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Handelsverband Studie: Wie nachhaltig denkt Österreich?

Studie: Wie nachhaltig denkt Österreich?

Wie sieht es in Österreich in Sachen Nachhaltigkeit tatsächlich aus, nachdem die letzten Prognosen für die Erderwärmung nicht rosig sind. Der Handelsverband hat es hinterfragt.

Der Handelsverband und MindTake Research haben bei den heimischen Verbrauchern nachgefragt und das Konsumverhalten der Bevölkerung unter die Lupe genommen - mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Fakt ist: der Faktor "Nachhaltigkeit" spielt bei Lebensmitteln, Elektrogeräten und Mode wichtige Rolle im Kaufprozess.

"Bereits 90 % der Österreicherinnen und Österreicher achten beim Lebensmittelkauf besonders auf den Faktor Nachhaltigkeit, bei Elektrogeräten sind es immerhin zwei Drittel und bei Mode mehr als 61 %", fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zusammen.

Die Relevanz des Faktors "Nachhaltigkeit " in ausgewählten Warengruppen lautet:

  • Lebensmittel (90%)
  • Elektrogeräte (67%)
  • Mode (61%)
  • Kosmetikartikel (60%)
  • Möbel (54%)
  • Spielwaren (48%)

Rund 44 % der Österreicher geben an, dass die Produktionsbedingungen von Nahrungsmittel seit Ausbruch der Corona-Pandemie eine wichtigere Rolle bei ihrem Einkauf spielen, als noch vor der Krise. "Insbesondere die Herkunft unserer Lebensmittel spielt für die Konsumentscheidung eine entscheidende Rolle. 92 % der Bevölkerung achten besonders darauf", so Will.

Transparente Branche

Eine nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung erleichtert den Konsumenten die bewusste Entscheidung zu Gunsten regionaler Produkte, wodurch noch mehr hochwertige österreichische Lebensmittel zur Verarbeitung gelangen. Davon profitiert auch die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft. Der heimische Handel steht schon seit Jahren für gelebte Transparenz. 80 % der Österreicher bewerten den Lebensmitteleinzelhandel als transparenteste Branche in puncto Herkunftskennzeichnung. Öffentliche Kantinen und die Gastronomie kommen jeweils nur auf rund 10 %.

Bio-Produkte

Auch der Trend zum Konsum von Produkten aus biologischer Landwirtschaft hält weiter an, mehr als ein Drittel der Konsumenten greifen seit Ausbruch der Pandemie verstärkt zu Bio-Produkten im Regal. Spannend: 80 % der Bevölkerung wären bereit, eine (moderate) Preiserhöhung bei Fleisch in Kauf zu nehmen, wenn dadurch bessere Produktionsbedingungen und eine artgerechte Tierhaltung sichergestellt werden. Immerhin 5 % der Befragten würden dafür sogar eine Preiserhöhung von mehr als 50 % akzeptieren.

Vegetarisch boomt

Was das Essverhalten in der Alpenrepublik betrifft, ist ebenfalls ein deutlicher Trend erkennbar: "Vor allem die jüngere Generation reduziert ihren Fleischkonsum, vegetarische Ernährung boomt. Mittlerweile stufen sich 37 % der Österreicherinnen und Österreicher als flexitarisch, pescetarisch, vegetarisch oder vegan ein. Knapp zwei Drittel bevorzugen weiterhin Schnitzel und Leberkäse“, sagt Rainer Will.

Nachhaltigkeit auch im Modehandel

Etwas anders gestaltet sich die Lage im heimischen Bekleidungs- und Schuhhandel: Weniger als ein Drittel der Verbraucher verzichten auf den Kauf eines Kleidungsstücks, wenn dieses nicht nachhaltig produziert wurde. Zumindest ein Viertel gibt an, seit Corona verstärkt auf die Produktionsbedingungen von Textilien zu achten. 19 % der Befragten sind der Meinung, nicht ausreichend über nachhaltige Mode informiert zu sein, weitere 15 % stufen nachhaltige Mode generell als zu teuer ein.

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Veröffentlicht am

13.08.2021