Direkt zum Inhalt
Hofer Fair Hof Geflügel

Hofer erweitert FairHof

Hofer nimmt es mit dem Tierwohl noch ein Stück ernster als bisher und erweitert das Sortiment um FairHof-Produkte bei Geflügel sowie Milch.

Gestartet hat Hofer das FairHof Projekt im Jänner 2017 gemeinsam mit dem Fleischwarenhersteller Hütthaler und setzte mit dieser Tierwohl-Initiative einen wichtigen Schritt in Richtung verantwortungsvolle Schweinehaltung. Nun geht man einen Schritt weiter: Geflügel und Milch werden in das Programm aufgenommen. Mit dem Geflügelproduzenten Hubers Landhendl sowie der Gmundner Molkerei wurden nun zwei weitere Partner gefunden, die den Ausbau des Projektes ermöglichen.  So sind neben Schweinefleisch-Artikeln seit 19. September österreichweit in allen Hofer-Filialen auch  Geflügel- und Molkereiprodukte unter der Hofer-Tierwohl-Marke erhältlich.

Worum geht es den Konsumenten? Vor allem um eine artgerechte Haltung der Tiere, die für das essen geschlachtet werden. Höchste Qualität soll nicht erst bei der Fleisch- bzw. Milchverarbeitung beginnen, sondern bereits bei der Haltung und Mast der Tiere. Die Marke FairHof garantiert eine artgerechte Haltung, die den Tieren erlaubt, ihr natürliches Sozialverhalten auszuleben. Dies wird gewährleistet durch größere Bewegungs- und Auslaufräume mit täglich viel frischer Luft und natürlichem Licht. So haben etwa die FairHof-Hühner Zugang zu einem geschützten Freibereich. Den Tieren wird außerdem Beschäftigungsmaterial geboten, so stehen beispielsweise den Rindern Scheuermöglichkeiten zur Verfügung. Besonderes Augenmerk liegt auf der Gesundheit der Tiere, deshalb ist für alle teilnehmenden Betriebe eine Mitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst verpflichtend. Auch Regionalität spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Damit die Tiere keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt sind, werden Transportwege und -dauer auf ein Minimum reduziert. Strenge Richtlinien sorgen zudem dafür, dass die Tiere bis zu der Schlachtung nach höchsten Tierwohl-Standards behandelt werden. 

Neben einem erhöhten Tierwohl zählt auch die Förderung der beteiligten Bauern zu den übergeordneten Zielen von FairHof. Durch den Aufschlag bei der Bezahlung sowie die Abnahmegarantie der Produkte unterstützt Hofer die österreichische, kleinstrukturierte Landwirtschaft und gibt Jungbauern eine abgesicherte Zukunft.

 

Universität bestätigt besseres Tierwohl bei Hüttahler

Bereits seit 2016 arbeiten der Fleischereibetrieb Hütthaler und die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) intensiv miteinander zusammen. „Wir wollten beide wissen, ob unsere Tierwohl-Initiative den Tieren nachweislich wohltut oder dies nur ein subjektives Empfinden ist“, so Geschäftsinhaber Dr. Florian Hütthaler. Jene Fragestellung bildete auch die Grundlage für die Masterarbeit von BOKU-Mitarbeiterin Cäcilia Wimmler. Ziel ihrer Arbeit ist es, das Tierwohl von Hofkultur Schweinen zu beurteilen und mit konventionellen Tieren zu vergleichen. 

Umfassende Hofkultur-Grundsätze kommen bei den Schweinen gut an

Damit alle Tiere der Hofkultur eine artgemäße und gesundheitsfördernde Tierhaltung erfahren, wurden eigene Grundsätze verfasst und auf den Partnerhöfen umgesetzt. Diese beinhalten unter anderem mindestens doppelt so viel Platz als gesetzlich vorgeschrieben, jederzeit Auslauf an die frische Luft, eingestreute Liegeflächen sowie regionales, gentechnikfreies Futter. Auch beim Transport und am Schlachthof Hütthalers gelten umfangreiche Vorgaben, um so einen würdevollen Umgang mit dem Tier entlang der gesamten Wertschöpfungskette garantieren zu können. Zusätzlich zur internen Qualitätskontrolle wird die Einhaltung der Hofkultur-Grundsätze auch von einer unabhängigen externen Kontrollstelle geprüft. 

