Wolken über der Welternährung

Wolken über der Ernährungsökologie?

Die ökologischen Auswirkungen unserer Ernährung sind längst ein zentrales Thema im Diskurs geworden.

Bereits 2019 fand das Symposium des forum.ernärhung heute statt. Die Analysen und Zusammenfassungen passen heute mit einer neuen Regierung in Österreich besser denn je. 

Das forum. ernährung heute hat beim achten Symposium unter dem Titel „Nachhaltig essen. Ernährungsökologie – ein Bildungsprozess“ mit Experten intensiv die unterschiedlichen Dimensionen und Herausforderungen der Ernährungsökologie diskutiert. Diese betreffen nicht nur Umweltaspekte sondern schließen auch ökonomische und soziale Nachhaltigkeit ebenso wie die individuelle Gesundheit und die Esskultur ein. Die Experten kamen beim f.eh-Symposium weitgehend überein, dass es für eine nachhaltige Ernährung eine soziale Transformation auf allen Ebenen braucht – von der Lebensmittelproduktion über die Mahlzeitengestaltung bis zur Abfallentsorgung.
 
Die zentralen Ergebnisse des Symposiums sind:

  • Die Naturentfremdung der Konsumenten hat auch zu einer Entfremdung von der Lebensmittelproduktion geführt, die zu einem verringerten Bewusstsein über die Herstellungsweisen, einer fehlenden Wertschätzung und zu einem steigenden Foodwaste beiträgt.
  • Daten des deutschen Umweltbundesamtes belegen: Wer sich selbst als ökologisch nachhaltig einschätzt, hat den zweithöchsten realen Ressourcenverbrauch. Essenziell wird daher sein, den Menschen klarzumachen, dass der ökologische Impact ihres Ressourcenverbrauchs deutlich höher ist als vielfach angenommen.
  • Für eine gesunde und nachhaltige Esskultur braucht es daher eine Bewusstseinsbildung bereits in der Schule und eine umfassende Information der Verbraucher.
  • Mit individuellen Handlungen lassen sich etwa ein Drittel des ökologischen und Klimaeinflusses steuern, zwei Drittel müssen über politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfolgen.
  • Die größten Effektstärken beim Essverhalten liegen bei der Reduktion der Lebensmittelverschwendung und des Fleischkonsums.
  • Um ver­schiedene Perspektiven zusammenzubringen und Wissen auszutauschen, sind Vernetzung, Kooperationen und Partnerschaften unbedingt notwendig.
  • Die Produktion entlang der Wertschöpfungskette ist weiter zu optimieren und muss nachhaltiger werden. Lebensmittel müssen dementsprechend – wie andere Güter auch – teurer werden. Denn aktuell werden die Umweltfolgekos­ten von der Gesellschaft getragen.

Veröffentlicht am

13.01.2020