgliedern. Bei bestehenden Kunden hat sich die Nutzung der App seit Beginn der Corona-Krise teilweise mehr als verdoppelt.

Der Lebensmittelhersteller Spitz versorgt regionale Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen während der Corona-Krise mit Warenspenden. Seit Ende März beliefert das Traditionsunternehmen Feuerwehr, Polizei und das Rote Kreuz rund um das vor zwei Wochen errichtete Corona Drive-In im Bezirk Vöcklabruck mit Getränken und Süßwaren.

Brauerei Wieselburg: Dank dem allgemeinen Trend zu alkoholfreiem Konsum sind in der Brauerei Wieselburg 4000 Liter Alkohol vorhanden, den die einzige Entalkoholisierungsanlage der Brau Union Österreich am Standort Wieselburg den Bieren der AlkoholFreizone entzogen hat. Dieser Alkohol ist grundsätzlich genussfähig, kann aber in Zeiten wie diesen auch verwendet werden, um Desinfektionsmittel herzustellen, die Brauerei spendet nun den Alkohol.„Wir wollen Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen und rasch und unbürokratisch helfen. Dank unserer Entalkoholisierungsanlage können wir Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen“, so Christian Huber, Braumeister der Brauerei Wieselburg.

Henkel Freixenet leistet einen Beitrag zum Bekämpfen des Coronavirus und spendet dazu rund 50.000 Liter hochprozentigen Alkohol für die Produktion von Desinfektionsmittel. Der Alkohol stammt aus der Entalkoholisierung von Wein für die Herstellung von alkoholfreiem Sekt und aus der Spirituosenherstellung. „Im engen Austausch mit der Stadt Wiesbaden in Deutschland haben wir die Idee entwickelt. Gemeinsam mit Bürgermeister Oliver Franz haben wir Infraserv Wiesbaden sowie die im Industriepark Kalle-Albert angesiedelte Gesellschaft des Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmens Merck als Partner für die Herstellung des Desinfektionsmittels an Bord holen können“, so Jan Rock, Kommunikationschef von Henkell Freixenet in Wiesbaden.

Fachverband der Lebensmittelindustrie: "Die ‚Helden in der Krise‘ sind die Unternehmen mit ihren 27.000 Mitarbeitern der heimischen Lebensmittelindustrie. Ihnen gilt ein besonderer Dank für Ihren Einsatz in der Krise. Sie produzieren tagtäglich als nationaler Versorger genügend sichere und gute Lebensmittel für das ganze Land, auch und gerade jetzt", erklärt GD KR DI Johann Marihart, Obmann des Fachverbands der Lebensmittelindustrie. Die heimische Lebensmittelindustrie produziert seit Ausbruch der Coronakrise auf Hochtouren im Mehrschichtbetrieb, damit die Regale im Handel gut gefüllt bleiben und somit die hohe Nachfrage nach Lebensmitteln jederzeit sichergestellt ist. Viele Betriebe sind rund um die Uhr im Einsatz, haben binnen kürzester Zeit die Kapazitäten hochgefahren und die Logistik verstärkt. Sie garantieren damit als wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette die Versorgung Österreichs.

Marihart betont: "Eine Kette ist nur so stark wie jedes einzelne ihrer Glieder. Die Lebensmittelindustrie ist ein ganz wesentliches Glied dieser Kette. Wir versorgen nachhaltig Österreich mit sicheren und Lebensmitteln höchster Qualität. Daher muss auch für unsere Branchen möglich sein, dass Bonuszahlungen für diese Höchstleistungen an die Belegschaft steuerfrei ausbezahlt werden können. Auch appelliere ich an die Politik, sich weiterhin mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass unsere Grenzen für die in den Betrieben der Lebensmittelindustrie angestellten Pendler und für den wichtigen Gütertransport offen bleiben."

Staud's Wien sieht seine Pflicht in erster Linie darin, die Versorgung sicherzustellen. Daher wurde als erste Maßnahme eine Aufteilung der Belegschaft in zwei unabhängige Produktionsteams veranlasst. Diese ist bereits seit Inkrafttreten der landesweiten Ausgangsbeschränkungen aufrecht. „Es agieren zwei voneinander vollständig unabhängige Gruppen innerhalb der Produktionsstätten sowie im Office-Bereich inklusive Homeoffice-Regelung. Die ohnehin gültigen, strengen innerbetrieblichen Hygienemaßnahmen wurden durch zusätzliche Schutzausrüstung intensiviert“, so Staud's Geschäftsführer Stefan Schauer. Dabei wird gleichzeitig auf die Interessen der Mitarbeiter Rücksicht genommen. Der Staud's Pavillon am Brunnenmarkt bleibt als Nahversorger freitags und samstags geöffnet. 

Die Corona-Notfall-Vereinbarung von Fachverband Propak und der Gewerkschaft GPA-djp ermöglicht temporär Lösungen auf der betrieblichen Ebene, mit denen auf die Volatilität im Auftragseingang durch flexible Arbeitszeitgestaltung reagiert werden kann. Im Gegenzug bieten die Arbeitgeber eine großzügige Arbeitsplatzgarantie in Form eines Kündigungsschutzes analog zur Kurzarbeit. Zur Propak gehören nämlich all jene Unternehmen, die für die Versorgung der Bevölkerung außerordentlich wichtig sind: Verpackungen und Hygienepapierwaren, wie Verpackungen für Lebensmittel oder Medikamente.

tcc global: Die aktuelle wirtschaftliche Lage stellt den Handel vor eine Herausforderung und definiert die Beziehung zu den Kunden neu. Auch in Krisenzeiten stehen dabei das Vertrauen und die emotionale Nähe zum Händler sowie der Marke im Fokus. tcc global entwickelt maßgeschneiderte Loyalty-Kampagnen, die diese Bedürfnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfüllen und fördert damit nachhaltig die Kundenbeziehungen im Einzelhandel. Und genau jetzt ist es eine gute Möglichkeit, mit Kunden über Loyalty-Programme zu kommunizieren und ihnen Ablenkung, Unterhaltung aber auch einen tatsächlichen Mehrwehrt zu bieten.