Artgemäße Tierhaltung im Fokus

Um die Effekte der Hofkultur besser beurteilen zu können, definierte Cäcilia Wimmler gemeinsam mit Experten und Landwirten eine Reihe von Tierwohl-Indikatoren. Dazu wurden tierbezogene Parameter, wie zum Beispiel Verletzungen, Sauberkeit und Verhalten der Tiere festgelegt. Untersucht wurden diese an insgesamt rund 3400 Mastschweinen aus Betrieben der Hofkultur und der konventionellen Landwirtschaft. Die Datenerhebung erfolgte zum einen auf den Bauernhöfen und zum anderen am Schlachthof der Firma Hütthaler. 

Wissenschaftliche Arbeit mit positiven Ergebnissen 

Die Masterarbeit ergab in vielen Bereichen eine Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls auf Hütthalers Hofkultur-Betrieben im Vergleich zu konventionellen Betrieben. So zeigen die Hofkultur-Schweine tendenziell weniger Verletzungen und können ihr arteigenes Verhalten optimal ausleben. Bedingt durch die großzügig eingestreuten Stallungen haben sie zum Beispiel weniger Schwellungen an den Beinen als ihre konventionellen Artgenossen und genießen einen besseren Liegekomfort. Da die Hofkultur-Schweine aufgrund ihres Auslaufs viele Umweltwelteindrücke gewöhnt sind, kurze Transportwege erfahren und bis einschließlich des Schlachthofes schmerzhafte Treibhilfen nicht kennenlernen, zeigen sie deutlich weniger Stressverhalten vor der Schlachtung. Untermauert wurde jene Erkenntnis auch bei der abschließenden Fleischuntersuchung – der Anteil an Schweinen mit einem Fleisch-pH-Wert unter 6.0 ist bei den Hofkultur-Tieren signifikant geringer als bei konventionellen – ein weiterer Indiz für weniger Stress. 

Bestätigung der visionären Hütthaler-Initiative 

Tierarzt Mag. Dominik Eckl, Projektleiter Hütthalers Hofkultur, ist von den interessanten Forschungsergebnissen beeindruckt: „Die Ergebnisse sind noch positiver ausgefallen als wir vermutet haben. Um der Verantwortung gegenüber dem Wohl der Nutztiere gerecht zu werden, muss ein Umdenken in der Landwirtschaft stattfinden. Die Ergebnisse der Masterarbeit zeigen doch deutlich, dass die Hofkultur-Grundsätze dem Tierwohl dienen. Schlussendlich wirkt sich das auch auf die Produkt- und Produktionsqualität unserer Nahrungsmittel aus.“ 

Masterarbeit stößt auf europaweites Interesse

Cäcilia Wimmler wurde mit ihrer inhaltsreichen Arbeit bereits europaweit gewürdigt. Sie erhielt eines der begehrten Stipendien der Universities Federation for Animal Welfare (UFAW), einer britischen Tierwohl-Organisation, die im Bereich der Tierwohl-Forschung und -Bildung weltweit eine Vorreiterrolle einnimmt. „Ich hoffe, dass die Ergebnisse dieser Arbeit in zukünftigen Diskussionen mit LandwirtInnen, Schlachtunternehmen und Stakeholdern zur Weiterentwicklung dieses und künftiger Projekte beitragen können. Zusammenfassend zeigt sich das Potential der umgesetzten Hofkultur-Standards für eine Tierhaltung, die das Wesen und die Integrität der Schweine anerkennt, dabei die Gesundheit der Tiere nicht außer Acht lässt und die Bedürfnisse der Tiere als fühlende Wesen berücksichtigt“, resümiert Cäcilia Wimmler. 

 

Hofer Gen.Dir. Günther Helm mit neuen FairHof-Produkten

Kategorien

Tags

geschrieben am

25.09.2018