De'Longhi: Das in Treviso/ Italien beheimatete Headquarter der der De’Longhi Group stellt 3 Mio. Euro für dringend benötigte Hilfsmaßnahmen zur Verfügung. Der Präsident des Aufsichtsrates, Giuseppe de´Longhi, meldet, dass 2 Mio. Euro der Region Veneto zur Verfügung gestellt werden, damit entscheidende Maßnahmen und Hilfsmittel finanziert werden können. Eine weitere Million Euro erhält das Ca´Foncello Krankenhaus in Treviso. Auch Gruppo Montenegro spendet 500.000 Euro für die COVID-19-Bekämpfung in Italien. 

Beiersdorf startet ab sofort mit der Produktion von medizinischen Desinfektionsmitteln innerhalb seines europäischen Produktionsnetzwerks und unterstützt damit den gesamtgesellschaftlichen Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. In einem ersten Schritt stellt das Unternehmen 500 Tonnen der dringend benötigten Mittel für zentrale öffentliche Einrichtungen und Einsatzkräfte zur Verfügung. Die medizinischen Handdesinfektionsmittel werden in den Produktionsstätten des Unternehmens in Hamburg, Waldheim (Sachsen) sowie dem spanischen Tres Cantos in der Nähe von Madrid hergestellt.  In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden werden die Desinfektionsprodukte zunächst vorrangig Kliniken und Krankenhäusern, medizinischem und pflegendem Personal sowie weiteren öffentlichen Funktionen wie Polizei und Feuerwehr auf Basis konkreter Versorgungsbedarfe zur Verfügung gestellt. So soll eine möglichst schnelle und effiziente Lieferung der Desinfektionslösungen direkt ab Werk an die Einsatzkräfte gewährleistet werden. 

Berglandmilch mit ihren Marken Schärdinger, Tirol Milch, Stainzer und Lattella versorgt auch in Krisenzeiten die Bevölkerung mit hochwertigsten Milchprodukten. Um dies bewerkstelligen zu können wurden die Exportmengen spürbar reduziert und Produktionen für den Gastronomiebereich schnell auf Einzelhandelsprodukte umgestellt.
Regionale Produktionen in 10 Molkereien in ganz Österreich ermöglichen dem Unternehmen Berglandmilch die österreichische Bevölkerung mit ausreichend Milch- und Molkereiprodukten zu versorgen. „Die logistischen Ströme zur Milchsammlung sind intakt, alle Anlagen laufen und auch die Auslieferung funktioniert. Alle helfen zusammen. Wir bemerken unter unseren Mitarbeitern, denHandelspartnern und auch unter unseren Bäuerinnen und Bauern ein starkes Miteinander“, berichtet DI Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Berglandmilch.

Die SalzburgMilch GmbH passt aktuell die notwendigen Maßnahmen jeweils an die neuen Entwicklungen an. Zusätzlich zu den strengen Hygienemaßnahmen im Betrieb gelten seit zwei Wochen besondere Bestimmungen für alle Mitarbeiter, um deren Gesundheit zu schützen und somit die Produktion der Milchprodukte und die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten zu können. Auch wenn aktuell durch den Ausfall des Tourismus und der gesamten Gastronomie der auch für SalzburgMilch wichtige Produktionsbereich der Großgebinde stark dezimiert wurde, so laufen nach wie vor sämtliche Abfüllanlagen auf Hochtouren, um die gesteigerte Nachfrage im Lebensmittelhandel bedienen zu können. Außerdem wird aktuell alles unternommen, damit auch die Milchabholung bei den 2500 SalzburgMilch Bauern gesichert bleibt.

Wiesbauer kämpft mit Problemen an mehreren Fronten. Der Fleisch- und Wurstproduzent ist mit einer etwa fünffach erhöhten Nachfrage seiner Kunden konfrontiert. Man unternimmt alles, um Kundenbestellungen zu erfüllen, was aber nur teilweise möglich ist. In diesem Zusammenhang bedankt sich Wiesbauer-Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer vor allem bei seinen Mitarbeitern. Derzeit wird weit mehr als die doppelte Menge wie üblich produziert, was den Betrieb an seine Kapazitätsgrenzen führt und nur aufgrund der zusätzlichen Schichten rund um die Uhr möglich ist. Dazu kommt, dass bereits wichtige österreichische Rohstofflieferanten riesige Probleme mit ihren ausländischen Arbeitskräften haben und aufgrund dieses Engpasses eine Rohstoff-Verknappung zu befürchten ist.
Auf der anderen Seite stehen Wiesbauer Gourmet Gastro und die Wiesbauer Bistro & Shops vor den größten Herausforderungen der letzten Jahrzehnte, die Folgen kann man noch nicht abschätzen.

Veröffentlicht am

20.03.2020